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Hausen

05.12.2019

Mann bei Unfall gestorben: War es ein illegales Autorennen?

Auf der B16 auf Höhe Hausen hat sich im März 2019 ein tödlicher Unfall ereignet.
Bild: Thorsten Bringezu

Plus Bei einem tragischen Verkehrsunfall nahe Hausen ist ein Mann von einem Brett durchbohrt worden und gestorben. Nun wird sein Arbeitskollege angeklagt.

Es war ein Unfall, der nicht nur das Unterallgäu erschütterte: Ende März dieses Jahres fuhr ein Auto auf der B 16 von Mindelheim kommend in Richtung Hausen (Hier geht es zum damaligen Artikel: Zaunpfahl durchbohrt Scheibe: Autofahrer stirbt auf der B16). Gegen 6.20 Uhr kam der Wagen von der Fahrbahn ab, fuhr eine längere Strecke im Graben und beschädigte dabei einen Bretterzaun. Eines der Bretter wurde hochgeschleudert und durchbohrte die Windschutzscheibe. Drei Insassen blieben unverletzt, der 35-Jährige am Steuer starb. Nun gibt es eine Wende dem Fall.

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Zunächst war die Polizei von einem unglücklichen Zufall ausgegangen. Doch am kommenden Donnerstag wird der Fall vor dem Amtsgericht Memmingen verhandelt. Auf der Anklagebank sitzt ein Arbeitskollege des Toten.

Die beiden Männer sollen sich vor dem Unfall ein Autorennen geliefert haben

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Männer nach ihrem Schichtende am frühen Morgen nach Hause fuhren und sich dabei ein Rennen lieferten. Demnach versuchte das spätere Opfer mehrfach, seinen 22-jährigen Bekannten zu überholen. Dieser jedoch beschleunigte jeweils und zog nach links, um den anderen Fahrer auszubremsen und ihn am Überholen zu hindern – so die Theorie der Staatsanwaltschaft.

Mann bei Unfall gestorben: War es ein illegales Autorennen?

Bei einer Geschwindigkeit von über 120 Stundenkilometern, als sich der silberne VW des 35-Jährigen bereits auf Höhe des 22-Jährigen befand, kam es schließlich zu einer Kollision zwischen beiden Fahrzeugen, heißt es in der Anklage. Der 35-Jährige kam von der Straße ab und starb nur wenig später, noch an der Unfallstelle. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war keines der Fahrzeuge getunt.

Der Arbeitskollege des Toten sitzt seit April in Untersuchungshaft

Der 22-jährige Unfallverursacher sitzt seit 12. April in Untersuchungshaft und ist nun wegen fahrlässiger Tötung und der „Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge“ angeklagt. Der Strafrahmen allein für letzteres liegt zwischen einem und zehn Jahren. Doch dem Mann werden noch weitere Vergehen vorgeworfen: So soll er ohne gültigen Führerschein gefahren und nach dem Unfall geflüchtet sein, ohne sich um seine verunglückten Arbeitskollegen zu kümmern.

Wie der Direktor des Amtsgerichts Reiner Egger auf MZ-Nachfrage mitteilt, sind für den Prozess mehrere Gutachten und fünf Zeugen vorgesehen. Darunter sind auch die Mitfahrer des Unfallopfers. Ihre Aussage führte wohl dazu, dass der 22-Jährige nun vor Gericht steht. Er gab in den Vernehmungen bislang an, er sei „ganz normal“ gefahren und habe den Überholversuch seines Bekannten schlichtweg nicht wahrgenommen.

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