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Spatenstich

29.07.2017

Leben im Alter, mitten im Leben

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So soll die Wohnanlage auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades an der Kaufbeurer Straße später einmal aussehen. Schon im Mai 2019 sollen die ersten Hausbewohner einziehen, entsprechende Anfragen von Interessenten gibt es bereits.

Auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades an der Kaufbeurer Straße errichten die Bauunternehmung Glass und die Johanniter-Unfall-Hilfe das „Johanniter-Komfortwohnen“ mit 68 seniorengerechten Wohnungen

 Die Kurstadt soll um ein weiteres Alleinstellungsmerkmal reicher werden: Gestern wurde mit einem symbolischen Spatenstich der offizielle Startschuss für eines der größten – und auch umstrittensten – Bauprojekte gegeben. Auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades an der Kaufbeurer Straße wird eine Wohnanlage mit 68 seniorengerechten Wohneinheiten aus dem Boden gestampft. Die ersten Hausbewohner sollen schon im Mai 2019 einziehen können.

Das jetzt 68 Wohneinheiten umfassende Gebäude soll im Erdgeschoss über Räumlichkeiten für die Tagespflege, Therapiemöglichkeiten als auch der Verwaltung verfügen; als Wohnraum selbst sind sieben Drei-Zimmer-Appartements, 20 Zwei-Zimmer-, sowie 41 Ein-Zimmer-Appartements geplant. Diese Wohneinheiten zusammengelegt bzw. getrennt werden, um bedarfsgerecht angeboten werden zu können. Im Erdgeschoss werden eine Tagespflege und der Johanniter-Pflegedienst einziehen

Das Projekt „Bella Vista“ ist für die ausführende Baufirma, die Glass GmbH Bauunternehmung, ein weiterer Meilenstein und nach dem Parkhotel „Villa Belvedere“, dem Viktoria-Hotel „Victoria Terrassen“ und dem Park Palais am Schwesternwohnheim/Kneippianum bereits das vierte Projekt in Bad Wörishofen, bei dem sein Unternehmen „aus leer stehenden Ruinen ansprechende Gebäude errichtet haben“, betonte Firmenchef Dieter Glass gegenüber der Mindelheimer Zeitung.

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Der Kontakt zwischen der Bauunternehmung Glass und der Johanniter-Unfall-Hilfe kam durch Bürgermeister Paul Gruschka zustande, wie der bei seinem Grußwort anmerkte. Viele Varianten seien durchgespielt worden, ehe die endgültige Planung erarbeitet worden sei: „Wir werden hier etwas Großes bewegen“, freut sich Gruschka auf die „neuen Perspektiven“, die durch das neue Wohnprojekt für Bad Wörishofen entstehen sollen: „Bad Wörishofen wird durch dieses Projekt reicher“, ist Gruschka überzeugt, dass dieses auch im Stadtrat lange Zeit heftig umstrittene Projekt nun auf dem richtigen Weg ist.

Um dies zu garantieren, wurde der renommierte Experte für Pädagogik und. Sozialarbeit, Prof. Dr. Hubert Oppl von der S.I.C. Sozialimmobilien Consulting GmbH Wiggensbach ins Boot geholt, um ein Konzept für das Projekt zu erarbeiten, das keine Überraschungen erlaubt. Oppl machte beim Spatenstich in einer launigen, aber sehr unterhaltsamen Ansprache deutlich, wie punktgenau diese hier gewählte Wohnform in die Bedürfnisse der künftigen Hausbewohner passen werde.

Denn längst sei bekannt, dass gerade die Generation 60plus sich konkrete Gedanken darüber mache, wie und wo sie ihren Lebensabend verbringen will: Auf Dauer selbst bestimmt, dafür aber mit dem nötigen Komfort und einem Dienstleister vor Ort, der auch für die medizinische Versorgung garantiert – das sei seniorengerechtes Wohnen in der Zukunft. Passe dies alles zusammen, dann lassen sich das mögliche Interessenten auch etwas kosten, weiß Oppel. „Leben im Alter heißt auch: so viel Selbstständigkeit wie möglich und so viel Unterstützung wie nötig. Und das alles mitten in der Stadt, also mitten im Leben.“

Das neue Pflegestärkungsgesetz habe die Rahmenbedingungen geschaffen, um die Nachfrage nach Tagespflege stark steigen zu lassen.

Angesichts der wachsenden Nachfrage werde das Projekt „Johanniter-Komfortwohnen“ – das erste vergleichbare Projekt in Schwaben – zu einem „Leuchtturm“ für Bad Wörishofen und weit darüber hinaus werden, versprach Oppel: „Mitten in der Stadt erfüllt dieser exzellente Standort alle Anforderungen“, ist der Professor begeistert. Markus Adler vom Regionalvorstand der Johanniter und Jürgen Wernat vom Landesvorstand freuten sich mit ihm über die sich bietende Gelegenheit für die Johanniter, auf die großen Veränderung der Pflegelandschaft zu regieren. In Bad Wörishofen gibt es derzeit 157 vollstationäre Pflegeplätze, 37 Plätze für betreutes Wohnen und fünf Anbieter ambulanter Dienste. Eine Kurzzeitpflege ist nicht vorhanden, die erste Tagespflegeeinrichtung der Stadt mit zwölf bis 15 Plätzen ist in Bau.

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