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Bad Wörishofen

25.01.2019

Illegalen Waffen auf der Spur

Die Polizei ermittelt nach einem größeren Waffenfund in Bad Wörishofen gegen einen 34-Jährigen und dessen Mutter.
Bild: Markus Heinrich

Nachdem in Bad Wörishofen ein Mann mit Schusswunde einen größeren Einsatz und einen Waffenfund ausgelöst hat, gibt es noch einigen Klärungsbedarf.

Ein Mann mit Schussverletzung, ein größerer Waffenfund – drei Tage nach dem großen Einsatz in Bad Wörishofen, geht die Polizei weiterhin von einem Unfall aus. Der Mann, der sich vermutlich mit einem Revolver in die Wade geschossen hat, konnte noch nicht vernommen werden, hieß es seitens der Polizei.

Auch die Vernehmung der Mutter des 34-Jährigen stand zuletzt noch an. Einige der in dem Anwesen gefundenen Waffen gehören offenbar ihr. Weil die 73-Jährige eine Waffenbesitzkarte hat, sind diese Waffen auch nicht als unrechtmäßig eingestuft worden.

Anders sieht es mit vier Pistolen und mehreren hundert Schuss Munition aus, welche die Polizei ebenfalls sichergestellt hat. Diese gelten derzeit als unrechtmäßig besessen. Warum der 34-Jährige die Waffen besaß, ist derzeit nicht bekannt. Reichsbürgern, rechts- oder linksextremen Szenen sei der Mann nach derzeitigem Stand nicht zuzuordnen, teilte die Polizei gestern auf Nachfrage mit. Der Haftbefehl gegen den Mann im Jahr 2016 bezog sich auf ein Verkehrsdelikt im Ausland. Damals wurden bereits Waffen beschlagnahmt, dem Mann später aber wieder ausgehändigt. Der Rechtsweg sei damals ausgeschöpft gewesen, hieß es. Die nun entdeckten illegalen Waffen wurden damals nicht gefunden.

So viele Waffen sind im Unterallgäu registriert

Im Unterallgäu waren Ende des Jahres 2017 nach Angaben des Landratsamtes Unterallgäu etwa 14150 Waffen registriert. Diese Zahl habe sich nach Einschätzung des Sachgebiets Sicherheit und Ordnung seither wohl nicht stark verändert. Genaue Zahlen für 2018 liegen aber erst in etwa zwei Wochen vor.

Immer wieder geben Bürger im Landratsamt in Mindelheim auch freiwillig Waffen ab. Im noch jungen Jahr 2019 waren dies bereits acht Waffen, im Vorjahr waren es insgesamt 232. Die vergleichsweise hohe Zahl sei auch darauf zurückzuführen, dass bis zum Sommer 2018 die einjährige Waffenamnestie galt. In diesem Zeitraum konnten auch illegale Waffen straffrei bei den Behörden abgegeben werden. Im Jahr 2017 belief sich die Zahl der abgegebenen Waffen auf 176 nach 214, 137 und 153 in den Vorjahren.

Der Notruf wegen einer Schussverletzung hat in Bad Wörishofen am Mittwoch einen größeren Einsatz ausgelöst. Polizisten aus Bad Wörishofen, Mindelheim und der Autobahnpolizei betraten unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und mit schusssicherer Ausrüstung das Anwesen. Auch ein Diensthundeführer und das Landeskriminalamt waren vor Ort, denn es musste auch eine Kiste mit unbekanntem Inhalt geöffnet werden. Darin fand sich Munition.

Eigentlich wäre das auch ein Fall für das Sondereinsatzkommando gewesen, sagt Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier auf Nachfrage. „Doch dafür blieb keine Zeit.“

Im Gebäude fanden die Polizisten einen Mann mit Schusswunde in der rechten Wade. Zudem entdeckten sie bei der Durchsuchung des Anwesens rund ein Dutzend Kurz- und sechs Langwaffen. Derzeit geht die Polizei von einem Unfall beim Hantieren mit einem Revolver aus. Der 34-Jährige wurde im Krankenhaus versorgt, sein Zustand sei stabil, hieß es zuletzt.

Hier lesen Sie mehr über den Waffenfund:

Schussverletzung: Einsatz endet mit Waffenfund

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