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Marktrat

09.12.2020

Pannenserie in Türkheim: TelNet entschuldigt sich

Gudrun Kissinger-Schneider (Grüne)
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Gudrun Kissinger-Schneider (Grüne)

Mängel sollen bis zum Frühjahr abgearbeitet werden. Dann soll auch das schnelle Internet funktionieren

„Unzufrieden“ waren Bürgermeister, Marktrat und viele Bürger der Marktgemeinde über die Verlegung des Breitbandkabels durch die Firma TelNet. Dabei fielen auch noch deutlichere Worte. Bürgermeister Christian Kähler lud deshalb zur jüngsten Marktratssitzung die Spitze des Unternehmens, um endlich Fortschritte einzuleiten. TelNet-Geschäftsführer Johannes Steppberger entschuldigte sich auch, verwies aber darauf, dass für die Bauarbeiten Subunternehmen zuständig seien und versprach im ersten Vierteljahr des kommenden Jahres Abhilfe. Es sollen zügig alle Bauschäden beseitigt werden und für kurze Wege sollen regelmäßige Sprechstunden und ein Ansprechpartner sorgen.

Die TelNet ist ein Tochterunternehmen der LEW, so Steppberger und seit 20 Jahren im Telekommunikationsgeschäft. Bisher habe man 249 Breitbandprojekte umgesetzt. Ziel sei es, schnelles Internet mithilfe von Glasfaser für Unternehmen, Haushalte und Behörden zur Verfügung zu stellen. Er erinnerte daran, dass bisher mit Kupferkabeln gearbeitet wurde.

Und ein weiteres Problem sei, dass Glasfaser nur bis zu den Kabelverzweigern gelegt wurde. Dadurch seien Datenübertragungen nur bis 50 Mbit/Sekunde möglich gewesen. Deshalb müsse man Glasfaser bis ins Haus verlegen, um die Übertragungskapazität von ein Gbit/s zu erreichen. TelNet habe mit der Erschließung der Ortsteile Türkheim und Irsingen 2019 begonnen.

Soweit die positiven Seiten. Steppberger sprach auch unumwunden an, was nicht so gut gelaufen ist. Die ausführenden Baufirmen hätten zum Teil Schäden verursacht, für die Regulierung seien die Bauunternehmen verantwortlich. Es gab unakzeptable Vorkommnisse, meinte Steppberger weiter. TelNet habe aber die Reißleine und folgende Konsequenzen gezogen:

Seit Juli 2020 sei die Baufirma mit mehr Teams unterwegs. Erste Erfolge: Die Arbeiten würden schneller vorangehen. Dies gelte für die Instandsetzung der Gehwege.

Schäden, welche zulasten der Baufirma gehen, würden aufgenommen und beseitigt. Dafür stehe TelNet ein.

Man habe engen Kontakt zum Markt, dem Bürgermeister und dem Marktbaumeister gesucht.

Um den direkten Kontakt mit den Hausbesitzern herzustellen, gehe es eine vierzehntägige Bürgersprechstunde von 17 bis 18 Uhr in den Räumen der Zimmerei Böck in der Angerstraße. Die erste findet am Dienstag, 15. Dezember, statt.

Des Weiteren wurde mit Florian Eisenbarth ein Ansprechpartner vor Ort abgestellt, der sich um die Abwicklung der Schäden kümmern wird.

Und Steppberger verwies darauf, dass noch bis Jahresende der sehr günstige Anschlusspreis gelte, rund ein Fünftel des späteren Preises. Abschließend bat er nochmals um Entschuldigung, aber bei Projekten dieser Größenordnung laufe nicht immer alles optimal.

Zum Thema Anschlusskosten warb Marktbaumeister Christian Schinnagel wie Marktrat Josef Vogel (Freie) um eine Verlängerung des Angebots, da einige Hausbesitzer erst später angeschlossen werden können. Und der Marktbaumeister wurde noch deutlicher. Man könne die Misslichkeiten nicht alleine auf die Bauunternehmen abschieben, Auftraggeber für den Markt sei die Firma TelNet. Er habe bisher mit vier verschiedenen Projektleitern zusammen gearbeitet.

In der Folge drehte sich die Diskussion um eventuelle Spätfolgen, und wer dafür aufkommen müsse? Steppberger betonte, dass es wichtig sei, alle Mängel anzusprechen und aufzulisten. Er erinnerte weiter daran, dass es noch keine Bauabnahme gegeben habe. Da fielen den Markträten gleich einige ein, zum Beispiel, dass die Kabel nicht tief genug gelegt worden seien.

Durch die mangelhaften Ausführungen seien der Gemeinde doch erhebliche Kosten und Mehrarbeit entstanden. Das Bauamt habe alle Hände voll zu tun gehabt, meinte Dritte Bürgermeisterin Gudrun Kissinger-Schneider (Grüne).

Und sie ließ durchblicken, dass es mit einer Entschuldigung nicht getan sei, sondern sie denke an eine Entschädigung.

Da wurde Steppberger dann doch „unverbindlicher“. Sein Unternehmen biete Türkheim eine zukunftsweisende und günstige Versorgung mit Highspeed Internet. Die Arbeiten würden bis April kommenden Jahres inklusive Beseitigung der Mängel ausgeführt.

Bürgermeister Kähler glättete die Wogen und stellte fest, dass die Verwaltung einen großen Mehraufwand hatte. Er könne sich vorstellen, dass es einige Dinge gebe, wo TelNet der Gemeinde ohne großes Aufheben entgegenkommen könne.

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