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Kulinarisches

08.04.2012

Schlemmen nach der Fastenzeit

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Die Bäckerei Fäßler in Mindelheim hat bis Ostern noch Hochbetrieb - viele Lämmer, mit und ohne Puderzucker, werden am Karfreitag noch gebacken. Teighasen mit Schokolade (im Bild hinten) sind momentan besonders beliebt bei den Kunden.
Bild: A. Bartsch

Nach dem Verzicht freuen sich viele auf Osterbrot, Schokoladeneier und Osterschinken

Auch heute gibt es an Ostern noch den Brauch, Lebensmittel in einem Weihekorb in der Kirche segnen zu lassen. Die Menschen, die vierzig Tage lang Verzicht geübt haben, freuen sich nun darauf, wieder Schokolade, Gebäck und Fleisch genießen zu können. In einem traditionellen Weihekorb liegt auf dem Speisetuch für jedes Familienmitglied ein verziertes Osterei, Brot und Salz, Schinken, Meerrettich als Symbol für das bittere Leiden, ein Stück vom Osterbrot und ein Osterlamm mit Fähnchen.

Die Bäcker in der Region haben daher in der Karwoche alle Hände voll zu tun. "Am Karfreitag kommen vier Konditoren, um Osterlämmer zu backen", sagt Manfred Salger, Inhaber der Bäckerei Fäßler in Mindelheim. "Ich finde es schön, dass es den Brauch mit den Osterlämmern noch gibt", sagt Anita Ried von der gleichnamigen Bäckerei aus Mindelheim. "Für uns bedeutet es aber auch viel kurzfristige Arbeit, da Osterlämmer wirklich erst kurz vor Ostersonntag gekauft werden." Das Lamm gilt in der Bibel als ein Symbol für die Auferstehung Christi, ebenso wie das Ei.

Bei der Bäckerei Wiedemann in Kammlach kaufen viele Kunden in den Wochen vor Ostern eher Osterbrot, auch Osterfladen genannt. Die Zutaten zum Osterbrot hatten ursprünglich symbolischen Charakter. Die safrangelbe Färbung des Brotes sollte auf die wiederkehrende Kraft der Sonne verweisen, Rosinen und Mandeln drückten den Wunsch nach einem fruchtbaren Jahr aus. Bei der Bäckerei Fäßler sind jedoch auch die Hefeteighasen, mit oder ohne Schokolade, schon seit Wochen ein Verkaufsrenner.

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"Das Ostergeschäft läuft verhältnismäßig gut", sagt Manfred Schmid von der Metzgerei Natterer in Mindelheim. Vor allem Osterschinken, ob roh oder gekocht, werde viel verlangt, heißt es aus der Metzgerei Leinsle in Pfaffenhausen. Da er auch in den Weihekorb kommt, fällt er etwas kleiner aus als der gewöhnliche Schinken. "Ansonsten gibt es an Ostern kein typisches Fleischgericht. Manche essen Lammbraten, manche Kassler im Brotteig, manche Schweinefilet, das ist ganz unterschiedlich", sagt Diana Leinsle. Die Metzgerei Natterer hat über Ostern noch Lamm aus eigener Schlachtung.

Beim Schokoladenhaus in Mindelheim steht das Ei im Vordergrund, allerdings in Pralinenform, mit Füllungen von Passionsfrucht über Pistazie bis Erdbeere. Schokoladenhasen hat Inhaber Dirk Feddrich dagegen nicht im Laden. Schon die Schoko-Weihnachtsmänner verkauften sich nicht so gut. "Die Leute möchten doch eher kleinere Mitbringsel." Deshalb beschränkt er sich auf Pralinen.

Die Menschen, die bis Ostern auf Süßes, Gebackenes und Fleisch verzichtet haben, freuen sich jetzt über kleine Mitbringsel bestimmt genauso wie über einen Festtagsbraten.

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