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Kultur

17.07.2015

Hokuspokus, Weltrekord!

Inzwischen arbeitet Cornelia Ast auch als Dozentin an der Zauberakademie. So hat sie zusätzlich neben ihren eigenen Auftritten die Möglichkeit, ihre Begeisterung für die Zauberkunst direkt an die Schüler weiterzugeben.
Bild: Ast

Cornelia Ast aus Irsingen bricht mit 182 Kollegen den Guinnessrekord der „meisten Zauberer in einer Zaubershow“

Alle drei Jahre treffen sich rund 3000 Zauberer aus der ganzen Welt um in Großillusion, Kartenkunst, Manipulation und fünf weiteren Kategorien die besten ihres Faches zu küren. In der vergangenen Woche war es wieder soweit, dieses Mal fungierte das Kongresszentrum in Rimini als Austragungsort der 26. Weltmeisterschaften der Zauberkunst. Mit dabei auch Cornelia Ast aus Irsingen. Zusammen mit Kollegen brach sie den Guinness Weltrekord der „meisten Zauberer in einer Zaubershow“.

„Mit der Startnummer vier musste ich gleich zu Beginn mit auf die Bühne“, erzählt Cornelia Ast. Neben den unzähligen Akteuren seien auch noch gut 500 Zuschauer bis nach Mitternacht wach geblieben, um das Spektakel zu verfolgen. Um die entsprechende Teilnehmerzahl unterzubekommen sei das Zeitlimit auf maximal 1.30 Minuten festgelegt worden, das Kunststück hätte allerdings vollständig und mit einer nachvollziehbaren Handlung ausgeführt werden müssen.

„Ich habe in Rimini auf eine kleine Sequenz aus einer meiner Bühnennummern zurückgegriffen und ein Stück Seil zerschnitten, mehrfach verknotet und letztendlich wieder als ein komplettes Seil ohne Knoten oder sonstige Beschädigungen erscheinen lassen“, so die 35-Jährige. Gegen 4.45 Uhr sei die große Zaubershow dann vollbracht gewesen. Dann hieß es warten, warten, warten. Die Jury musste die Richtigkeit von Zeit und Ablauf prüfen. Um 10 Uhr morgens die erlösende Nachricht: Der neue Weltrekord der „meisten Zauberkünstler in einer Zaubershow“ wurde mit 183 Teilnehmern offiziell bestätigt.

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„Neben den spannenden Wettbewerben wurden bei den Weltmeisterschaften zudem noch rund 90 Seminare und Workshops angeboten. Eine Händlermesse mit 133 Ausstellern aus aller Welt lud zum Stöbern, Austauschen und Staunen ein,“ berichtete Cornelia Ast weiter.

Sie ist seit gut sechs Jahren dieser Kunst erlegen. Für ein großes Firmenevent galt es 2008 ein passendes Unterhaltungsprogramm zusammen zu stellen. Als Projektleiterin buchte sie einen Zauberer, der es verstand die hochrangige Führungskräfte und sie selbst zu begeistern. Im Gespräch erzählte er ihr dann, dass es in Pullach bei München die Zauberakademie gibt, an der man in die Kunst der Zauberei eingeweiht werden würde. „Die Entscheidung ist dann sehr schnell gefallen und ich habe für die kommenden zwei Jahre noch einmal die Schulbank gedrückt. Der Unterricht fand berufsbegleitend einen Abend pro Woche statt“, so Ast. Die Zauberlehrlinge erhielten Einblicke in das weite Feld der Magie: Kartenkunst, Kinderzauberei, Mentalmagie, Manipulation, Partyzauberei aber auch Geschichte und Theorie gehören zum Lehrplan. Am Ende des vierten Semesters war die Abschlussprüfung gleichzeitig die Aufnahmeprüfung in den Magischen Zirkel von Deutschland. Dieser ist die offizielle Vereinigung der Zauberkünstler mit rund 2900 Mitgliedern, davon sind allerdings nur knapp 250 Frauen.

„Nach meiner Abschlussprüfung hatte ich es wieder dem Zufall zu verdanken, dass ich auf der Bühne gelandet bin. Im Rahmen eines Zauberworkshops in Darmstadt ist der Zauberer und Regisseur Gaston aus München auf mich aufmerksam geworden. Ehe ich mich versah, stand ich eine Woche später in einem Theater in München auf der Bühne. Und ich muss gestehen trotz aller Aufregung und Lampenfieber hat das so unheimlich viel Spaß gemacht, dass ich mich immer schweren Herzens von der Bühne trenne,“ erzählt Ast. Hauptberuflich arbeitet Cornelia Ast als Projektmanagerin bei einer sozialen Stiftung.

Was ursprünglich als reine Wissenserweiterung gedacht war, hat sich für Cornelia Ast damit kurzerhand zum intensiven Zeitvertreib entwickelt. Sie besucht regelmäßig Zauberseminare und Kongresse, entwickelt neue Zauberroutinen und tritt bei den verschiedensten Veranstaltungen auf.

Bis aus einem „Zaubertrick“ für Zuschauer ein Wunder wird, ist es laut ihrer Aussage ein weiter Weg. Hier spiele nicht nur die Tricktechnik eine Rolle, auch die Präsentation, die Rolle des Künstlers und die Psychologie seien wichtige Punkte. „Man kann die Zauberkunst gut mit der Musik vergleichen: Die ersten ’Schritte’ auf dem Klavier lernt man recht schnell, einfache Melodien sind in kurzer Zeit spielbar. Bis das Stück aber wirklich gut klingt und mehr als eine Stimme hat, ist viel Zeit und Übung notwendig. Im Regelfall versuche ich gut sechs bis acht Stunden pro Woche zu üben“, berichtet Ast. Hinzu kämen Brainstormings zu neuen Ideen, Recherchen zu technischen Möglichkeiten, der Austausch mit Kollegen und und und. Grob gesagt werde sehr viel Zeit investiert, die niemand sieht. Dennoch bezeichnet Cornelia Ast die Zauberkunst zu erlernen als eine der besten Entscheidungen ihres Lebens. Es mache riesige Freude die Menschen zu verblüffen oder auch Groß und Klein mit erstaunten Blicken und einem Lächeln im Gesicht zurückzulassen. Und es gebe so viele wunderschöne Momente an die sie sich immer wieder gerne erinnere. „Im Juni dieses Jahres war ich mit Zauberkollegen auf einer Reise durch die USA und habe dort unter anderem Siegfried (von Siegfried & Roy), Jan Rouven und David Copperfield kennenlernen dürfen. Egal, wo man auf der Welt ist, das Miteinander der Zauberkollegen ist beeindruckend!“ so Ast.

Die Weltmeisterschaften in Rimini waren übrigens aus deutscher Sicht ebenfalls sehr erfolgreich: Es wurden drei dritte, zwei zweite und ein erster Platz erreicht. Cornelia Ast freut sich heute schon auf die nächste Weltmeisterschaft 2017 im südkoreanischen Busan.

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