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Mindelheim/Kaufbeuren

04.01.2019

Kabarettist Krebs: "Ohne die CSU läge Bayern brach"

Paraderollen für den Parodisten: Wolfgang Krebs als Horst Seehofer (links) und Markus Söder.
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Paraderollen für den Parodisten: Wolfgang Krebs als Horst Seehofer (links) und Markus Söder.

Der Kabarettist Wolfgang Krebs stellt viele Figuren dar. Der Kaufbeurer schaut im neuen Programm noch kritischer hin.

Er ist einer der beliebtesten Kabarettisten hierzulande und parodiert auf unnachahmliche Weise nicht nur alle bayerischen Ministerpräsidenten seit Edmund Stoiber, sondern übt so scharfzüngig wie humorvoll Gesellschaftskritik: Wolfgang Krebs. Der Kaufbeurer schlüpft auch in seinem neuen Programm „Geh zu, bleib da!“ wieder in viele Rollen. Wir sprachen mit dem 52-Jährigen über sein Verhältnis zur CSU, das Erarbeiten neuer Programme und seine zwischenzeitliche Pause im Fernsehen.

Herr Krebs, wie lange dauert es, ein neues Programm zu erarbeiten?

Krebs: Der Premierentermin wird bereits zwei Jahre vorher zusammen mit dem Titel des Programms festgelegt. Ein Jahr vorher erarbeite ich mit meinem Co-Autor ein Kurz-Script. Nach Anfertigung der Kostüme und den Fototerminen folgte diesmal das große Zittern, wie es nach der Landtagswahl mit meinen Figuren weitergeht. Auch wenn ich mir persönlich eine Koalition mit Schwarz-Grün gewünscht hätte, so ist die jetzige Konstellation, beruflich gesehen, eine große Erleichterung. Hubert Aiwangers Bekanntheitsgrad ist doch ungleich höher als der von Ludwig Hartmann.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie das Programm erarbeiten?

Krebs: Da bin ich manchmal gar nicht ansprechbar (lacht). Die künstlerische Arbeit und der hohe Anspruch an mich selbst werden immer wichtiger, wobei sich die politische oder gesellschaftskritische Aussage immer dem Lustigen unterordnen soll.

Wie spontan sind sie auf der Bühne?

Krebs: Spontaneität ist unabdingbar. Ich muss ja auch auf aktuelle politische Entwicklungen eingehen können. Außerdem versuche ich immer, den Auftrittsort mit einzubeziehen.

Ihnen wurde immer eine gewisse Nähe zur CSU nachgesagt. Hat sich das Verhältnis nach den internen Querelen in der Partei abgekühlt?

Krebs: Es ist neutraler geworden. Der Umgang innerhalb der Partei wäre so nicht nötig gewesen. Mehr auf die Wähler zu hören, anstatt sich nur von den Mitgliedern beeinflussen zu lassen, hätte geholfen. Auch wenn ich nicht mehr alles gut finde, was die CSU macht, ist ihre Regierungsbeteiligung im bayerischen Landtag aber alternativlos. Sonst würde Bayern brachliegen. Das sind doch Leute, die was arbeiten! Durch die Nähe zu Politikern kann man Dinge besser nachvollziehen und einschätzen. Wir müssen überhaupt mehr über die Leistungen unseres Landes nachdenken. Es muss uns antreiben, Visionen für ein besseres Miteinander zu haben. Nicht die Angst darf zur Triebfeder werden, sondern die Frage, wie es weitergehen kann.

In der satirisch angehauchten BR-Sendung „quer“ waren Sie zwischenzeitlich nicht mehr präsent. Was war der Grund dafür?

Krebs: Das Format, nur noch Puppen eine Stimme zu geben, hat meinen Zeitaufwand dafür nicht mehr gerechtfertigt. Wir mussten neu verhandeln. Meine Kernkompetenz liegt ja neben den Texten vor allem in der Darstellung von Personen.

Sie stellen in ihrem aktuellen Programm sehr viele, auch historische und fiktive Figuren dar. Gibt es dabei Grenzen?

Krebs: Grundsätzlich kann ich alle parodieren, die älter sind als ich, was auch eine gewisse Endlichkeit anzeigt. Bei Politikern versuche ich immer, ihre menschliche Seite zu zeigen, da ich großen Respekt vor ihren Leistungen habe.

Ihr neues Programm ist gesellschaftskritischer geworden, gerade die Charaktere Schorsch Scheberl und Martin Matschig zeigen neues Profil. Warum?

Krebs: Viele positive Rückmeldungen haben mir Mut gemacht, auch kritischere Themen anzusprechen. Es darf jedoch niemals moralinsauer werden. Auch der Austausch mit meinem Freund Django Asül, hat mich darin bestärkt.

Wie geht es bei Ihnen nun weiter?

Krebs: Ich absolviere jährlich rund 150 Auftritte in bayerischen Städten; dazu kommen zahlreiche Auftritte im Fernsehen und Hörfunk. Über neue Figuren denke ich immer nach. Außerdem lerne ich seit vier Wochen, die diatonische Ziach zu spielen. Um sie in einen Auftritt einzubauen, wird es aber bestimmt noch zwei Jahre dauern.

Wie gehen Sie mit ihrem großen Bekanntheitsgrad um?

Krebs: Erkannt zu werden, ist Teil meines Jobs und macht mir große Freude. Das ist wie eine „Gute-Laune-Bank“, in die ich was hineingebe, und die Menschen geben mir mit ihrer Freundlichkeit etwas zurück.

Wolfgang Krebs tritt am 3. April (20 Uhr) im Forum Mindelheim auf und am 22. Mai (20 Uhr) im Stadtsaal Kaufbeuren. Karten gibt es beim MZ-Ticketservice unter Telefon 08261/ 991375.

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