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Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland

09.07.2010

Hup, Holland, hup!

Dieter Vingerhoed, Robin Etmans und Benjamin Kleisen feuern ihre Oranjes mit "Hup, Holland, hup!" an. Und sogar der ebenso schlanke wie schweigsame Kollege in der Physiotherapiepraxis der drei Holländer in Mindelheim ist vom Fußballfieber gepackt. Foto: Sebastian Hofmann
Bild: Sebastian Hofmann

Mindelheim Spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 gibt es in Deutschland nichts, was zu WM-Zeiten nicht schwarz-rot-gold angemalt werden kann. Es geht aber noch besser, wie unsere Nachbarn im Nordwesten beweisen. "Wenn es um Fanartikel geht, dann sind wir jetzt schon Weltmeister", sagt Physiotherapeut Benjamin Kleisen. Er ist, ebenso wie seine Praxispartner Dieter Vingerhoed und Robin Etmans, Niederländer und freut sich wahnsinnig, dass seine Oranjes den Einzug ins Finale geschafft haben. In ihrer Praxis gibt es mehr als nur eine orangefarbene Fahne, selbst das Modellskelett trägt dieser Tage ein Hollandtrikot und eine Haube wie Frau Antje. "Jetzt muss auch der Titel her", meint Robin Etmans. Einig sind sich die Drei aber, dass es gegen Spanien alles anderes als leicht wird, Weltmeister zu werden.

Auch Deutschlandspiele sehen sie sich an

"Holland war bis jetzt gut. Die Mannschaft hat sehr cool gespielt und ist verdient im Finale", findet Dieter Vingerhoed. Beiläufig erzählt er auch, dass nur die Deutschen zwischen Holland und den Niederlanden unterscheiden. "Ich bin Holländer, obwohl ich gar nicht aus der Provinz Holland bin", sagt Benjamin Kleisen.

Jeden Sieg ihres Teams, besonders das 2:1 gegen Brasilien, haben die Physiotherapeuten bis jetzt gefeiert. Einmal wollten die Holländer sogar einen Autokorso starten. "Das ist aber nicht wirklich was geworden. Benjamin saß auf dem Fahrrad, in der Hand eine Gasdruckfanfare, und ist um den Europabrunnen gefahren. Ich bin mit der Vuvuzela im Mund hinterhergerannt", erzählt Robin Vingerhoed und muss dabei lachen. "Wir laden alle Mindelheimer ein, am Sonntag mit uns zu feiern, wenn Holland gewinnt."

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Freilich ist die Vorfreude der drei Mindelheimer Holländer auf das Spiel ihrer Truppe groß, allerdings haben sie auch "mit der deutschen Mannschaft während der gesamten WM mitgefiebert. Sie haben schönen Fußball gespielt, fast holländisch", sagt Benjamin Kleisen. Nicht umsonst hätten die Zeitungen vor drei Wochen von " Louis van Löw" geschrieben. "Joachim Löw hat Louis van Gaals System spielen lassen und das hat wunderbar funktioniert", sagt Robin Etmans.

Er fand es schade, dass Deutschland gegen Spanien verloren hat. Kleisen: "Ein Finale zwischen Deutschland und Holland hätte ich sehr gerne gesehen. Wir müssen uns ja heute noch bei jeder Gelegenheit das Finale von '74 unter die Nase reiben lassen. Endlich hätten wir eine Chance zur Revanche gehabt." Die Holländer hatten damals bei der Heimweltmeisterschaft der Deutschen 1:2 gegen den Gastgeber verloren.

Das soll im Finalspiel am Sonntag nicht passieren, geht es nach den Mindelheimer Holländern. Wer es richten soll, wissen Kleisen, Vingerhoed und Etmans auch schon: Arjen Robben, Mark van Bommel und Wesley Sneijder, das sind nämlich die Lieblingsspieler des Trios.

"Klar schwärmen die meisten Fußballfans von den Stürmern. Ich finde aber Mittelfeldspieler wie van Bommel auch sehr wichtig", meint Benjamin Kleisen. Damit alles wirklich gutgeht, werden er und seine Partner die Oranjes am Sonntag kräftig mit dem Schlachtruf "Hup, Holland, hup!" - auf geht's Holland, auf geht's! - anfeuern.

Und vielleicht wird es bei einem Sieg Hollands dann doch noch etwas mit dem Autokorso in Mindelheim. In leuchtendem Orange, versteht sich.

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