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Brauchtum

13.11.2019

Mit 66 Paaren, da fängt das (Narren-)Leben an

Widerstand zwecklos. Türkheims Bürgermeister Christian Kähler (ganz rechts) wurde von den Wertachfunken bis Aschermittwoch abgesetzt und musste den Schlüssel des Rathauses an Prinzessin Sabrina Schneider und Prinz Alexander Sirch (2. und 3. von rechts) rausrücken. Bei der Minigarde regieren Prinzessin Marina Reiter und Prinz Henri Bahner (ganz links). Daneben die Regenten der Juniorgarde, Sarina Karl und Pius Baur.

Mit dem Rathaussturm hat wieder die närrische Jahreszeit begonnen

Die Narren sind wieder an der Macht. Pünktlich zu Beginn der „fünften Jahreszeit“ starteten die Wertachfunken in ihre 25. Saison. Wie gewohnt stürmten sie am 11. November pünktlich um 18.18 Uhr das Rathaus, forderten Bürgermeister Christian Kähler zum Abdanken auf und zwangen ihn zur Herausgabe des Rathausschlüssels.

Kähler leistete keinerlei Widerstand, sah seine Entmachtung recht gelassen und sparte an seinem „vorläufig letzten Arbeitstag“ nicht mit Komplimenten für die Jecken. Dabei erinnerte er die Wertachfunken an ihre ureigenste Aufgabe, in der Faschingshochburg Türkheim und Umgebung Frohsinn zu verbreiten.

Das Spektakel der närrischen Machtergreifung im Foyer des ehemaligen herzoglichen Schlosses verfolgte mit einer kleinen Abordnung der Narrenzunft „Sieben Schwaben“ auch viel gut gelauntes Volk, unter das sich auch die Mitglieder des anno 2016 gegründeten Faschingsvereins „Oberer Bahnhof“ mit ihrem Präsidenten Tom Vogelsang mischten. Ihr Schlachtruf „Weg vom Gleis und Schranke ra - Türkheim Bahnhof ist da“ war ebenso wenig zu überhören, wie das „Türkheim Helau“ der Wertachfunken.

Die Hochrufe galten vor allem den drei neuen Prinzenpaaren, die von Jana Schöffel, Andreas Milantzkis und Lukas Sirch, den Hofmarschällen der Garden nach strengem Reglement vorgestellt wurden.

Für die Minigarde regieren bis Aschermittwoch: Prinzessin Marina I. (Reiter) und Prinz Henri I. (Bahner). Für die Juniorgarde bestiegen Prinzessin Sarina I. (Karl) und Prinz Pius I. (Baur) den Narrenthron. Bei der großen Faschingsgarde - ihre Namen wurden lange geheim gehalten - halten Hof: Prinzessin Sabrina II. (Schneider) und Prinz Alexander I. (Sirch). In ihren Regierungserklärungen trumpften die drei neuen Regenten mächtig auf. „Wir werden euch durch die Bälle rocken und euch ständig zum Tanzen locken“, kündigte Prinz Alexander I. an. Der Maurermeister zog für seine „Liebste“ noch einmal die Tanzschuhe an. Auch das Mini-Prinzenpaar war nicht auf den Mund gefallen. „Gemeinsam tanzen wir wie der Lump am Stecken, ihr werdet euch noch wundern ihr Jecken“ gaben sie zum Besten.

Wie bei närrischen Veranstaltungen üblich, regnete es Orden für frisch gebackene Gardemädels und Elferräte, bevor man beim kleinen Jubiläum der Wertachfunken auf die Kampagne 2019/20 mit einem Gläschen Sekt anstieß. Christian Brem und Christoph Mayer, die beiden Präsidenten, nahm das fröhliche Treiben zum Anlass, um die wichtigsten Kapitel in der Geschichte der Wertachfunken aufzuschlagen. Alles begann in den Jahren 1995/96 mit einem Prinzenpaar und 15 Gardinchen.

In all den Jahren hieß es „Bühne frei“ für 66 Prinzenpaare, sechs Ehrenpräsidenten und 400 aktive Narren. Und worauf die Wertachfunken besonders stolz sind. Auf ihren Bällen schwangen mehr als 30.000 Gäste ihr Tanzbein. Das nährt bei den Wertachfunken die Hoffnung, dass auch der Krönungsball am 11. Januar in der Turnhalle des Joseph-Bernhart-Gymnasiums wieder gut besucht wird. Die beiden „Frontmänner“ Brem und Mayer glauben jedenfalls fest daran und bedankten sich schon mal bei dem „uns stets wohlgesonnenen Publikum“ sowie allen Sponsoren und Gönnern.

Mehr Fotos vom Rathaussturm in Türkheim unter www.mindelheimer-zeitung.de

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