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Mindelheim

30.01.2020

Kosten steigen massiv: Kalte Dusche für die Freibadplaner

Das Mindelheimer Freibad oll noch schöner werden. Doch die Kosten für den Umbau steigen schon vor dem Beginn der Umbauarbeiten.
Bild: Schröther

Plus Die Baukosten für das Mindelheimer Freibad schnellen nach oben. Der Zuschuss vom Freistaat geht damit fast für die Mehrkosten drauf.

Wie Schnee an der Frühjahrssonne schmilzt derzeit der schöne Zuschuss des Freistaates Bayern für das Mindelheimer Freibad dahin. War die Freude noch groß unmittelbar vor Weihnachten, als die Nachricht aus München kam, Mindelheim erhalte 974.000 Euro aus einem bayerischen Sondertopf für Freibäder (hier erfahren Sie mehr darüber: Warum Mindelheim so viele Fördergelder abschöpft), kehrt derzeit Ernüchterung im Rathaus ein. Die Ausschreibungen der Arbeiten haben eines gezeigt: Das Freibad kommt den Mindelheimer Steuerzahler deutlich teurer als geplant. Hermann Schröther vom Bauamt der Stadt Mindelheim sprach von „erschreckenden Zahlen“.

Rund 90 Prozent der Arbeiten sind vergeben, und die Preise liegen im Schnitt elf Prozent über der Kalkulation. Das macht unter dem Strich ein Mehr von 692.000 Euro.

Sollten die restlichen Arbeiten ähnlich teurer ausfallen, muss Mindelheim 760.000 Euro mehr für die Sanierung des Maria-Theresia-Bades aufwenden. Die Sanierung würde dann rund 8,61 Millionen Euro kosten und nicht die veranschlagten 7,85. Die Nettosumme, die auf die Stadt zukommt, dürfte damit auf über sieben Millionen Euro steigen.

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Mindelheims Bürgermeister Winter versucht, positiv zu denken

Bürgermeister Stephan Winter versuchte, das Positive zu sehen. Er hob die Kostensicherheit hervor, die die Stadt nun habe. Die Kostensteigerung liege in einem erwartbaren Rahmen. Dabei habe die Stadt ohne Zeitdruck ausgeschrieben und die Firmen könnten sich gut auf die Arbeiten vorbereiten, die im Herbst 2020 beginnen sollen.

Hermann Schröther betreut das Projekt vonseiten der Verwaltung. Er sagte, die Stadt habe Arbeiten noch nie so detailliert ausgeschrieben. „Die Firmen wussten genau, was auf sie zukommt“. Er sei auf Firmen zugegangen und habe sie für das Projekt versucht zu begeistern – mit verhaltenem Erfolg. Die Firmen haben derzeit einfach alle Hände voll zu tun. Die Arbeiten an Umkleiden, Filterhalle, Gaststätte und Schwimmbecken könnten gut nebeneinander ausgeführt werden.

Die Mindelheimer Stadträte hatten offenbar keine Lust auf eine Diskussion über das Freibad

Den Mindelheimer Stadträten hatte diese Nachricht die Sprache verschlagen. Lust auf eine neuerliche Diskussion – auch wenige Wochen vor der Kommunalwahl – hatte erkennbar niemand. Die Kostensteigerungen sind laut Bürgermeister auch nicht so hoch ausgefallen, als dass die Stadt die Möglichkeit hätte, die Ausschreibung auszusetzen.

Diese Arbeiten für das Mindelheimer Freibad wurden vergeben:

  • Baumeisterarbeiten: Zum Zug kommt die Firma Baumeister aus Bad Wörishofen zum Angebotspreis von 1,682 Millionen Euro. Der zweitbeste Bieter lag bei 2,404 Millionen Euro. Kalkuliert worden waren diese Arbeiten vom Ingenieurbüro mit 1,416 Millionen Euro.
  • Landschaftsgärtnerische Arbeiten: Der Zuschlag geht an die Memminger Firma Hermann Kutter für 895.024 Euro. Kalkuliert worden war mit 801.000 Euro. Der zweitbeste Bieter lag um gut 27.000 Euro über dem Angebot von Kutter.
  • Wassertechnik: Hier ging der Auftrag an die Münchner Firma Atz-wanger zum Angebotspreis von 1,451 Millionen Euro. Mit 1,331 Millionen hatten die Planer gerechnet. Der zweitgünstigste Anbieter lag um rund 123.000 Euro höher.
  • Elektrotechnik: Für 568.085 Euro bekam die Firma Minck aus Marktoberdorf den Zuschlag. Der zweitbeste Bieter lag rund 7000 Euro darüber. Kalkuliert worden war mit 474.000 Euro. Damit kommt diese Ausschreibung um fast 100.000 Euro teurer.
  • Schreinerarbeiten: Von sieben eingeladenen Firmen kam nur ein Angebot zurück, das den Zuschlag bekam. Die Arbeiten führt die Firma Fendt aus Untrasried für 86.042 Euro aus. Kalkuliert war dieser Posten um rund 8000 Euro niedriger.
  • Spenglerarbeiten: Hier fiel der Zuschlag um fast 25.000 Euro höher aus als kalkuliert. Gewonnen hat die Ausschreibung die Firma Marcel Klaus aus Altensteig zum Preis von 104.864 Euro. Das Angebot des zweitbesten Bieters lag um 12.000 Euro höher.
  • Edelstahlbecken: Diese Vergabe erfolgte im nichtöffentlichen Teil. Der Grund: Eine Firma hatte eine Vergaberüge bei der Regierung von Schwaben eingereicht. Der Zuschlag an die Firma HSB in Berlin zum Preis von 1,776 Millionen Euro erfolgte laut Bürgermeister also lediglich vorbehaltlich der Prüfung durch die Vergabekammer. Kalkuliert worden war dieser Teil der Sanierung mit 1,731 Millionen Euro.

Unser Kommentar zu den massiven Kostensteigerungen: Preisschock auch hausgemacht

Mehr über die Pläne zur Freibadsanierung erfahren Sie hier:

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