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Kultur-Besuch

02.11.2017

Kubas neue Künstlergeneration

Viele Arbeitsvorgänge sind notwendig, bis ein derart abstraktes Bild wie aus der Serie „Universo Espacial“ (hier ein Ausschnitt) entsteht.
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Viele Arbeitsvorgänge sind notwendig, bis ein derart abstraktes Bild wie aus der Serie „Universo Espacial“ (hier ein Ausschnitt) entsteht.
Bild: Studio Irsula

Arian Irsula besucht die Mindelburg in Mindelheim. Der Künstler aus Havanna schafft Bilder mit einer sehr aufwändigen Methode.

Geschäftliche Bande nach Südamerika und besonders nach Kuba hat Wolfgang Burkart, Leiter des Sachon-Verlags auf der Mindelburg, im Laufe seines Berufslebens schon viele geknüpft. Eine seiner Reisen brachte ihn mit Arian Irsula, einem jungen Künstler aus Havanna, zusammen. Dieser kam nun im Rahmen einer Europareise nach Mindelheim und besuchte Wolfgang Burkart auf der Mindelburg.

Der Künstler Arian Irsula wurde am 19. Januar 1984 in Havanna geboren und ist heute einer der jungen, aber dennoch bereits wichtigsten Künstler der kubanischen zeitgenössischen Kunstszene. Diese wird im Zuge der Öffnung des Landes immer wichtiger.

Irsula fing schon mit 14 Jahren an zu malen. Seine professionelle Kompetenz erhielt er später durch eine Ausbildung an der Academia Nacional de Arte de San Alejandro sowie ein Studium an der Kunsthochschule ISAA, beide in Havanna.

Anfangs malte er die Flagge

Zu Beginn seiner Karriere malte Irsula die kubanische Flagge in verschiedenen individuellen Techniken. Flagge deshalb, da diese bei den internationalen Käufern sehr populär war und dafür sorgte, dass der Künstler schnell über ökonomische Unabhängigkeit verfügte, welche ihm dann entsprechende Freiheiten in seinem Malstil erlaubte. Heute malt er hauptsächlich abstrakte Bilder in einer aufwendigen individuellen Mixtechnik.

Zuerst trägt er dabei Farbe auf Leinwand auf. Diese trocknet anschließend in der Sonne; danach werden 50 Prozent der Farbe mit Wasserdruck weggespült. Dieser Ablauf wiederholt sich acht bis zehn Mal. Nach diesem ganzen Prozess sind Zufallsbilder auf der Leinwand entstanden, die Irsula dann zu konkretisieren versucht. Sein Grundthema ist die Erde und Materie generell. Dies drückt sich auch in der Wahl der verwendeten Farben aus, die primär ins Erdfarbene tendieren.

Irsula betreibt zusammen mit einem Partner ein Atelier in einem renovierten Kolonialhaus, zentral in der Innenstadt von Havanna. Die Besucher kommen dabei hauptsächlich aus den USA, Deutschland und Österreich. In den großzügigen Galerieräumen wird nicht nur Kunst angeboten, sondern neuerdings findet dort auch eine Kombination von Kunstvorträgen und Genießermenüs aus der eigenen Atelierküche statt, welche von den internationalen Besuchern begeistert angenommen wird.

Udo Lindenberg oder Roberto Blanco haben schon vorbeigeschaut

Wenn der Besucher Glück hat, trifft er in Irsulas Atelier auch prominente Besucher wie Udo Lindenberg oder Roberto Blanco. Die beiden Künstler hat Irsula übrigens während einer seiner zahlreichen Ausstellungen in Deutschland kennengelernt.

Die künstlerische Aktivität von Irsula beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Malerei. Gefragt sind auch seine Vorstellungen zur Innenarchitektur. So richtet der 33-Jährige auch ganze Lofts und Wohnungen ein.

Wolfgang Burkart hat sich von der Vielfalt seines Schaffens und seiner Inspiration in Havanna und auch bei mehreren Ausstellungen in Deutschland überzeugen können.

Danach gefragt, wie sich die Arbeitsbedingungen für einen Künstler auf Kuba von denen in Deutschland unterscheiden, fallen Irsula spontan zwei Themen ein: „Es ist sehr schwer, auf Kuba gute Farben und Leinwände beziehungsweise generell Material zu finden.“ Zum anderen klagt er über die auch heute noch in weiten Teilen bestehende internationale Isolation der kubanischen Künstler durch das Fehlen von Internetverbindungen. „Dies erschwert den Austausch mit internationalen Künstlerkollegen, der in anderen Ländern längst eine Selbstverständlichkeit ist.“

Dem jungen Künstler gefiel Mindelheim übrigens sehr gut. Vor allem die Mindelburg konnte ihm einige Anregungen geben, meinte er. Begeistert zeigt er sich auch von der Idylle bei der Mühle in Katzbrui, die sich am Besuchstag bei bestem Wetter präsentierte. So wird der Künstler sicher nicht das letzte Mal bei seinem Freund Wolfgang Burkart in Mindelheim vorbeigeschaut haben. Und vielleicht gibt es schon bald eine Ausstellung von Werken des jungen Künstlers in Mindelheim?

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