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Kirche

06.08.2014

Kartenspiel vor dem Altar

Eine aufrüttelnde Szene zum Thema „verpflichtend frei“ bei der Jugendbegegnung in Baumgärtle: eine kurze Schafkopfrunde im Altarraum mit Jugendlichen des Initiativkreises. Als Darsteller sind zu sehen (von links) Patrick Mattis, Matthias Egg, Andreas Bartenschlager, Magdalene Hölzle und Anna-Lena Großmann.
Bild: Josef Hölzle

„Come on Baumgärtle“ sucht seit einem halben Jahr neue Wege der Gottesdienstgestaltung. Das Konzept scheint aufzugehen

Pinnwände in der Wallfahrtskirche oder ein Kartenspiel vor dem Altar – bei der Initiative „Come on Baumgärtle“ gehört dies dazu. Unter der Obhut und leisen Regie von Pater Alois und Pfarrer Albert Leinauer aus Baumgärtle sowie von Diakon Albert Greiter vom Pfarrverband Pfaffenhausen gibt es seit einem halben Jahr diese „andere Art“ von Gottesdienst.

Zentrum dieser Begegnung von Jugendlichen und Junggebliebenen ist der Wallfahrtsort Baumgärtle. Seine Strahlkraft und hohe Bekanntheit für die kirchliche Jugendarbeit zu nutzen, ist eine der Absichten der Initiative. Ein weiteres Ziel ist es, junge Leute für Fragen der Gesellschaft und der Kirche zu interessieren und sie auch für eine Mitgestaltung zu gewinnen.

Nach einem halben Jahr und bisher sieben Jugendbegegnungen in Baumgärtle können sich die Akteure über ein überraschend gutes Echo freuen. Immerhin sind zu den „etwas anderen Gottesdiensten“ jeweils rund 80 Kinder und Jugendliche gekommen, um in lockerer Atmosphäre zu beten, zu singen und zu musizieren.

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Für den Rektor des Missionshauses in Baumgärtle, Pater Alois Schlachter, ist es ein „wertvoller Versuch“. Den jugendlichen Akteuren, die überwiegend vom Ministrantendienst her kommen, lasse man weitgehend freie Hand bei der Ausgestaltung ihrer Ideen, betonen die Geistlichen. Diese Freiheit begrüßen die Jugend-Aktionsgruppen ausdrücklich. So auch die sieben Jugendlichen, die zuletzt den Juli-Gottesdienst recht unkonventionell organisiert und ausgefüllt haben. Immerhin gab es dabei zum Einstieg sogar eine kurze Schafkopfszene im Altarraum. Mit dieser gewagten Einlage leiteten sie zum Tagesmotto „verpflichtend frei“ über und machten damit deutlich, dass hier Grenzen der Freiheit überschritten sind.

Die Schüler Christoph Möhring, Bernhard Lutz und Patrick Mattis aus Salgen und auch Matthias Egg aus Bedernau waren sich mit anderen einig, dass herkömmliche Gottesdienste die Jugend kaum mehr erreichen. Moderne Gestaltungen sprächen junge Leute eher an. So hätten in Salgen vier Freunde zu Diakon Greiter und seinem Vorschlag gesagt: „Des pack’mer, da sind wir dabei!“ Das sprach sich herum und auch andere stießen dazu.

Wichtig ist allen Aktiven jedoch die Begleitung durch die aufgeschlossenen Geistlichen der Initiative „Come on Baumgärtle“. Ihre Beratung, ihr Vertrauen und auch die gewährten Freiräume sehen die Jugendlichen als Ansporn auf der Suche nach dem Leben mit der Kirche und im Glauben.

Nun macht „Come on Baumgärtle“ eine kurze Pause. Ende September dieses Jahres geht es unter einem neuen Motto weiter. Dann hofft das Initiativteam auf weitere Mitmachende und auf eine ansteckende Jugend-Aufbruchstimmung in der Region.

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