Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Sie fühlen sich wie eingesperrte Zugvögel

Mindelheim/Pfaffenhausen

30.12.2020

Sie fühlen sich wie eingesperrte Zugvögel

Karl-Heinz Renz vom gleichnamigen Zirkus und Markus Kaiser vom Zirkus Barnum saßen im Frühjahr im Unterallgäu fest.

Plus Im Frühjahr saßen zwei kleine Zirkusse im Unterallgäu fest. Wie sie jetzt durch den Lockdown kommen.

„Sieben Monate waren wir gesperrt, von März bis August“, resümiert Angela Renz vom gleichnamigen Familienzirkus Renz und weiter: „Vier Wochen lang konnten wir danach gastieren, zuerst in Krumbach und dann in Babenhausen.“ Das war’s für dieses Jahr.

Monatelang kampierte die Zirkusfamilie mit ihren Pferden, Kamelen und Hunden im Frühjahr in Pfaffenhausen rund um den Sportplatz. Auf dem Festplatz in Mittelbiberach, im Württembergischen, ist jetzt ihr Zuhause und sie müssen ausharren, bis irgendwann wieder Auftritte möglich sind.

Die Zirkusfrau ist weiterhin zuversichtlich

„Rumreisen sind wir gewöhnt“, erklärt Angela Renz, „aber wenn wir nicht weiterziehen können ist das, als wenn man einen Zugvogel einsperrt“. Doch sie ist immer noch zuversichtlich und denkt nicht ans Aufgeben.

Nur zwei Auftritte in der ganzen Saison

Dagegen ist Romina Kaiser, Tochter des Chefs vom Familienzirkus Barnum, Markus Kaiser, schon ziemlich verzweifelt. Im ersten Lockdown waren die Zirkusleute in Mindelheim gestrandet, danach konnten sie nur zweimal auftreten, einmal in München und dann noch in Unterschleißheim, dann kam das nächste Auftrittsverbot. Jetzt leben sie mit ihren Tieren in Unterschleißheim. Vier Monate mindestens geht das so weiter, befürchtet Kaiser und ergänzt, dass sie auf Spenden angewiesen sind. Die vielen Kosten für Tierarzt, Versicherungen, Futter und mehr wären sonst nicht zu bewältigen. Was sie sich am meisten wünscht, ist, dass jemand sagt: „Sie dürfen wieder auftreten!“.

„Das ist unser Leben, in einer Situation wie jetzt fällt uns die Decke auf den Kopf“. Wie alle kleinen Zirkusbetriebe viele andere Betriebe auch, hoffen sie, dass es irgendwann wieder so wird, wie es war – vor Corona.

Lesen Sie auch: Auftrittsverbot bringt Zirkus in Mindelheim in Not

Corona-Krise: Zirkusfamilie lässt sich nicht unterkriegen



Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren