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Projekttag

19.10.2018

Schülerinnen lernen Leben retten

Erst prüfen und professionelle Hilfe rufen, dann Drücken – so ist das richtige Verhalten, wenn man einen Menschen wiederbeleben muss. Wer ein Lied im Kopf hat, etwa „Wake me up“ von Avicii, hält das Tempo leichter.
Bild: Boos

Mädchen der Maria-Ward-Realschule erfahren, wie sie Erste Hilfe leisten können

„Prüfen – Rufen – Drücken“, wiederholen die Mädchen im Chor. Bereits zum vierten Mal werden die Schülerinnen der Maria-Ward-Realschule von Mitarbeitern der Kreisklinik Mindelheim und des Bayerischen Roten Kreuzes in den Basismaßnahmen zur Herz-Lungenwiederbelebung unterrichtet.

Die Sechst-, Siebt- und Achtklässlerinnen lernen dabei, wie sie einem Menschen mit Herzstillstand das Leben retten können. Denn in Deutschland ist die Bereitschaft zur sogenannten Laien-Reanimation immer noch unbefriedigend, obwohl sich die Zahl der Überlebenden nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand durch eine solche verdoppeln bis verdreifachen ließe.

Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin empfehlen daher, das Thema „Reanimation“ an weiterführenden Schulen in den Lehrplan einzubinden. Studien belegen nämlich, dass in den europäischen Ländern, in denen die Laien-Reanimationsquote hoch ist, dieses Thema bereits früh in der Schule vermittelt wird.

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Einige Schülerinnen der Maria-Ward-Realschule durchlaufen den Reanimationsunterricht schon zum zweiten oder dritten Mal. Doch das ist nicht schlimm, im Gegenteil: „Die Wiederholung und das regelmäßige Üben sind sehr wichtig“, weiß Jürgen Auerhammer, Ärztlicher Leiter des Notfallzentrums an der Kreisklinik und Leiter des Projektes „Schüler retten Leben“ in Mindelheim.

In der sechsten Klasse lernen die Schülerinnen die Herzdruckmassage, in der siebten und achten Klasse kommt noch die Anwendung eines automatischen externen Defibrillators dazu. Das Pilotprojekt an der Maria-Ward-Realschule findet sowohl bei den Lehrern als auch den Schülerinnen großen Anklang.

Die einfachen Schritte der Laien-Reanimation haben sie schnell gelernt:

Findet man eine leblose und reaktionslose Person, überprüft man das Bewusstsein und die Atmung, idealerweise mit einem kräftigen Reiz, wie dem Überstrecken des Kopfes (sogenannter „Esmarch“-Handgriff).

Über die 112 professionelle Hilfe rufen.

Start der Wiederbelebung mit Herzdruckmassage.

Beim Üben an den Reanimationspuppen leiten die Schülerinnen des Schulsanitätsdienstes die Jüngeren an. Denn seit Beginn des Pilotprojektes vor zwei Jahren hat die Maria-Ward-Schule einen eigenen Schulsanitätsdienst etabliert.

13 Schülerinnen wurden bereits in Erster Hilfe ausgebildet und zeigen ihren Kameradinnen an den Reanimationspuppen, wie hoch das Tempo bei der Wiederbelebung sein muss. Denn der Brustkorb sollte ungefähr 100 Mal pro Minute eingedrückt werden. Üben lässt sich das richtige Tempo mit Liedern wie „Wake me up“ von Avicii. „Das ist ganz schön anstrengend“, finden die Schülerinnen. Anstrengend ja, aber doch ist es auch so einfach, Leben zu retten ... (mz)

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