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Blasmusik und Kabarett

08.05.2015

Lässig aufg’spuit

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5er Blech, Quattro Poly und die Bärlauch Buaba punkten im Ramminger Gasthof Stern

„Always guat drauf“, so begrüßen die fünf „ jungen wilden Musiker“ der Gruppe „Quattro Poly“ ihre Gäste. Und dass die Besucher im Stern in Rammingen „guat drauf“ waren, dafür sorgte auch die Formation „5er Blech“ und das humoristische Dua „Bärlauch-Buaba“. Die zwei Musikgruppen boten Blasmusik auf höchstem Niveau, allerdings nicht wie bei einem Konzert, sondern locker serviert. Und die Bärlauch-Buaba aus dem Allgäu präsentierten den Allgäuer schonungslos wie er halt so isch. Das Programm unter dem Motto „Bock auf Drei“ passte und die Zuschauer blieben bis weit nach Mitternacht.

Es war ein etwas anderer Abend der Blasmusik. Da saßen keine Musiker in Tracht und schön formiert auf der Bühne, sondern da standen junge Musikanten, zwar in Lederhose, die lässig mit Herzblut aufspielten. In beiden Gruppen haben sich Vollblutmusiker, eigentlich alles Solisten, getroffen, die aber bestens harmonierten.

Den Auftakt machte die Gruppe „5er Blech“. Die Musikanten Michael Schiegg, Martin Thalmaier, Markus Peter, Christoph Steidele und Isabel Wengler stammen fast alle aus dem Unterallgäu. Michael Schiegg beherrscht nicht nur Flügelhorn und Trompete, sondern ist auch als Komponist tätig und kann als Moderator mit launigen Worten durch das Programm führen. Dabei bekommt die Perle der Gruppe, Isabel Wengler, immer wieder ihr Fett ab. Doch die zeigt sich unbeeindruckt und entlockt ihrer Trompete nicht nur herrliche Töne, sondern der liebe Gott hat sie auch noch mit einer tollen Sopranstimme ausgestattet. Gänsehautfeeling verbreitete sie mit dem Lied „Run“ bekannt durch Leona Lewis und das noch in der Originalsprache Schwedisch.

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Michael Schiegg komponierte den „Marsch der Titanen“, der den Flügelhörnern alles abverlangte, selbst. Zum Abschluss machte er mit dem Stück „Gartenfest 3.0“ noch Werbung in eigener Sache. Am 20. Juni ist die Gruppe beim Gartenfest in Mussenhausen wieder zu hören.

„Blasmusik trifft Musikkabarett“ stand auf den Plakaten. Für das Kabarett war das Duo „Bärlauch-Buba“ zuständig. Mathias Heinz und Marco Kustermann sind bodenständige Allgäuer, die aber schonungslos den Allgäuer charakterisieren. Zunächst begannen sie mit einem Loblied auf den Bärlauch, den „man mögen muss, weil er so schee schtinkt.“ Dann wurden Pfeile jenseits der Iller geschossen, denn dort seien ja die echten „Schwoba“ zuhause, die regelmäßig ins Allgäu einbrechen und den Einheimischen den Platz am Skilift wegnehmen. Und Humor ist, wenn man über sich selbst lachen kann. Da wurde die Geschichte vom Allgäuer besungen, der mit seinem Mädchen endlich auf einer Viehweide allein war, und dann in eine „Kuahpflodr“ neidappte. Aus mit dem Schäferstündchen. Die Seele des Allgäuers kam bei dem hohen Lied auf die Liebe durch. Der Besungene liebt seine Freundin, wenn auch nicht gerade schee, zum Ausgleich hat sie aber einen Bauernhof und: „Die Liebe vergeht, die 150 Hektar bleiben bestehen!“

Den Schlusspunkt setzte das Brass Ensemble „Quattro Poly“, alles begnadete Musiker aus dem Kemptener Raum. Weil hier noch nicht so bekannt, lassen wir sie selbst vorstellen: „Wir versuchen unser Publikum mit einem abwechslungsreichen wie mitreißenden Programm, bestehend aus angewandt traditioneller Blasmusik, Swing- und Jazzrhythmen, bis hin zur klassischen und zeitgenössischen Musik, zu beeindrucken.“ Wert wird dabei auf den Verzicht jeglicher elektrischer Verstärkung gelegt. Das ist zu loben, wenn man auch beim Gesang sich manchmal doch ein Mikrofon gewünscht hätte.

Doch die Musik brauchte keine Verstärker. Herauszuheben ist Florian Wolf mit der Tuba, der auch bei der „Brass Band Oberschwaben-Allgäu“ und der Stadtkapelle Kempten zu hören ist. Unglaublich was er den ganzen Abend für dominierende Töne aus einem „Ungetüm“ lockte. Die Musiker unterhielten mit einem „Namensmarathon“, jedes Lied wurde an einem Vornamen aufgehängt. Von Walzer bis Polka ging das Repertoire, wobei die Akteure miteinander blödelten, von der Bühne hüpften und einfach Spass hatten.

Nach mehreren Zugaben versammelten sich die Akteure des Abends auf der Bühne im Stern und wollten eigentlich gar nicht mehr aufhören. Ein mitreißender Abend ging dann doch aber irgendwann zu Ende.

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