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Gesundheit

23.02.2018

Konsequenzen aus Schadstoff-Funden

Grund- und Mittelschule soll eine neue Schulküche bekommen, doch vorerst liegt das Projekt auf Eis. Eine Lüftungsanlage ist beschlossen – und es gibt einen neuen Messwert

Schadstoffe in der Luft der Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule haben die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Ein Baustein dabei ist die Erneuerung der Schulküche, einer Lehrküche, nicht zu Verwechseln mit der Mensa. Doch dazu kommt es vorerst nicht.

Das Büro Brida aus Planegg hat im Sommer 2017 die Werkräume im Keller der Schule untersucht. Anlass waren aufgetretene Erkrankungen in der Lehrerschaft. Auch die etwa 40 Jahre alte Schulküche wurde dabei untersucht. Die Messwerte ergaben erhöhte Konzentrationen von Formaldehyd. „Es wird vermutet, dass dies unter anderem auch auf die verbauten Spanplatten zurückzuführen ist“, teilt die Stadt dazu mit. Der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation für Formaldehyd beträgt 100 Mikrogramm pro Kubikmeter. Ein Mikrogramm ist ein Millionstel Gramm. Gemessen wurden im Sommer 2017 nach Angaben der Stadt 209 Mikrogramm. Formaldehyd gilt als krebserregend. Zwischenzeitlich gab es eine weitere Messung im Spätherbst 2017. Nach dieser Messung liege die Formaldehydkonzentration unter dem Richtwert von 100 Mikrogramm, teilt die Stadt mit. Dies steht im Gutachten des Büros Brida, das der Stadt seit Ende Januar vorliegt. Über den Inhalt des Gutachtens wurde aber seither nichts bekannt. Bürgermeister Paul Gruschka (FW) ließ auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilen, dass er vor einer öffentlichen Erklärung zuerst die Eltern der Schüler informieren wolle.

Die Verwaltung schlägt vor, die Schulküche trotzdem zu erneuern, auch wegen des Alters von etwa 40 Jahren. Die Kosten dafür werden auf etwa 125000 Euro geschätzt. Das Geld ist im Etatentwurf bereits vorgesehen.

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Um die Planungen im März vergeben zu können, wäre allerdings ein Vorgriff auf den Haushalt nötig geworden. Der Umbau sollte dann in den Sommerferien über die Bühne gehen. Der Stadtrat genehmigte die nötigen 20000 Euro bei 14 Gegenstimmen aber nicht. „Dann geht das halt heuer nicht mehr“, stellte Bürgermeister Gruschka fest. Finanzreferentin Michaela Bahle-Schmid betonte, man habe nur wegen einiger ungeklärter Punkte dagegen gestimmt. Die Verwaltung möge die offenen Fragen prüfen und erneut darstellen. Unter anderem stießen die Planungskosten von 20000 Euro auf Kritik, etwa bei Josef Kunder (CSU) und SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel. „Ein Riesenbetrag; für was?“, fragte Ibel. „Wir sind doch nicht dafür da, ständig Planungsbüros zu füttern.“ Jürgen Thiemann (SPD) und Michaela Bahle-Schmid (CSU) warfen die Frage auf, ob die Schulküche zu Lehrzwecken überhaupt noch genutzt werde. Dies wurde seitens des Bauamtes bejaht.

Die Messungen im vergangenen Jahr haben dazu geführt, dass die Schule die Werkräume im Keller vorerst nicht mehr nutzt. Auch hat der Stadtrat beschlossen, dass eine Lüftungsanlage im Keller eingebaut wird, wie vom Gutachter empfohlen. 150000 Euro sind dafür im Haushalt vorgesehen. Die Grünen hatten im Oktober gefordert, dass der komplette Inhalt des Gutachtens öffentlich gemacht wird. Das ist bislang nicht passiert. In der Küche, den Werkräumen und im Lagereraum im Keller der Schule wurden im Sommer 2017 teils erhöhte Werte von Formaldehyd und Radon gemessen, PCB in geringeren Mengen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.02.2018

Ja mit den öffentlich machen des Gutachten haben Sie recht Herr Spritzendorfer.

Bgm. Gruschka hält wohl von Transparenz nicht so viel wie man auch an der jüngsten Eskalation mit dem Stadtrat lesen kann.

Dieses Wahlversprechen von vor 4 Jahren hat er wohl vergessen wie auch die Verpflichtung zum Wohle der Stadt!!!

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23.02.2018

Ich würde wirklich empfehlen, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Behörden hier zu mehr Transparenz zu bewegen; vor allem die erwähnten erkrankten Lehrer sollten hier auch die Unterstützung der Lehrergewerkschaft einfordern.

Infos dazu

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23.02.2018

Es ist unverständlich, warum immer wieder Gutachten - entgegen dem Umweltinformationsgesetz - von Behörden "zurückgehalten" werden; gerade bei bereits eingetretenen Erkrankungen ist es das Recht von Eltern und Lehrern, die vollständigen Prüfberichte zu erhalten.

Meist soll verhindert werden, dass die Betroffenen über Umfang der Untersuchungen (nur Formaldehyd?) und Ergebnisse umfassend aufgeklärt werden.

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