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Wertachtal

28.09.2019

Im Herbst fallen die Personalentscheidungen

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Am Sonntag, 15. März 2020, werden die Wählerinnen und Wähler bei der Kommunalwahl entscheiden,wer die kommenden sechs Jahre die Geschicke ihrer Gemeinde verantwortet.

Plus Bei den Wahlen im März 2020 steigen meist die bekannten Gesichter wieder in den Ring. Einer macht’s spannend – aber nur ein Bürgermeister aus dem Wertachtal kann die Wahlkampfzeiten wirklich gelassen angehen

Türkheims Rathauschef Christian Kähler wird in diesen Tagen von seinen Amtskollegen in den benachbarten Rathäusern beneidet: Kähler muss sich in den nächsten Wochen keine Gedanken über seine Kandidatur, über Gegenkandidaten und lange Wahlkampfabende machen, weil er 2016 außertourlich gewählt wurde und seine Wiederwahl daher erst im Jahr 2022 ansteht.

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In den Rathäusern glühen die Drähte und Köpfe der Kommunalpolitiker seit Monaten, auch wenn es nach außen immer wieder hieß, dass es für die Personalentscheidungen ja noch viel zu früh sei.

Doch am Sonntag, 15. März 2020 wird gewählt, und wenn man die Weihnachtsferien abzieht und die Faschingstermine einkalkuliert, dann bleibt den Wahlkämpfern gar nicht mehr so viel Zeit, um ihre Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren.

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Wer tritt in Rammingen, Ettringen, Wiedergeltingen und Amberg als Bürgermeisterkandidat an?

Inzwischen zeichnen sich in den Gemeinden im Wertachtal auch die vielleicht wichtigsten Personalentscheidungen bei den Kommunalwahlen ab – wer wirft diesmal (wieder) seinen Hut als Bürgermeister-Kandidat in den Ring? In Rammingenwird Amtsinhaber Anton Schwele (66) erneut antreten und will seinen Posten als ehrenamtlicher Bürgermeister im Ramminger Rathaus verteidigen. Schwele rechnet sich durchaus gute Chancen für eine Wiederwahl aus: Seit 1996 ist er als ehrenamtlicher Bürgermeister von Rammingen für die Geschicke des 1600-Einwohner-Ortes verantwortlich.

Bei der Kommunalwahl 2014 hatte Anton Schwele, nominiert von der Freien Wählergemeinschaft Rammingen und der Unabhängigen Wählergemeinschaft Rammingen, 66,7 Prozent der Wählerstimmen erobert, sein Herausforderer Georg Rauch von der Bürgerliste Rammingen holte 33,3 Prozent. Auch bei der nächsten Wahl soll Schwele wieder von der Freien Wählergemeinschaft Rammingen und der Unabhängigen Wählergemeinschaft Rammingen nominiert und gemeinsam unterstützt werden.

Die Bürgerliste Rammingen regiert betont gelassen auf die Ankündigung von Amtsinhaber Anton Schwele, bei der bevorstehenden Kommunalwahl im März 2020 erneut als Bürgermeisterkandidat antreten zu wollen. Damit sei zu rechnen gewesen, so Bürgerliste-Sprecher und Gemeinderat Thomas Scharpf auf Anfrage der MZ.

Und für die Bürgerliste sei es schon seit Längerem „klar, dass wir eine eigene Kandidatin oder einen Kandidaten haben“, der als Gegenkandidat gegen Schwele antreten werde. Um wen es sich dabei handle, wollte Scharpf jedoch nicht verraten: Die Bürgerliste wolle erst nach den Weihnachtsferien im neuen Jahr ihren Herausforderer der Öffentlichkeit präsentieren. Dies geschehe auch deshalb so spät, um den oder die Kandidat/-in vor den, laut Scharpf, „zu erwartenden Verleumdungen“ zu schützen.

Scharpf weist zudem darauf hin, dass sich nicht alleine die drei Bürgerlisten-Gemeinderäte als eine Art „moralisches Gewissen im Interesse der Bürger“ im Gemeinderat verstehen würden, sondern auch zwei weitere Gemeinderäte aus den beiden anderen Wählergruppierungen. Scharpf ist zudem sicher, dass auch ein kurzer Wahlkampf in Rammingen nichts an Brisanz einbüßen werde: „Das werden einige spannende Wochen bis zur Wahl im März“, kündigt der Bürgerliste-Sprecher an.

