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Türkheim

18.01.2020

Insolvenz: Hofbauer hofft auf erfolgreiche Sanierung

Auf ihnen ruhen jetzt die Hoffnungen der 80 Mitarbeiter der Gregor Hofbauer GmbH an den Standorten Türkheim und Planegg: Die beiden Gesellschafter der Planer & Kollegen GmbH, Thomas Planer (links) und Klaus Ziegler. „Der Geschäftsbetrieb geht weiter, die Gehälter der nächsten Monate sind gesichert und die Aufträge werden weiter ausgeführt.“
Foto: Rainer Lehmann

Plus 80 Mitarbeiter des Türkheimer Herstellers von Spritzgussprodukten setzen darauf, dass die Neuausrichtung nach der Insolvenz gelingt.

80 Mitarbeiter an den Standorten Türkheim und Planegg hoffen darauf, dass die Gregor Hofbauer GmbH die Pläne zu einer „Standortbestimmung und Neuausrichtung“ erfolgreich umsetzen und sich aus eigener Kraft sanieren kann. Der Kunststoffspezialist für Extrusionsblasformen und Spritzgusstechnik hatte Mitte Dezember 2019 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Memmingen gestellt. In Türkheim werden Spritzgussprodukte hergestellt. Der Kunststoffverarbeiter sei aufgrund eines Einbruchs der Auftragseingänge im letzten Quartal und der daraus resultierenden fehlenden Umsätze in finanzielle Schieflage geraten.

Die Gehälter der 80 Mitarbeiter der Firma Gregor Hofbauer GmbH seien
"für die nächsten Monate" gesichert

Da der Insolvenzantrag nun bestätigt wurde, bedeutet das konkret: Die Firma Gregor Hofbauer befindet sich seit Mittwoch, 15. Januar 2020, in der vorläufigen Eigenverwaltung nach der Insolvenzordnung. Anlass zur Hoffnung bietet die Besetzung des Sanierungsteams, wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt: Zur fachgerechten Begleitung des Verfahrens wurde mit Klaus Ziegler von der Unternehmensberatung Planer & Kollegen (Landsberg/Lech) ein echter Sanierungsexperte mit an Bord geholt, als gerichtlich bestellter vorläufiger Sachwalter wird Rechtsanwalt Wolfgang Müller von der Kanzlei Müller Rock Insolvenzverwaltung den Prozess begleiten.

Klaus Ziegler, geschäftsführender Gesellschafter der Sanierungsberatung Planer & Kollegen: „Wir freuen uns, dass das Gericht unserer Einschätzung gefolgt ist und den Antrag auf Eigenverwaltung bestätigt hat.“ Auf diese Weise sei es nun möglich, die „in Schwierigkeiten geratenen Kunststoffspezialisten wieder vollständig auf Vordermann zu bringen“. Die Eröffnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens durch das Amtsgericht stimme dabei „äußerst optimistisch“ und zeige, dass die Gregor Hofbauer GmbH nicht nur als sanierungswürdig, sondern auch als sanierungsfähig eingeschätzt werde.

Ziegler weiter: „Gemeinsam werden wir die Organisationsstruktur und Prozesse analysieren und optimieren. Dazu gehört es auch, die Kernkompetenzen von Hofbauer im Markt noch mehr zu positionieren, um hieraus neue Umsatzpotenziale zu realisieren. So werden wir die Gregor Hofbauer GmbH wieder fit machen für eine gesicherte Zukunft auf eigenen Beinen.“

Der Geschäftsbetrieb bei der Gregor Hofbauer GmbH geht weiter, die Aufträge werden weiter ausgeführt

Der Fokus werde auf der Sanierung und dem Fortbestand des Unternehmens liegen. Durch die modernisierte Insolvenzordnung und die Eigenverwaltung bleibe die Geschäftsführung um Thomas Bonin voll handlungsfähig. Denn das Besondere an der Insolvenz in Eigenverwaltung sei, dass – anders als bei einer Regelinsolvenz – kein externer Insolvenzverwalter ins Haus kommt. In dieser Funktion agiere vielmehr die Geschäftsleitung. Das Eigenverwaltungsverfahren bedeute deshalb für alle Mitarbeiter, Kunden und Partner: „Der Geschäftsbetrieb geht vollumfänglich weiter, die Gehälter der nächsten Monate sind gesichert und die Aufträge werden weiter ausgeführt“.

Aus Sicht des Sanierungsexperten Klaus Ziegler ist klar: „Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist zu keinem Zeitpunkt als das Ende der Gregor Hofbauer GmbH zu sehen, sondern vielmehr als Standortbestimmung und wichtiger Schritt hin zu einer Neuausrichtung.“ Geschäftsführer Thomas Bonin: „Wir hoffen, durch eine Insolvenz in Eigenverwaltung eine nachhaltige Sanierung durchführen zu können“.

1902 begann Hofbauer mit der Fertigung von Behältern aus Holz, Leder und Metall. Seit den 1950-er-Jahren produziert Hofbauer Verpackungen im Spritzgussverfahren sowie seit Anfang der 70er Jahre auch mithilfe von Extrusionsblasformen. Heute tritt die Firma nicht mehr nur als Kofferlieferant in Erscheinung, sondern sieht sich als Verpackungsspezialist für kundenindividuelle Lösungen. Darüber hinaus fertigen 80 Mitarbeiter an den Standorten Türkheim und Planegg Spritzguss- und Extrusionsblasteile für technische Anwendungen .

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