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Mindelheim

25.02.2019

In Mindelheim steht der Narrenbaum

Bernhard Preschl, Klaus Wilde, Caroline Schaffer, Stephan Winter und Prinzessin Monika I. Leichtle (hinten von links) kürten (von links) Ekin Ibis, Paul Ledermann und Rosalia Aßmann zu den Siegern des Fasnachtsprechens.
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Bernhard Preschl, Klaus Wilde, Caroline Schaffer, Stephan Winter und Prinzessin Monika I. Leichtle (hinten von links) kürten (von links) Ekin Ibis, Paul Ledermann und Rosalia Aßmann zu den Siegern des Fasnachtsprechens.

Mit dem Narrenbaumstellen auf dem Mindelheimer Marienplatz geht der Fasching auf die Zielgerade.

Die Narren bringen sich in Stellung: Mit dem Narrenbaumstellen läutete der Durahaufa Mindlhoim den Höhepunkt der närrischen Saison ein. Im Mittelpunkt des Treibens standen einmal der Narrenbaum, die Burschen aus Mindelau, die den Baum per Hand hochhievten und natürlich die Kinder Grundschule, die sich wieder lustige Verslein hatten einfallen lassen. Und so verkündete die Siegerin Ekin Ibis aus der Klasse 4f: „Liebe Leute groß und klein, d’Fasnacht isch in Mindelhoim!“ Die Guggamusik der Mindelheimer Fanfaren unterstrich diese Botschaft lautstark mit närrischer Musik.

Es ist schon verrückt. Da wird ein Baum aufgestellt, der eigentlich gar keiner ist, weil er keine Rinde und keine Äste hat. Der Narrenbaum hat übrigens in den alemannischen Regionen eine lange Tradition bis ins Mittelalter und ist eine Nachahmung des Maibaumes. Er basiert auf dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Prediger benutzten diesen damals als abschreckendes Beispiel für die Folgen menschlicher Verfehlungen. Doch er soll auch positive Wirkung haben: Die Berührung des Faschingssymbols garantiert angeblich ein langes und fröhliches Leben.

In Mindelheim steht der Narrenbaum
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Der Durahaufa Mindlhoim stellt den Narrenbaum auf
Bild: Wilhelm Unfried

In der Mindelheimer Stadtpfarrkirche feiern die Faschingsfreunde eine Narrenandacht

Und auch die Kirche hat mit dem Fasching und seinen Bräuchen Frieden geschlossen. So trafen sich die Hästräger vor dem Aufstellen des Baumes in der Stadtpfarrkirche zur Narrenandacht. Dekan Stefan Ludwig machte mit und sprach als Clown zu der Faschingsschar. Und statt gemäßigter Orgelklänge hallte die Guggamusik durchs Kirchenschiff.

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Mit den befreundeten Gruppen der Sieben Schwaben aus Türkheim, den Wasserteufeln aus Bad Wörishofen, den Haldenwangern sowie dem Schetterhaufen Unterkammlach, der anscheinend das ganze Dorf mitgebracht hatte, ging es zum Marienplatz. Ein malerisches Bild gaben die Hästräger mit ihren Masken, die Fackelträger sowie die Repräsentanten des schwäbischen Faschings, die Gesellschaften der Mindelonia und die Siedelonia mit Prinzenpaaren und Garden ab. Allen voran die Hauptsache, der Narrenbaum, dem aber noch die Krone fehlte.

Die Kinder der Mindelheimer Grundschule führen die Tradition des Fasnachtsprechens fort

Zunftmeister Bernhard Preschl und seine neue Stellvertreterin Caroline Schaffer begrüßten die bunte Schar. Für Ruhe und Ordnung sorgte kein Geringerer als Bürgermeister Stephan Winter, der in eine Polizistenuniform geschlüpft war. Der Gruß galt der Rektorin der Mindelheimer Grundschule, Angelika Börner, die zehn Kinder der vierten Klassen mitgebrachte hatte. Sie alle hatten sich Gedanken über den Fasching gemacht und diese auf Papier gebracht.

Während die Mindelauer routiniert den Baum Stück für Stück in die Höhe schoben, erfreuten die Kinder das Publikum mit dem Fasnachtssprechen. Die spätere Siegerin, Ekin Ibis aus der 4f, sprach locker, als hätte sie nie etwas anderes getan: „Alle kommen heute wieder, singen lustig ,auf und nieder‘, in uns’rer schönen Stadt, wo es ganz viele Narren hat.“ Der Zweitplatzierte Paul Ledermann stellte fest: „Dr’ Durahansl und die Columbine, machet stets a frohe Miene!“ Und die Dritte, Rosalia Aßmann, sah das auch so: „Die Amme grüßt euch Narren froh und lockt euch durch das Obere Tor!“ Auch die anderen Kinder standen mit ihren Gedichten den Gewinnern nicht nach, sodass Preschl salomonisch meinte, eigentlich hätten alle gewinnen müssen. Und so hatte die Jury bestehend aus dem Bürgermeister, der Mindelonia-Prinzessin Monika I. Leichtle und Klaus Wilde von den Sieben Schwaben die Qual der Wahl.

Am Ende standen Sieger und Baum fest und die Narren stimmten sich nicht zuletzt beim Monsterkonzert mit drei Guggenmusiken auf die bevorstehenden tollen Tage ein. Dank fast frühlingshafter Temperaturen konnte auf dem Marktplatz noch lange gefeiert werden.


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