In Ettringen wird sich Amtsinhaber Robert Sturm, Jahrgang 1965, ebenfalls erneut zur Wahl stellen. Der gelernte Diplom-Verwaltungswirt (FH) und Gymnasiallehrer ist seit vier Legislaturperioden – also seit knapp 24 Jahren und damit fast sein halbes leben lang – Bürgermeister in Ettringen und sitzt seit 2002 als Kreisrat und Mitglied im CSU-Kreisvorstand. Ihm wurden auch Ambitionen auf eine Kandidatur für die Kreis-CSU als Landrat nachgesagt – und Sturm bestätigte jetzt auch auf Anfrage der MZ erneut, dass er sich dieser Herausforderung gerne gestellt hätte: „Sicher hat es bei mir Überlegungen gegeben, für die CSU als Landrat zu kandidieren und gereizt hätte es mich schon, diese Aufgabe anzugehen“, so Sturm. Aber in Ruhe nach Abwägung aller damit zusammenhängenden Punkte habe er sich „letztlich entschieden, in Ettringen kandidieren zu wollen“. Die Kreis-CSU will wie berichtet mit dem Augsburger Rainer Schaal das Landratsamt in Mindelheim zurück erobern.

Die Kreis-CSU will das Landratsamt zurück erobern: Rainer Schaal ist CSU-Kandidat für die Landratswahl

Eine gleichzeitige Kandidatur als Landrat und Bürgermeister sei für ihn „nie eine Option gewesen“. Sturm: „Ich würde, wenn die CSU Ettringen mich nominiert und die Bürgerinnen und Bürger das wollen, für die Einheitsgemeinde gemeinsam mit dem neugewählten Rat gern in eine neue Periode starten.“ Ob ein Gegenkandidat nominiert wird, ist noch nicht in Sicht.

In Wiedergeltingen sitzt Norbert Führer seit 2014 als ehrenamtlicher Bürgermeister auf dem Chefsessel im Rathaus. Sein Wahlversprechen war unter anderem, sich mit großem Engagement für die Gemeinde Wiedergeltingen einzusetzen – und da dürfte es kaum Widerspruch geben, dass er dieses Versprechen in den vergangenen sechs Jahren eingelöst hat.

Nominiert vom Bürgerverein Wiedergeltingen schaffte Führer damals eine Überraschung und eroberte das Wiedergeltinger Rathaus mit 60,3 Prozent der Stimmen deutlich gegen Amtsinhaber Michael Schulz von der CSU, dem nur 39,8 Prozent der Wähler ihr Vertrauen schenkten. Inzwischen ist der 58-jährige Diplom-Ingenieur im Vorruhestand und gilt als einer der umtriebigsten Bürgermeister in der ganzen Region. „Ich bin gerne bereit, mich für eine weitere Amtszeit zu bewerben“, sagt Führer auf Anfrage der MZ. Schon im Frühjahr sei er bei der Versammlung des Bürgervereins so eindrucksvoll unterstützt worden, dass er gar nicht lange habe überlegen müssen, um sich zu einer neuen Kandidatur zu entschließen: „Vor uns liegen weitere wichtige Meilensteine, wie der Bau unserer neuen Kindertagesstätte St. Nikolaus oder auch das Projekt Dorferneuerung. Und diese Projekte würde ich gerne in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Mitgliedern des Gemeinderates und unseren Bürgern begleiten“, so Führer.

Die Wiedergeltinger CSU überlegt noch, ob sie einen Gegenkandidaten ins Rennen schickt

Die Wiedergeltinger CSU überlegt derzeit noch, ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellt. Bereits abgewunken hat indes der CSU-Ortsvorsitzende Bernd Stapfner, der sich diese Entscheidung aber nicht leicht gemacht habe: Erst nach „reiflicher Überlegung“ habe er sich entschlossen, nicht anzutreten: „Die Rahmenbedingungen passen privat und beruflich aktuell nicht“, so Stapfner, der als Polizeihauptkommissar bei der Polizeidirektion in Kempten arbeitet. Dass die CSU Amtsinhaber Führer – immerhin selbst CSU-Mitglied – ebenfalls nominieren könnte, schloss Stapfner aber aus. In seine dritte Amtsperiode würde der 60-jährige Peter Kneipp in Amberg starten – wenn er ich bei der nächsten Kommunalwahl im März noch einmal um den Bürgermeisterposten bewirbt. Kneipp hat sich zwar schon entschieden, doch er will erst seine Gemeinderatskollegen bei der nächsten Sitzung über seinen Entschluss informieren. Mit knapp 87 Prozent war der ehemalige Polizeikommissar Kneipp 2014 als ehrenamtlicher Bürgermeister in Amberg bestätigt worden. Unterstützt wurde Kneipp von der Freien Wählervereinigung Amberg.

In Türkheim kann sich Bürgermeister Christian Kähler in den kommenden Monaten also ganz gelassen zurück lehnen und den Kampf um die Rathäuser um sich herum aus der Distanz betrachten. Doch spätestestens im Herbst 2021 wird auch bei ihm die Entscheidung anstehen, ob er erneut seinen Hut als Bürgermeisterkandidat in den Ring wirft. Und dann werden seine Amtskollegen in den benachbarten Rathäusern ganz gelassen seinen Wahlkampf verfolgen...

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