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Markt Wald

09.07.2020

Markt Wald will heuer ohne neue Schulden auskommen

In der Sitzung trat Bürgermeister Peter Wachler Gerüchten entgegen, wonach die Gemeinde beabsichtige, den Steg am Schnerzhofer Weiher abzubauen. „Der Steg bleibt“, sagte er. Allerdings werde man sich in den kommenden Jahren über die Sicherheit an dem öffentliche Badeweihen Gedanken machen müssen.
Bild: Unfried

Plus Der Breitbandausbau wird 2,3 Millionen Euro kosten. Auch die Kommune muss sich daran beteiligen.

Aufgrund der aktuellen Pandemie seien die Einnahmen sehr vorsichtig geschätzt worden, schreibt Geschäftsführer Herbert Egger in seinem Vorbericht zum diesjährigen Haushaltsplan der Gemeinde Markt Wald. Dennoch erreicht der Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben vier Millionen Euro und der Vermögenshaushalt 2,1 Millionen Euro. Neue Kredite, und darauf war Bürgermeister Peter Wachler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates sichtlich stolz, seien nicht vorgesehen.

Wegen Corona: Ungewissheit bei Gewerbe- und Einkommenssteuer

Wie auch in anderen Gemeinden stehen hinter den Einnahmen, besonders bei der Gewerbesteuer und dem Anteil an der Einkommenssteuer, coronabedingt Fragezeichen. Deshalb sei man auf der Ausgabenseite vorsichtig zu Werke gegangen und nur das in den Haushalt aufgenommen worden, was unbedingt notwendig sei, so Egger.

Der Bürgermeister verwies darauf, dass der Verwaltungshaushalt 2019 ebenfalls bei vier Millionen gelegen und die Gemeinde einen Überschuss von 548.000 Euro erwirtschaftet habe. Er rechnet damit, auch in diesem Jahr einen Überschuss zu erzielen und dem Vermögenshaushalt 661.000 Euro zuführen zu können.

Haupteinnahmequellen sind laut Egger der Anteil an der Einkommenssteuer, die mit 1,2 Millionen Euro angesetzt wurde. Halbiert habe man den Ansatz für die Gewerbesteuer: Statt der erwarteten 600.000 Euro stehen nun wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nur 300.000 Euro im Haushalt. Grundsteuer A und B spülen 45.000 beziehungsweise 185.000 Euro in die Kasse. Vom Freistaat werden Schlüsselzuweisungen in Höhe von 735.000 Euro erwartet. Ein weiterer Posten auf der Habenseite ist die Beteiligung an der Umsatzsteuer, die mit 50.000 Euro eingeplant ist.

Fast eine Millionen Euro Kreisumlage muss Markt Wald zahlen

Dem stehen natürlich auch Ausgaben gegenüber. Die Kreisumlage ist dabei mit 900.00 Euro der größte Brocken. Für den voll ausgelasteten Kindergarten muss die Gemeinde Egger zufolge 477.000 Euro bereitstellen. Nach Abzug der Zuschüsse verbleiben bei der Gemeinde Kosten in Höhe von 180.000 Euro. Er kündigte zudem an, dass sich die Kosten für die Kläranlage nicht zuletzt wegen der Entsorgung des Klärschlamms erhöhen werden. Bei der Abwasserbeseitigung rechne man deshalb mit einem Defizit in Höhe von 216.000 Euro. Durch Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Tussenhausen gebe es noch Einsparpotenzial.

Der Geschäftsführer wies in seinen Ausführungen auf die rege Bautätigkeit der Gemeinde in den vergangenen Jahren hin. Die Ortsstraßen in Steinekirch und Schnerzhofen seien für 1,2 Millionen erneuert worden. In Schnerzhofen werde die marode Straßenentwässerung saniert.

Als wichtiges Zukunftsprojekt nannten Egger und Wachler das Projekt Gas und Glas, dass die Gemeinde 2019 in Kooperation mit Erdgas Schwaben begonnen hat. In diesem Jahr würden die Arbeiten in den Ortsteilen Oberneufnach, Bürgle und Anhofen fortgesetzt. Die Ortsteile Steinekirch und Schnerzhofen hätten bereits im Zuge der Dorferneuerung das Breitband ohne Gas erhalten. Auch Markt Wald erhalte das begehrte Breitband. Von 2020 bis 2022 seien hier Investitionen in Höhe von 2,3 Millionen vorgesehen, wobei die Gemeinde 470.000 Euro finanzieren müsse.

Investitionen bei der Feuerwehr Markt Wald stehen an

Weiter dürfe man den Hochwasserschutz nicht vernachlässigen. Im Bereich Oberneufnach stünden verschiedene Maßnahmen an. Dabei gehe es auch um ein Regenrückhaltebecken.

Und auch an den Dauerbrenner Feuerwehrhaus habe man gedacht. Derzeit werde an einem Feuerwehrbedarfsplan gearbeitet. Im Haushalt stünden ab 2021 bis 2023 für ein neues Feuerwehrhaus eine Million Euro bereit. Zum Jahresbeginn hatte die Gemeinde 2,7 Million Schulden. Der Schuldenstand konnte in den letzten Jahren kontinuierlich nach unten gefahren werden. Auf der anderen Seite, so der Kämmerer, habe die Gemeinde auch Vermögen, etwa das Gewerbegebiet an der Ziegelei mit 20.000 Quadratmetern, auf dem sich derzeit eine Fotovoltaik-Anlage befinde. Weiter habe die Gemeinde noch Flächen als Bauerwartungsland erworben, die Gaststätte Adler gehöre ebenfalls der Kommune und außerdem seien zahlreiche Grundstücke, die verpachtet wurden, im Besitz der Gemeinde.

Der Haushalt wurde einstimmig verabschiedet. Lediglich über die Feuerwehrschutzanzüge, für die 30.000 Euro im Haushalt eingeplant sind, wurde länger diskutiert.

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