1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Landwirte sauer auf Dauerparker

Bad Wörishofen

13.06.2019

Landwirte sauer auf Dauerparker

Die Schlingener Straße am südlichen Stadtrand von Bad Wörishofen.
Bild: Markus Heinrich

Nach Beschwerden von Landwirten fordern Kommunalpolitiker ein Parkverbot für die Schlingener Straße, Bad Wörishofens Polizeichef ist strikt dagegen.

Dürfen an der Schlingener Straße weiterhin Autos parken – oder verhängt die Stadt ein Parkverbot? Diese Maßnahme steht im Raum, seit jüngst im Bauausschuss über die Verkehrssituation an der auf Tempo 30 begrenzten Straße am südlichen Stadtrand gesprochen wurde. Es gebe „einen Interessenskonflikt mit der Landwirtschaft“, berichtete Bernhard Oberstaller vom Bauamt. Parkende Fahrzeuge auf der Schlingener Straße würden den landwirtschaftlichen Verkehr beeinträchtigen. „Beschwerden werden in regelmäßigen Abständen bei der Stadt vorgetragen“, so Oberstaller.

„Da muss schnellstens ein Halteverbot her“, forderte im Ausschuss Baureferent Wilfried Schreiber (FW). Auch sein Fraktionskollege Thomas Vögele sieht Handlungsbedarf. „Das ist eine Umgehungsstraße“, sagte er.

Bad Wörishofens Bürgermeister ist gegen ein sofortiges Parkverbot an der Schlingener Straße

Bürgermeister Paul Gruschka (FW) ist gegen ein sofortiges Parkverbot und zunächst für weitere Gespräche. Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier wiederum lehnt ein Parkverbot rundheraus ab. „Ich bin dagegen“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Anlass für die Debatte gab der Erweiterungsplan einer Therapieeinrichtung. Dort soll künftig Frühförderung stattfinden. Dazu sollen drei bestehende Wohnungen in Therapie- und Nebenräume umgewandelt werden. Es entstehen keine Neubauten, auch die Grund- und Geschossflächenzahlen ändern sich nicht. Gefordert sind 20 Parkplätze, diese werden auch nachgewiesen.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Das Problem seien auf der Straße parkende Autos, berichtete Oberstaller. Derzei führten die Betreiber aber Gespräche, um Grund für weitere Parkplätze an der Südseite der Schlingener Straße zu bekommen, sagte er. Dies habe die Stadt auch empfohlen. Weil es hier Bemühungen gebe, habe man auch davon abgesehen, ein Parkverbot zu verhängen. „Die Durchfahrt muss gewährleistet sein, da geht es eng zu“, sagte Oberstaller.

Keine Verbotsschilder aufzustellen, sei „schöner“, sagte dazu Grünen-Fraktionssprecherin Doris Hofer. „Vielleicht könnte man die Betreiber bitten, die Parkplätze besser zu beschildern.“ Das regte auch Baureferent Schreiber an. Dass „da etwas passieren“ müsse, forderte Thomas Vögele. Die vorhandenen Parkplätze seien zu eng und würden wohl deshalb nicht immer genutzt, sagte er sinngemäß. Es könne zudem nicht sein, dass Kunden kostenlos den gegenüberliegenden Parkplatz auf städtischen Grund nutzten. Vögele forderte, die Erweiterung zwingend mit dem neuen Parkplatz zu verbinden. „Anders geht es nicht“, findet Vögele. Auch Schreiber setzte sich dafür ein. Umgesetzt wurde der Vorschlag aber nicht. „Die geforderten Parkplätze werden ja nachgewiesen“, verdeutlichte Oberstaller. „Die Betreiber haben den zusätzlichen Bedarf aber erkannt.“ Die Stadt habe sich zwischenzeitlich in die Verhandlungen für mehr Parkplätze eingeschaltet, um ein positives Ergebnis zu erreichen. „Das Problem bleibt“, fand allerdings Jakob Trommer (FW). Auch wenn es zusätzliche Parkplätze gebe, würden immer noch Leute auf der Straße parken, weil es näher am Eingang ist. Ilse Erhard (CSU) wiederum sagte, man solle doch „froh sein, dass es sowas (Frühförderung, Anm. d. Red.) bald auch in Bad Wörishofen gibt.“ Über Parkplätze könne man später reden. „Es will ja keiner dagegen sein“, sagte Trommer dazu. „Es gibt ja genügend Stellplätze. Man muss die Leute nur zwingen, sie zu nutzen.“

Auch Bad Wörishofens Polizeichef hält nichts von einem Parkverbot an der Schlingener Straße

Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier sagte unserer Zeitung am Dienstag, er sei gegen ein Parkverbot für die Schlingener Straße. „Das ist kontraproduktiv“, findet er. Mit einem Parkverbot sorge man dafür, dass höhere Geschwindigkeiten gefahren werden. „Parkende Autos hingegen begrenzen den Verkehr auf die Geschwindigkeit, die man eigentlich wollte.“ Das sind 30 km/h für die Schlingener Straße.

Es gebe mit der Schlingener Straße „kein großes Problem“, berichtet Maier. Beim jüngsten Infostand der Polizei habe sich eine Anwohnerin der Schlingener Straße über zu viel Lärm durch landwirtschaftliche Fahrzeuge beschwert und darüber, dass oft zu schnell gefahren werde, berichtet Maier: „Geschwindigkeit ist aber immer rein subjektiv.“ Die Kontrollen im Ortsinnern übernehme die Stadt. Die Polizei kontrolliere das Tempo außerorts. „Die normale Durchfahrtsbreite muss natürlich gegeben sein, aber die Schlingener Straße ist breit genug“, sagt Maier.

In der Sitzung des Bauausschusses wurde der Bauantrag der Therapieeinrichtung am Ende einstimmig genehmigt. Bernhard Oberstaller kündigte zudem an, über die Parkplatzsituation in der nächsten Sitzung berichten zu wollen.

Lesen Sie dazu auch: Hier drückt den Bürgern der Schuh

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
P1440223.jpg
Bildergalerie

So feierten die Schützen in Westernach ihr Jubiläum

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden