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Justiz

18.10.2017

Schuldig oder unschuldig?

Zwei Unterallgäuer geben zu, einen anderen verprügelt zu haben. Warum der Fall nun vor das Oberlandesgericht kommt

Für das Amts- und das Landgericht sind die beiden jungen Männer schuldig: Ende Januar vergangenen Jahres sollen die damals 21-Jährigen am Rande einer Faschingsveranstaltung vor dem Mindelheimer Forum einen anderen Gast verprügelt haben. Der 23-Jährige büßte vier Zähne ein und erlitt mehrere Prellungen.

Die beiden Angeklagten stritten die Schläge zwar nicht ab, machten dafür aber Nothilfe geltend: Der Syrer habe eine gemeinsame Bekannte schlagen wollen, sie seien lediglich dazwischengegangen. Ob sie ihm dabei die Zähne ausgeschlagen haben oder sie der 23-Jährige bei einem Sturz verlor, konnten weder die beiden Angeklagten noch die Zeugen und der Geschädigte selbst sagen.

Doch für Richter Veit am Amtsgericht war die Sache am Ende klar: Er nahm den jungen Männern die Nothilfe wie berichtet nicht ab und verurteilte den einen zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Außerdem sollte er 2000 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten zahlen. Der zweite Angeklagte, der bereits einschlägig vorbestraft ist, sich noch mehr hatte zuschulden kommen lassen und zudem unter offener Bewährung stand, sollte für zwei Jahre in Haft. Er war zusätzlich auf einem Motorroller erwischt worden, obwohl er den Führerschein nach einer folgenschweren Alkoholfahrt hatte abgeben müssen. Und zu guter Letzt hatte er ein Video an einen Freund geschickt, das ihn beim Oralverkehr mit einer 15-Jährigen zeigte.

Gegen das Urteil legten die Verteidiger der beiden jungen Männer jedoch Berufung ein und der Fall wurde am Landgericht neu aufgerollt. Dort bezeichnete Richter Krause das Strafmaß seines Kollegen zwar als „sportlich“, kam nach zwei Verhandlungstagen aber zum gleichen Ergebnis: Auch er war letztlich davon überzeugt, dass die beiden jungen Männer den Syrer verprügelt hatten – und zwar nicht, um die junge Frau zu schützen.

Allerdings fiel sein Urteil etwas milder aus: Er verurteilte den einen Angeklagten zu acht Monaten Haft auf Bewährung, den anderen zu einer 22 monatigen Haftstrafe. Auch dieses Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger sind in Revision gegangen, sodass sich nun das Oberlandesgericht in München mit dem Fall befassen muss.(baus)

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