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Ausstellung im Mindelheimer Salon

15.05.2017

In die Seele der Tiere blicken

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2 Bilder
Tiere sind die liebsten Motive von Chammi Kaiser, die aus Südafrika stammt und jetzt in Bad Wörishofen lebt. Ihre Bilder sind im „Salon“ des Mindelheimer Kunstvereins zu sehen.
Bild: Kaiser

Chammi Kaiser und ihre Bilder vom Leben zwischen Deutschland und Afrika

Chammi Kaiser malt nur, was sie berührt, wie etwa Tiere dies vermögen. Sie gehören zu ihren Lieblingsobjekten. Meistens sind es bedrohte Tiere und ihre Kunst der Wunsch, den Tieren in die Augen zu blicken, ihre Seele zu erkennen und diesen Moment anderen zu vermitteln.

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Wer mit Chammi Kaiser spricht, über die Kunst oder über Südafrika, das Land, aus dem sie kommt, spürt eine ungeheure Liebe zu ihrem Umfeld und gleichzeitig Wehmut, weil so vieles aus dem Gleichgewicht geraten ist. Aber das Meer vermisst sie. Südafrika musste sie verlassen, weil die Gewalt nicht mehr ertragbar war, zu viel habe sie in ihrem engsten Freundes- und Familienkreis erlebt. Auch bei ihrer letzten Reise nach Südafrika im Januar zu ihrer noch dort lebenden Familie habe sie Johannesburg nicht mehr besucht, weil sie sich da nicht mehr sicher fühle. Aber wunderschöne Bilder von Flamingos hat sie mitgebracht, anmutig und friedlich.

Seit 2013 lebt sie nun in Bad Wörishofen und genießt die schöne Landschaft. Auch hier hat sie sich verliebt – in das schottische Hochlandrind, das sie unbedingt bald malen will. In Afrika waren es meist wilde Tiere. Ob diese Liebe zu den Tieren in ihrer Kindheit begründet liegt, weil ihre Familie immer mit Tieren gelebt hat, oder in ihr selbst seine Wurzeln hat? „Die Liebe zu den Haustieren kommt sicher von meiner Familie, die Liebe zu den Wildtieren, die liegt in mir“, sagt Chammi Kaiser und lächelt. Wie eigentlich immer, wenn sie von ihren Bilder erzählt. Alle haben eine Geschichte, zeigen, dass sie nur dann malt, wenn sie eine Beziehung zu ihrem Objekt hat. Das gilt für ihre Tierbilder, bei denen sie immer mit den Augen beginnt, weil hier der Zugang zur Seele liegt, genauso wie für die Porträts von Menschen. Auch in die Menschen, die sie malt, müsse sie sich „verlieben“.

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Das Skizzenbuch ist immer dabei

Für den Fall des „spontanen Verliebens“ trägt sie immer ihr Notizbuch bei sich und hält diesen Augenblick fest. Unzählige Skizzen warten Zuhause und sie brenne darauf, endlich malen zu können – derzeit bremst sie ein Gipsbein. Manchmal hat sie auch Fotos, weil die wilden Tiere natürlich nicht lang genug still sitzen, aber sie malt nur, was sie auch wirklich selbst gesehen hat und rät dies auch ihren Schülern, die sie auf einer Internetplattform betreut. Rund 500 Künstler aus aller Welt, die Tiere malen wollen, suchen in diesem Forum Rat bei Chammi Kaiser, die selbst in Südafrika und London verschiedene künstlerische Ausbildungen durchlaufen hat. Zwei Stunden täglich ist sie bei wetcanvas.com zu finden und wird nicht müde zu erklären, dass es eben nicht um Abmalen und distanzierte Perfektion gehe, vielmehr um ein „sich-vertraut-machen“ mit dem Objekt und: um Bewunderung und tiefen Respekt.

Wie etwa bei ihrem dreiteiligen Porträt von Nelson Mandela. Das hängt heute im südafrikanischen Konsulat in Berlin. „Ein besonderes Gefühl zu wissen, dass es dort einen guten und würdevollen Platz hat“, sagt Chammi Kaiser. Das ist ihr wichtig. Manchmal fällt es ihr schwer, ein Bild gehen zu lassen - denn es sind ja nicht nur ihre Blicke in die Seele der Tiere etwa, sondern immer auch Einblicke in ihre eigene Seele.

Die Künstlerin im Gespräch

 „Mein Leben zwischen Afrika und Deutschland“, Bilder von Chammi Kaiser im „Salon“ in der Frundsbergstraße 2 in Mindelheim. Geöffnet ist die Ausstellung bis 31. Mai immer dienstags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr. Da ergibt sich auch die Gelegenheit, mit der Künstlerin zu sprechen.

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