Newsticker
Johnson & Johnson verschiebt Einführung von Corona-Impfstoff in Europa
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Sie ist die Haselbacher Wetterfee

Haselbach

20.11.2019

Sie ist die Haselbacher Wetterfee

Die Messstation im Garten von Angelika Hatzelmann besteht aus einem recht einfachen Metalltrichter. Jeden Tag zur selben Zeit prüft die Haselbacherin die Niederschlagsmenge und leitet die Daten nach München weiter.
2 Bilder
Die Messstation im Garten von Angelika Hatzelmann besteht aus einem recht einfachen Metalltrichter. Jeden Tag zur selben Zeit prüft die Haselbacherin die Niederschlagsmenge und leitet die Daten nach München weiter.

Seit 25 Jahren misst Angelika Hatzelmann für den Wetterdienst den Niederschlag

„Einmal verwechselte ein Prospektausträger meine Wetterstation mit der Zeitungsrolle“, schmunzelte Angelika Hatzelmann, ehrenamtliche Wetterbeobachterin für den Deutschen Wetterdienst (DWD). An diesem Tag hatte es geregnet und die Prospekte saugten Regenwasser auf. So musste Hatzelmann ausnahmsweise die Niederschlagsmenge schätzen, die sie sonst exakt weitergibt. Ihre Station befindet sich auf dem Grundstück beim Wohnhaus in Haselbach. Jeden Tag zur gleichen Zeit misst Hatzelmann die Niederschläge und leitet sie weiter an den DWD. Und das macht sie schon seit 25 Jahren, 365 Tage im Jahr. Für dieses Engagement erhielt sie im Gemeindehaus in Eppishausen jetzt die Wetterdienstplakette des Deutschen Wetterdienstes, eine Urkunde und Geschenke. Detlef Aßmann, Leiter der regionalen Messgruppe München und Boris Starke, Betreuer der Messstationen in der Region waren zu diesem Zweck angereist und dankten der langjährigen Mitarbeiterin. Sie überbrachten auch Grüße von Gerhard Adrian, Präsident des DWD, der gleichzeitig auch Präsident der Weltorganisation für Meteorologie ist und von Verkehrsminister Andreas Scheuer. Auch Bürgermeister Josef Kerler freute sich mit der Geehrten und versprach, sich demnächst ihre Messstation anzuschauen.

Die Daten aus Haselbach wurden früher in ein Buch eingetragen

Anfangs trug Angelika Hatzelmann die Daten jeden Tag in ein Buch ein und am Ende des Monats schickte sie die Ergebnisse per Post an den DWD. Damals schrieb sie auch noch auf, von wann bis wann es geregnet, geschneit oder gehagelt hatte. Heutzutage läuft die Datenübertragung direkt und digital, sie misst nur die Niederschlagsmenge und der Wetterdienst kann die Daten viel schneller auswerten.

Außer den Messstationen für die Niederschlagssmenge, wie die von Hatzelmann, gibt es auch digitale Messstationen, die die Werte minütlich weiterleiten, und nur von Menschen gereinigt und gewartet werden müssen. Allerdings können die keine Schneemengen messen. Hatzelmann schon. Sie sticht mit einem Rohr in den Schnee und wiegt die aufgefangene Menge mit einer Spezialwaage. „Im Winter ist die Arbeit schon aufwendiger“, gibt sie zu.

In Türkheim soll demnächst eine neue moderne Messstation entstehen

Es gibt auch Messstationen für den Wind, wo allerdings nur dreimal wöchentlich gemessen wird und demnächst soll in Türkheim eine große, hochmoderne Wetterstation entstehen.

Generell sollten 50 Messstationen möglichst gleichmäßig verteilt in einem Gebiet von 80 Quadratkilometer positioniert sein. Dabei ist es gar nicht leicht Ehrenamtliche zu finden, die diese Aufgabe übernehmen. Denn außer der täglichen Bereitschaft zum Wetterbeobachten muss auch der Standort zahlreiche Vorgaben erfüllen, wie zum Beispiel die Abstände von störenden Hindernissen für die Messung im Umkreis, die sich auch in den nächsten zehn Jahren nicht ändern sollten. Bäume die höher wachsen oder neue Gebäude und Anbauten sollten vorab schon ausgeschlossen werden. Bei Angelika Hatzelmann passt aber alles und sie möchte gerne auch die Ehrung für 40 Jahre entgegennehmen. „Das sind ja nur noch 15 Jahre“, sagt die Haselbacher „Wetterfee“ und lächelt.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren