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12.07.2010

Kirchheims Kinder lassen ihre Schule hochleben

Eine musikalische Schiffsreise rund um die Welt präsentierten die Schüler in Kirchheim. In dem lustigen Musical kamen die niedlichen Matrosinnen ebenso vor wie der farbenfrohe Drache aus dem fernen China. Fotos: Johann Stoll
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Eine musikalische Schiffsreise rund um die Welt präsentierten die Schüler in Kirchheim. In dem lustigen Musical kamen die niedlichen Matrosinnen ebenso vor wie der farbenfrohe Drache aus dem fernen China. Fotos: Johann Stoll

Kirchheim Alle haben sie mitgemacht. Die Lehrer, die wochenlange Probenarbeiten auf sich genommen haben. Die Kinder, die mit großer Begeisterung auf der Bühne der Turnhalle gesungen, gespielt, getanzt haben. Die Mamas, die für den gemütlichen Teil im Freien gebacken und ausgeschenkt haben. Und die Papas, die einfach da waren und stolz ihre Sprösslinge gefilmt haben. Kirchheim erlebte am Freitagnachmittag ein grandioses Schulfest.

Viel beklatschter Höhepunkt der Feier zum 40. Bestehen der Schule vor Hunderten von Zuschauern war ein 90-minütiges Musical, das Lehrerin Katrin Hengge mit wohl allen Kindern einstudiert hat, die diese Schule aufzubieten hat - es war eine fantasievolle Zauberreise um die Welt.

Die Kinder hievten den Anker und schipperten los mit ihrer "MS Kirchheim" - es war die Schule, die sich auf die weite Reise machte dank eines Zauberlenkrades, das sie auf dem Speicher der Schule aufgestöbert haben wollten. Über Frankreich, Spanien, Ägypten, Südafrika, die USA und China ging die Fahrt, und überall legten die Kinder Station ein mit Tanz und Gesang.

In Paris stemmten sie eine Modenschau, in Ägypten waren sie im Basar und tauchten ins Meer ab. In Afrika ging es rhythmisch zu - mit Schulleiter Anton Sonntag als Hilfstrommler. Und klar - die Vuvuzelas der WM durften nicht fehlen, zumindest als Bild an der Hallenwand.

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In China tauchte ein Riesendrache auf, der Rauch durch die Halle spuckte. In Las Vegas war es ein Elvis-Presley-Double, das begeisterte. In New York ging es auf den Broadway. Szenenapplaus gab es immer wieder für die Darbietungen der Kinder, die tapfer in dem Glutofen der Halle durchgehalten haben. Sie freuten sich sichtlich, dass ihr Spiel so gut angekommen war. Vermutlich sind die Kirchheimer Kinder an diesem Nachmittag um einige Zentimeter gewachsen.

Plötzlich war der Zauber vorbei. Ein Telefon schrillte auf der Bühne, ein Junge hob ab. Schulleiter Sonntag sei am Apparat, ließ er wissen. Dieser wolle wissen, wo denn seine Schule abgeblieben sei. Es sei doch Schulfest und Feier zum 40. Bestehen. Das gebe Ärger, wenn die Schule nicht rasch wieder zurückkomme.

Lob vom Schulrat für das engagierte Kollegium

Ärger gab es natürlich nicht an diesem Tag. Und nachsitzen musste auch niemand. Die Schule war ja auch nicht wirklich weg. Viel eher war es schon so, dass Schulleiter Sonntag übers ganze Gesicht strahlte, weil das Musical so viel Beifall gefunden hatte. Schulrat Werner Habereder hatte zuvor vom Lebensraum Schule gesprochen. Die Menschen, die an der Schule wirkten, seien wichtig. Sie sorgten dafür, dass Schule gelinge. In Kirchheim sei das Kollegium äußerst engagiert, lobte er und bekam spontan Beifall. Die Besucher konnten sich davon an diesem Nachmittag aus erster Hand überzeugen.

Kirchheims Bürgermeister Hermann Lochbronner erinnerte an die Anfänge der Schule. Er selbst gehörte 1969 zu den ersten Schülern. Kirchheim, Derndorf, Spöck, Bronnerlehe hatten sich 66/67 mit Eppishausen, Haselbach, Könghausen und Mörgen zusammengetan. Es entstand der größte Schulverband im damaligen Landkreis Mindelheim.

Am 11. September 1969 war es mit 600 Schülern losgegangen. Heute sind es noch etwa halb so viele. Schon zum Start war klar, dass der Platz nicht reicht. Ein Anbau folgte, eine Schwimm- und Sporthalle kamen hinzu. Beides hat Kirchheim mit dem Schulverband in jüngster Zeit saniert. Mehr als zwei Millionen Euro flossen so in die Schule. Die Schwimmhalle wurde von Pater Benedict übrigens an diesem Freitag gesegnet. Zur Feier gekommen waren auch die Bürgermeister Josef Kerler (Eppishausen), Johannes Ruf (Tussenhausen) sowie Altbürgermeister Erwin Habermann (Haselbach).

Lochbronner erwähnte aber auch andere Leistungen der Schule. Mittags-, Hausaufgabenbetreuung gibt es ebenso wie eine Bücherei mit 4000 Büchern. Hier können sich alle Schüler kostenlos bedienen. Ein bisschen stolz durfte er schon sein auf seine Schule, an der er rechnen und schreiben gelernt hat. In einer Ausstellung ließ die Schule die 40 Jahre in Bild und Text Revue passieren. Auf einer Liste stand auch der Name des heutigen Bürgermeisters.

Am späten Nachmittag dann noch ein weiterer Höhepunkt dieses Tages: Christian Pfister heizte allen am Schlagzeug ein.

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