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Breitenbrunn

05.03.2019

Reicher Kindersegen in Breitenbrunn

An allen drei Bürgerversammlungen freute sich Bürgermeister Jürgen Tempel über ein volles Haus. Unser Bild zeigt die Bürger aus Bedernau, die nicht nur interessiert den Ausführungen des Bürgermeisters Jürgen Tempel (sitzend, links) lauschten, sondern schenkten auch zweitem Bürgermeister Erwin Hefele (am Mikrofon) Gehör, der als Vorsitzender des Wasserzweckverbandes detailliert Stellung nahm.
Bild: müsa

In der Gemeinde gibt es doppelt so viele Kleinkinder wie noch vor vier Jahren. Das stellt die Kommune vor neue Herausforderungen.

Kinder sind etwas Schönes und wer freut sich nicht über die steigenden Geburtenzahlen? Davon profitieren die einzelnen Kommunen, aber sie stellen auch so manche Gemeinde vor neue Herausforderungen. Wie in Breitenbrunn, da sind die Zahlen „wahrhaftig explodiert“, wie es Bürgermeister Jürgen Tempel auf den drei Bürgerversammlungen der Gemeinde wohl nicht treffender hätte formulieren können.

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Die Zahl der Neugeborenen bis Dreijährigen hat sich nämlich im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. 2014 waren es noch knapp 60 Kinder; 2016 wurde erstmals die 80er Zahl geknackt. Vergangenes Jahr übertraf jedoch alle Erwartungen: Insgesamt 120 Kinder zwischen null und drei sind registriert worden. „Diese Entwicklung ist in allen drei Ortsteilen spürbar“, so der Bürgermeister. Erst vergangenes Jahr wurde der Breitenbrunner Kindergarten um einen weiteren Gruppenraum und damit 15 Plätze erweitert. „Hätte ich das gewusst, dann hätten wir gleich um 50 Plätze vergrößert.“

In Breitenbrunn gibt es 100 Kindergarten- und 15 Krippenplätze

In der Gemeinde haben 100 Kindergartenkinder in den drei Kindergärten einen Platz. Dazu kommen noch 15 Krippenplätze. „Wir sind um eine gute Lösung bemüht und werden auch dieser Lage gerecht werden und sie meistern“, versichert der Rathauschef, der sich gleichzeitig über die geburtenreiche Entwicklung freut.

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Die Einwohnerzahlen liegen im gleichbleibenden Trend. Die Nachfrage an Bauland ist ungebremst hoch und in Breitenbrunn hat man bereits ein Grundstück gekauft. „Vermutlich können dort zehn bis elf Bauplätze entstehen“, so Tempel.

Im vergangenen Jahr mussten weitere Kredite aufgenommen werden. „Wir sind aber durch die Rückzahlung einiger Verpflichtungen in einem guten Rahmen geblieben“, so Tempel bei seinen Ausführungen. Der Schuldenstand ist von 2,2 Millionen Euro auf knapp 2,5 Millionen Euro angestiegen. Einen detaillierten Einblick in die Finanzwelt bekamen die interessierten Bürger. Die Pro-Kopf-Verschuldung bei 2340 Einwohnern liegt bei 1063,75 Euro und ist damit leicht gestiegen. „Ich halte die Verschuldung nicht bedenklich. Wer investiert, der muss auch bezahlen. Das kriegen wir wieder in den Griff“, machte Tempel deutlich. Die Gemeinde habe viel für ihre Bürger getan, was die Ausgaben im Haushaltsplan ersichtlich machten. Allein die Breitbandversorgung schlug mit über 730000 Euro zu Buche und auch das Feuerwehrauto für Bedernau kostete über 200000 Euro. Die Sanierung der Gemeindestraßen in Fürbuch und Korb, die Erweiterung des Kindergartens, die Erneuerung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, Bachräumungen der Biberdämme und Altlastensanierung Loppenhausen waren die größten Ausgaben. „Die Haushaltsüberschreitungen lagen nur im geringen Rahmen“, freute sich der Rathauschef.

Breitenbrunns Bürgermeister Tempel lobt die Jugendarbeit der Vereine

Für Jürgen Tempel besonders ärgerlich seien die Erneuerungen und Sanierungen der Verkehrsschilder gewesen. „Es verging fast keine Woche, wo nicht irgendwas mit einem Verkehrsschild war.“ Er appellierte an die Bürger, darauf zu achten und schnellstmöglich Bescheid zu geben, wenn etwas kaputt sein sollte oder fehlt. „Das erspart uns eine Menge Arbeit.“

Schon seit Jahrzehnten ist der Gemeinde die Jugendarbeit und Unterstützung der Vereine eine Herzenssache. Bei den Vereinen sind insgesamt 354 jugendliche Mitglieder gemeldet. „Ohne Kindergarten und Schule lag die Förderung im Bereich Kinder und Jugend im Durchschnitt bei 50,38 Euro je Kind“, sagte Tempel und lobte im selben Atemzug die vorbildliche Jugendarbeit der Vereine.

Auch einen Blick auf das Kommende ließ das Gemeindeoberhaupt zu. Um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schützen, möchte die Gemeinde eine Solaranlage für die Naturtherme Bedernau errichten und auch Seillampen im Bereich der Molkereistraße Loppenhausen sollen gegen eine moderne Straßenbeleuchtung ersetzt werden. „Die neue LED-Technik in der Gesamtgemeinde ist aktiver Klimaschutz und wir sparen uns bis zu 53 Prozent“, rechnete Tempel vor.

Die B 16 nördlich von Loppenhausen wird neben eines Fahrbahnteilers auch bis zur Landkreisgrenze komplett saniert. Dadurch werden gefährliche Kurvenradien entschärft.

Mehr als 20 Prozent des Breitenbrunner Wassers gehen verloren

Zweiter Bürgermeister Erwin Hefele und Vorsitzender des Wasserzweckverbandes berichtete anschließend von einem arbeitsreichen Jahr mit anschaulichen Bildern. „Wir hatten letztes Jahr Wasserrohrbrüche an Hauptwasserleitungen.“ Knapp 40000 Euro musste der Wasserzweckverband durch Investitionen stemmen. „Wir wissen einfach nicht, was unter dem Boden so alles schlummert“, machte Erwin Hefele deutlich. Der Wasserverbrauch hat sich stabilisiert. Die Wasserverluste seien jedoch mit über 20 Prozent gestiegen. In den beiden Vorjahren lag der Verlust noch bei acht Prozent. Durch den Straßenneubau der Kreisstraße durch Bedernau und den zahlreichen Rohrbrüchen beläuft sich der Schuldenstand auf 232214 Euro.

Bei den einzelnen Versammlungen gab es bei der anschließenden Aussprache einige Nachfragen und lokale Bemerkungen. Josef Stegmann wollte wissen, ob im Bereich des Gasthauses „Neue Welt“ in Bedernau ein Spiegel angebracht werden könnte. Durch die Stützmauer sei die Sicht stark eingeschränkt, wenn man westlich durch den Ort kommt und links Richtung Breitenbrunn abbiegen möchte. Bürgermeister Tempel versprach, dranzubleiben.

In Breitenbrunn blieb es bei der Diskussionsrunde sogar ganz ruhig und der Rathauschef nutzte die Zeit, um sich für die fast abgelaufene Amtsperiode bei allen zu bedanken. „Es war ein interessanter Lebensabschnitt und ich habe viel gelernt, besonders Geduld.“ Ob er bei der Kommunalwahl 2020 wieder antritt? Da wollte sich Jürgen Tempel nicht in die Karten schauen lassen.

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