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Bad Wörishofen

12.06.2019

Lange Warteliste für Häuslebauer in Bad Wörishofen

Wer in Bad Wörishofen ein Eigenheim erreichten will, muss derzeit mitunter lange auf einen Bauplatz warten.
Bild: Alexander Kaya/Symbolfoto

Plus Über 100 Bauwillige müssen sich gedulden. Nun kommt ein neues Gebiet. Dabei geht es auch um die zulässigen Dachformen.

In Bad Wörishofen wird weiter gebaut, was das Zeug hält – und der verfügbare Baugrund reicht längst nicht aus. „Für einen Bauplatz in Bad Wörishofen, Stadtgebiet, gibt es aktuell 111 Bewerbungen, für die Gartenstadt 94“. Diese Zahlen legte das Bauamt der Stadt Bad Wörishofen am Dienstag auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung vor. Eine Einschränkung gibt es: „Viele Bewerber sind an einem Baugrundstück im Stadtgebiet und der Gartenstadt interessiert und in beiden Listen geführt.“ Dennoch: Eine annähernd große Zahl von Bauplätzen hat die größte Stadt des Landkreises Unterallgäu nicht zur Verfügung. Etwas Abhilfe ist nun allerdings in Sicht. In der Gartenstadt werden neue Bauplätze entstehen, allerdings als Mischgebiet, nicht als reines Wohngebiet. Dies erklärt Bernhard Oberstaller vom Bauamt mit der unmittelbaren Nachbarschaft der neuen Plätze zur Süßwarenfabrik der Heidi Chocolat Schwermer GmbH.

Hier sollen die neuen Baugrundstücke in Bad Wörishofen entstehen

Die neuen Bauplätze werden östlich der Breitenbergstraße und nördlich der Imbergstraße entstehen, am nördlichen Ende der Gartenstadt. Man wolle damit neuen Wohnraum schaffen, aber auch Selbstständigen eine Möglichkeit geben, so Oberstaller. Nach der vorliegenden Planung ist Platz für drei Mehrfamilienhäuser an der Südseite und etwa fünf Einzel- oder Doppelhäuser. An der Südseite sollen Mietwohnungen entstehen. „Der Eingriff in die Natur“, so Oberstaller, soll mit Flächen aus dem Ökokonto des ehemaligen Wildgeheges bei Kirchdorf ausgeglichen werden. Entlang der Breitenbergstraße soll es zudem einen 8,5 Meter breiten Grünstreifen geben, der nicht bebaut werden darf. So will die Stadt einen „angemessen breiten Straßenraum am nördlichen Eingang der Gartenstadt“ bilden. Die Breitenbergstraße mündet direkt in die Bad Wörishofer Umgehungsstraße. Der Lärmschutz sei zwischenzeitlich vom Landratsamt geprüft worden, berichtete Oberstaller dem Bauausschuss des Stadtrates. Die Grenzwerte würden nicht überschritten.

So soll das neue Baugebiet im Norden der Gartenstadt aussehen.
Bild: Stadt Bad Wörishofen

Im Ausschuss kam es zu einer Diskussion darüber, ob Reihenhäuser in dem Gebiet möglich sein sollen. Die Anregung von Baureferent Wilfried Schreiber (FW) wurde mit 7:6 Stimmen abgelehnt. Grünen–Fraktionssprecherin Doris Hofer forderte zudem, bei den Dachformen in dem Gebiet keine Ausnahmen zuzulassen. „Scheußlich“ nannte sie das, was in den Neubaugebieten der jüngeren Vergangenheit entstanden sei. „Von oben zeigen sich Keimzellen mit Würfeln“, kritisierte Hofer.

Was soll erlaubt sein, was verboten?

Gegen eine Beschränkung sprach sich Ilse Erhard (CSU). „Wer ist denn so oft in der Luft“, sagte sie zu Hofers Kritik. „Ich wäre froh, wenn wir hier Familien ansiedeln könnten“, sagte die Sozialreferentin des Stadtrates. Auch Zweiter Bürgermeister und CSU-Fraktionssprecher Stefan Welzel wollte weitere Verzögerungen vermeiden. „Wir sollten dabei bleiben und schauen, dass wir zügig weiterkommen“, sagte er. Man sei auf dem richtigen Weg. Der Planentwurf sieht nun vor, dass die Gebäude Satteldächer erhalten sollen, ausnahmsweise können aber auch Walmdächer zugelassen werden. Gebaut werden dürfen Häuser mit zwei Vollgeschoßen. Bei einer Gegenstimme genehmigte der Ausschuss den Entwurf des Bebauungsplanes. Bis dort Häuser entstehen können, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Zunächst muss der Plan öffentlich ausgelegt werden, damit Einwände vorgebracht werden können. Diese müssen dann abgewogen und gegebenenfalls eingearbeitet werden. Erst dann kann der Bebauungsplan beschlossen werden.

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