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Türkheim

30.08.2019

Raser-Bremsen: Kaum aufgestellt, schon in der Kritik

Seit Mittwoch stehen die mobilen „Raser-Bremsen“ in der Ramminger Straße – probeweise für einige Monate. Dann will der Gemeinderat die so gewonnenen Erfahrungen sammeln und neu entscheiden.
Bild: Alf Geiger

Seit Mittwoch stehen probeweise „Mobile Fahrbahnverengungen“ in der Ramminger Straße. Das schmeckt freilich nicht allen.

Es ist ein kommunalpolitischer Dauerbrenner: Raser in der Ramminger Straße. Viel zu schnell donnerten hier Autos, Lkw und landwirtschaftliche Gespanne durch, die Anlieger klagten seit Jahren über die Gefahren vor allem für Kinder, aber auch über Lärm und Dreck durch die Raser. Das Problem ist in Türkheim – wie in vielen anderen Gemeinden – weit verbreitet: Nicht nur in der Ramminger Straße wird zu schnell gefahren, auch in der Tussenhauser Straße klagen Anwohner über den Verkehr, genauso wie in der Uferstraße, der Augsburger Straße, der Hochstraße und anderen Straßen.

Die "Raser-Bremsen" sollen die Verkehrsteilnehmer in Türkheim dazu bringen, den Fuß vom Gas zu nehmen

Im Gemeinderat wurden mehrere Möglichkeiten durchgesprochen, zuletzt einigte man sich auf sogenannte „Mobile Fahrbahnverengungen“, die mit entsprechendem Abstand von jeweils 50 Metern links und rechts auf der Straße aufgestellt werden und so die Verkehrsteilnehmer dazu bringen sollen, den Fuß vom Gas zu nehmen.

Nun wurden die „Mobilen Fahrbahnverengungen“ in der Ramminger Straße aufgestellt – probeweise, wie Bürgermeister Christian Kähler auf Anfrage der MZ betonte – und schon hagelt es Kritik. Bei unserer zeitung meldeten sich gleich mehrere „Betroffene“, die sich heftig über die neuen „Raser-Bremsen“ aufregten: „Das ist zuviel des Guten“, wetterte ein Türkheimer, der zwar Verständnis für den Versuch habe, den Verkehr einzubremsen, aber: „Doch nicht gleich so“.

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Raser sind in Türkheim ein kommunalpolitischer Dauerbrenner Der Verkehr macht die Türkheimer rasend

Ein anderer meinte, dass diese abwechselnd links und rechts in die Straße ragenden Raser-Bremsen sogar eine Gefahr darstellen würden: „Wenn da mal einer bei Gegenverkehr nicht rechtzeitig bremst, dann kracht es gewaltig“, so seine Einschätzung. Gerade für Lkw-Fahrer sei diese „Zick-Zack-Fahrt“ eine Zumutung, genauso wie für Landwirte mit größeren Gespannen.

Schon einige Jahre treibt das Thema Gemeinderat und Verwaltung um. Zwar hatten die Mitte 2017 eingeführten Veränderungen Verbesserungen gebracht – so wurde etwa das Ortsschild versetzt, um den Verkehr damit früher auf Tempo 50 drosseln zu können – erledigt hätte sich die Thematik damit jedoch nicht, so Kähler bei der (vorerst) letzten Debatte zu diesem Thema im Juni im Marktrat. Denn, so Kähler: Noch immer werde zu schnell über die Einfahrtsstraßen in den Ort gefahren.

Messungen allein in der Ramminger Straße hätten rund 22 Prozent Tempoüberschreitungen ergeben. Zwar deutlich niedriger, als vor der Einführung digitaler Tempoanzeiger, aber zufrieden könne man mit diesem Wert immer noch nicht sein, fasste Kähler zusammen. Bereits Mitte 2017 hatte das Gremium über Maßnahmen diskutiert, die Geschwindigkeit an den Einfahrtsstraßen in den Griff zu bekommen.

Wenn die "Mobilen Fahrbahnverengungen" in Türkheim nicht funktionieren, dann sind sie auch schnell wieder abgebaut

Und schon damals hatte man in Erwägung gezogen, etwa durch Bremsschwellen an den Ortseingängen das Verkehrstempo zu drosseln. Auch bei den Bürgerversammlungen der vergangenen Jahre war das Thema „Raser“ immer wieder präsent.

Am Mittwoch wurden nun die Raser-Bremsen in der Ramminger Straße aufgestellt – nach einer Testphase von „einigen Monaten“ will die Gemeinde dann entscheiden, ob dies die richtige Maßnahme ist, um den Verkehr zu bremsen, so Bürgermeister Kähler. Nur in der Ramminger Straße, weil dies eine Gemeindestraße und damit im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Türkheim sei. Die Tussenhauser Straße ist eine Kreisstraße: „Da haben wir keinen Zugriff“, so Kähler.

Nun soll genau beobachtet werden, ob der Verkehr so tatsächlich gebremst werden kann. Unbedingt vermeiden will die Gemeinde auch, dass der Verkehr durch die „Mobilen Fahrbahnverengungen“ in andere Zufahrtsstraßen, in diesem Fall vor allem auf die Tussenhauser Straße, verlagert wird. Deshalb, so Kähler, sind die Raser-Bremsen ja auch ganz bewusst „Mobil“ – so können sie schnell und unkompliziert wieder abgebaut werden, sollte sich auch diese Maßnahme als nicht praktikabel erweisen.

Dazu hat unser Autor eine klare Meinung: Wenn’s freiwillig nicht klappt...

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