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Polizei

31.01.2019

Schussverletzung: Wie kam ein Wörishofer illegal an Waffen?

In Bad Wörishofen wurden bei einem Einsatz Waffen gefunden.
Bild: Heinrich

Plus „Ein 34-Jähriger schießt sich in die Wade, die Polizei rückt unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen an – und findet zahlreiche Waffen.

Woher stammen die illegalen Waffen, die jüngst in Bad Wörishofen gefunden wurden? Darunter ist auch der Revolver, mit dem sich ein 34 Jahre alter Mann in die Wade geschossen hat, vermutlich beim Hantieren mit der Waffe.

Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier sagt, bei den gefundenen Schusswaffen handele es sich nicht um sogenannten Exoten, also um Waffen, die nur selten verkauft werden. Das freilich macht die Sache für die Ermittler nicht gerade einfacher. „Wir versuchen jetzt, den Weg der Waffen zu rekonstruieren“, sagt der erfahrene Ermittler auf Nachfrage unserer Zeitung.

Auf die Hilfe des verletzten 34-Jährigen oder dessen 73 Jahre alter Mutter darf Maier dabei nicht hoffen, soviel steht bereits fest. „Beide machen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch“, sagt Maier, nachdem eine Vernehmung zunächst noch nicht möglich war.

Die Polizei hatte am vorvergangenen Mittwoch in einem Anwesen in Bad Wörishofen rund ein Dutzend Pistolen und Revolver sowie sechs Gewehre sichergestellt, dazu mehrere hundert Schuss Munition. Gefunden wurden erlaubnisfreie Waffen mit Luftdruck, aber auch zahlreiche scharfe Waffen. Hier unterscheidet die Polizei derzeit Waffen, welche die Mutter legal besitzt. Es bleiben derzeit vier Waffen, welche die Polizei als illegal einstuft, genauso wie die gefundene Munition. Diese lagerte in einer verdächtigen Kiste, weshalb Spezialisten des Landeskriminalamtes und ein Diensthundeführer vor Ort waren.

Ein Notruf wegen einer Schussverletzung löste den Einsatz aus

Ein Notruf wegen einer Schussverletzung hatte den Einsatz ausgelöst. Beamte mehrerer Dienststellen gelangten unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in das Gebäude, wo sie einen Mann mit blutender Schusswunde fanden – und die Waffen. Normalerweise sei das auch ein Einsatz für ein Sonderkommando, sagte Polizeichef Maier danach. Doch dafür habe die Zeit nicht ausgereicht.

Maier sagt, die gefundenen scharfen Waffen seien in Deutschland nur mit einer waffenrechtlichen Erlaubnis zu kaufen. Eine solche habe der 34-Jährige aber nicht. Maier vermutet deshalb, dass die illegalen Waffen nicht aus Deutschland stammen. Jenseits der Grenzen sei dies meist einfacher als in Deutschland, allerdings auf dem Schwarzmarkt. Möglich sei aber auch, dass die Waffen von einem Dritten in die Bundesrepublik eingeschleust und hier an den 34-Jährigen übergeben wurden.

Was der Bad Wörishofer mit den Waffen wollte, ist unklar. Reichsbürgern, rechts- oder linksextremen Szenen sei der Mann nach derzeitigem Stand nicht zuzuordnen, teilte das Polizeipräsidium Kempten auf Nachfrage mit. Man könne aber sagen, dass der 34-Jährige eine „starke Affinität“ zu Waffen habe, sagt Maier. Die Polizei war schon einmal bei dem Mann und seiner Mutter vorstellig geworden. Damals ging es um einen Haftbefehl, der gegen den 34-Jährigen vorlag, wegen eines Verkehrsdeliktes im Ausland. Das war im Jahr 2016. Schon damals stellte die Polizei eine Menge Waffen in dem Gebäude sicher. Die nun gefundenen illegalen Waffen waren allerdings nicht darunter. Auch das war ein Grund dafür, dass die Waffen später wieder ausgehändigt wurden. Der Rechtsweg sei damals ausgeschöpft gewesen, so Maier. Diesmal sei das anders.

Mehr zum Waffenfund in Bad Wörishofen lesen Sie hier:

Schussverletzung: Einsatz endet mit Waffenfund

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