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Finanzen

22.03.2019

Schon wieder ein Großprojekt

Warum die Gemeinde Stetten heuer viel Geld in Erisried investieren will

Nach den umfangreichen Bahn-Bauarbeiten im vergangenen Jahr steht der Gemeinde Stetten in diesem schon das nächste Großprojekt bevor: Ende April sollen in Erisried die Arbeiten für die Dorferneuerung beginnen. Das macht sich auch im Haushalt bemerkbar, den die Räte in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedet haben.

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Allein 500000 Euro sind darin als Anteil der Gemeinde an den geplanten Maßnahmen wie etwa die Umgestaltung des Kirchplatzes vorgesehen. Hinzu kommen 102000 Euro für die neue Straßenbeleuchtung in Erisried. Weitere 640000 Euro hat Kämmerin Bianca Maier von der Verwaltungsgemeinschaft Dirlewang für neue Regenwasserkanäle in Erisried veranschlagt. Sie sollen in der Dorfstraße verlegt werden, die im Rahmen der Dorferneuerung grundlegend saniert wird.

Auch die Löschwasserversorgung soll bei dieser Gelegenheit verbessert werden: Laut Bürgermeister Richard Linzing soll eine Engstelle beseitigt werden und auch neue Leitungen und Hydranten sind vorgesehen. Insgesamt hat die Gemeinde dafür 400000 Euro eingeplant. Weitere 150000 Euro sind es für den Umbau und die Sanierung des Erisrieder Feuerwehrhauses. Wie Linzing auf Nachfrage der MZ erläutert, ist dessen Dach marode. „Es regnet rein und die Dachlatten sind nicht die besten.“ Bei der nun anstehenden Erneuerung soll das Dach über den angrenzenden Flachbau gezogen und so ein zusätzlicher Raum für die Kameraden geschaffen werden. Ein Stadel hinter dem Feuerwehrhaus, den mehrere Vereine für ihren Fundus nutzen, könnte ebenfalls renoviert oder durch einen Neubau ersetzt werden. Eine Entscheidung darüber steht im Gemeinderat aber noch aus.

Schon wieder ein Großprojekt

Ein weiterer großer Brocken im Haushalt ist die Breitbrandversorgung: Um den Glasfaseranschluss an jedes Gebäude zu bringen, nimmt die Gemeinde in diesem Jahr 856000 Euro in die Hand. Gleichzeitig bekommt sie dafür aber auch eine Zuweisung in Höhe von 508500 Euro.

Für die Erschließung des Baugebiets Erisried-Ost sind 350000 Euro einkalkuliert – und gewissermaßen als Folge davon 65000 Euro für die Planung einer neuen Kindertagesstätte in Stetten. Schließlich könne man sich nicht um junge Familien bemühen, ohne ihnen auch Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen, so Linzing.

Um all diese Ausgaben stemmen zu können, wird die Gemeinde wahrscheinlich nicht umhinkommen, ein Darlehen in Höhe von drei Millionen Euro aufzunehmen. Ursprünglich hat Kämmerin Maier mit 500000 Euro weniger gerechnet, weil sie auf einen Zuschuss des Freistaats für die neue Fußgängerunterführung beim Bahnhof gehofft hatte. Tatsächlich wurde ihr die Förderung, die die Gemeinde bereits vor zwei Jahren beantragt hat, inzwischen auch bestätigt – allerdings nicht mehr für dieses Jahr. Wann das versprochene Geld fließt, lässt der Freistaat zu Maiers Verärgerung offen. „Für eine Gemeinde wie Stetten ist das ein großer Batzen“, sagte sie in der Sitzung.

Das spiegelt sich schließlich auch im Schuldenstand der Gemeinde wider. Er steigt zum nächsten Jahr von aktuell 405700 Euro – das entspricht 286,51 Euro pro Einwohner – auf dann 3,3 Millionen Euro oder 2364,12 Euro pro Einwohner. 2021 klettert er dann voraussichtlich auf sechs Millionen Euro. Doch Bürgermeister Linzing bleibt gelassen: „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, sagt er. Er ist guter Dinge, den geplanten Kredit nicht in voller Höhe in Anspruch nehmen zu müssen, schließlich sei es im vergangenen Jahr ähnlich gewesen. Damals war im Haushaltsplan eine Kreditaufnahme in Höhe von 3,7 Millionen Euro vorgesehen, auf die die Gemeinde dann aber komplett verzichten konnte. (baus)

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