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Lesen

15.03.2019

Richtig (vor-)lesen lernen

Ursula Kiefersauer leitet einen VHS-Kurs zum Thema „Vorlesen“.
Bild: pod

Kinder die von ihren Eltern vorgelesen bekommen, haben es später leichter. Ein VHS-Kurs soll dabei unterstützen

Im Wohnzimmer steht ein Whiteboard und darauf die Überschrift „Wie steht es mit dem Vorlesen?“. Auf dem Tisch liegen Unterlagen und Kinderbücher – erstaunlich viele Kinderbücher. Die gehören Ursula Kiefersauer und sollen bei der Vorbereitung auf ihr Seminar an der Volkshochschule helfen. Mit dem Kurs „Lesen für Kinder – eine Einführung“ möchte sie jungen Familien das Vorlesen näherbringen. Kiefersauer liest oft ihren Enkelkindern vor und hat viel Freude an der gemeinsamen Zeit.

Nicht nur für das Familienleben, sondern vor allem für die Entwicklung von Kindern sei das gemeinsame Lesen wichtig. Für die Lehrerin sind aktuelle Zahlen alarmierend: „20 Prozent der Viertklässler können nicht mehr richtig lesen“, sagt Kiefersauer. Deshalb möchte sie Eltern Tricks an die Hand geben, wie das gemeinsame Lesen noch besser funktioniert.

Ausschlaggebend ist die eigene Freude an Büchern. Die Eltern sind hier Vorbilder: Laut einer Studie lesen Kinder besser, wenn sich mehr als 100 Bücher im Haus befinden. Beim Vorlesen kommt es außerdem darauf an, Spannung zu erzeugen. Das klappt am besten, wenn man bei verschiedenen Rollen die Stimme verstellt, die Stimmlage wechselt und immer mal wieder Pausen einbaut. „Dafür müssen Erwachsene zunächst das Kind in sich selbst wiederfinden“, sagt Kiefersauer. Für manchen sei es am Anfang schwierig, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen und auch mal komische Geräusche zu machen. „Kinder haben da keine Hemmungen, für Erwachsene ist das schon etwas schwieriger“, erklärt die Lehrerin. Im Kurs sollen genau diese hilfreichen Techniken erlernt werden.

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Gerade im Kindesalter sollten Bücher eine große Rolle spielen. Nicht nur die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes, auch die sprachliche Kompetenz wird dadurch gefördert. Außerdem stärkt es die familiäre Bindung, wenn beispielsweise jeden Abend gemeinsam gelesen wird. Für Kinder seien diese Rituale besonders wichtig, sagt Kiefersauer.

Bereits im ersten Lebensjahr können Eltern mit dem Vorlesen starten. Bis zum Schuleintritt sollten intensive Lesezeiten in den Alltag eingebaut werden. Dadurch lernen Kinder schnell, aktiv zuzuhören. Kinder, die selten vorgelesen bekommen, wissen meist nicht, was sie währenddessen anfangen sollen. In der Schule steht dann das eigene Lesen im Vordergrund. Aber auch hier sind gemeinsame „Lautlesezeiten“ sinnvoll.

Wer viel liest, lernt auch leichter das Schreiben. Denn dafür benötige man schließlich erst einmal Wörter, die geschrieben werden können, erklärt Kiefersauer. Deshalb ist ein reichhaltiger Wortschatz Grundvoraussetzung und den bekommen die Kinder aus Büchern. (pod)

Das Seminar „Lesen mit Kindern – eine Einführung“ findet am Montag, 18. März, von 15 bis 17 Uhr in der Stadtbücherei in Mindelheim statt. Anmelden kann man sich unter der Telefonnummer 08261/9124 oder im Internet unter www.vhs-ua.de.

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