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Mindelheim

28.02.2019

Rathaussturm: Ahoi im Rathaus von Mindlhoi

Meuterei auf den Rathausschiff. Bürgermeister Stephan Winter als Seeräuber zwang seinen Widersacher Roland Ahne zu Boden.
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Meuterei auf den Rathausschiff. Bürgermeister Stephan Winter als Seeräuber zwang seinen Widersacher Roland Ahne zu Boden.

Plus Zehn hinterlistige Aufgaben stellte der Durahaufa an die Stadt Mindelheim. Bürgermeister Stephan Winter stolpert über ein kleines Wort.

Es ist wie der Kampf gegen die Windmühlen. Alljährlich am Gumpigen stellt der Durahaufa den Rathausmitarbeitern zehn Aufgaben. Die Stadt präpariert sich und versucht, den angedrohten Rathaussturm abzuwenden. So auch in diesem Jahr. Aber es half alles nichts, auch wenn sich Bürgermeister Stephan Winter passend zum Thema „Zauber des Ozeans“ in das Kostüm eines Seeräubers geworfen hatte. Er stolperte letztlich über ein kleines Wort. Zunftmeister Bernhard Preschl hatte nämlich verlangt, dass der Bürgermeister bei seinen Reden vor jeden Satz das Wörtchen „Ahoi“ setzen müsse. Bei ein paar Fangfragen patzte er. Am Ende siegten also wie immer die Narren.

Aber von vorn: Im und am Meer waren die Aufgaben angesiedelt. Und wie kommt im Meer am schnellsten vorwärts? Natürlich mit einem U-Boot. Und dies sollte auch noch seetüchtig sein. Der Bauhof war gefordert und präsentierte ein U-Boot ähnliches Gefährt, Gott sei dank musste es nicht in die Tiefe des Ozeans. Aber der Punkt ging mit Wohlwollen an die Stadt.

Die Besetzung von "Arielle, die Meerjungfrau" war auf dem Mindelheimer Marienplatz zu sehen

Bunt wurde es dann am Marienplatz. Der Zunftmeister wollte die Besetzung des Disney-Klassikers „Arielle, die Meerjungfrau“ sehen. Und tatsächlich, es erschienen König Triton, Fabius der Fisch, Sebastian die Krabbe und Ursula die Meerhexe. Perfekt sahen sie aus und erledigten auch die nächste Aufgabe. Zum Lied “Unter dem Meer“ tanzte die illustre Schar vor dem Rathaus.

Rathaussturm: Ahoi im Rathaus von Mindlhoi
Rathaussturm: Ahoi im Rathaus von Mindlhoi
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Lustig ging es zu beim Rathaussturm in Mindelheim
Bild: Wilhelm Unfried

Zum Thema Meer gibt es ja viele Ohrwürmer, einer ist sicher „Seemann, deine Heimat ist das Meer!“ Hier lautete die Forderung: Alle Damen aus dem Rathaus müssten dieses Lied voller Leidenschaft vorsingen. Nun, dieser Punkt ging voll an das Team Rathaus, es war eine Freude zuzuhören.

Zum Seemannsgarn gehören natürlich auch Geschichten über Meutereien. Preschl wollte so einen Aufstand im Mindelheimer Boot sehen: „Entweder der Bürgermeister oder einer der Stadträte muss über Bord gehen!“, so die Forderung. Am Ende kam es zum Kampf zwischen Winter und seinem Stellvertreter Roland Ahne. Wie es in Bayern so üblich ist, gewann der „Schwarze“.

Die grauen Steine vor dem Mindelheimer Rathaus sollten eine Blumenwiese werden - und ÖDP-Stadtrat Peter Miller wurde zur Brummel

Irgendwann ging es dann doch wieder in Richtung Heimat. Nach dem Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ wollte der Durahaufa die grauen Steine vor dem Rathaus in eine Blumenwiese verwandelt sehen. Und mindestens eine Biene sollte dort von Blüte zu Blüte fliegen, um Honig zu sammeln. Stadtrat Peter Miller erledigte diese Aufgabe als „Brummel“ bestens.

Ein weiteres Highlight war das Requiem auf die Wiese an der Lautenwirtsgasse. Hans Königsberger hielt eine Ansprache, die alle zum Weinen brachte.

Mit Blick auf die Europawahlen sollte das Rathausteam schließlich noch Werbung für die Abstimmung machen, zumal Mindelheim ja Europastadt ist.

Der Massenchor von Stadtrat und Bediensteten musste dazu die „Ode an die Freude“ nach einem neuen Text singen. Die ersten Zeilen wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten:

„Hansl, Amme Columbine,

Mindelheim und Ob’rer Turm,

Wir verlieren unsere Sinne,

närrisch unser Heiligtum.“

Gäste und Durahaufa amüsierten sich köstlich, aber so ganz hat es eben auch gestern wieder nicht gereicht und so stürmten die Narren wieder das Rathaus und sorgten so für einen gelungen Auftakt zum närrischen Nationalfeiertag.

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