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Aufführung

07.11.2017

So wichtig sind die Bienen

Ehrenvorsitzender und Referent Donat Waltenberger (links) mit dem Vorsitzenden des Kreis-Imkerverbandes, Josef Schropp.
Bild: ug

Donat Waltenberger ist 87 Jahre alt – und immer noch begeisterter Naturfilmer. Was er diesmal präsentierte

Erst kürzlich feierte Donat Waltenberger seinen 87. Geburtstag – doch der rüstige Rentner filmt, erforscht und fotografiert weiterhin mit ungebremster Freude seine Lieblingstiere: die Bienen. Im Mindelheimer Forum erzählte er, wie er mit nur neun Jahren sein erstes eigenes Bienenvolk versorgte, von seiner Forschungs- und Filmarbeit und von dem Feind der Biene, der Varroamilbe.

Dabei zeigte er Fotos und Filme, Großaufnahmen der winzigen Varroamilbe, wie sie auf den Bienen krabbelt, Blut saugt und dabei die Bienen schwächt, wie durch den Parasiten Larven krank werden und an den Flügeln und anderen Gliedmaßen verstümmelte Bienen entstehen, die nicht lebensfähig sind.

Schon 1939 begann Waltenbergers Interesse an Bienen, doch die zwei Bienenvölker seiner Mutter damals waren sehr aggressiv. Sein Lehrer an der Schule dagegen hatte 40 „brave“ Bienenvölker und die Erfahrungen des Pädagogen und Bienenliebhabers sollten Waltenbergers gesamtes Leben beeinflussen. 1947 hatte er seinen ersten eigenen Bienenstand, den er bald erweiterte und immer mehr Bienenvölker hegte, pflegte und beobachtete.

Schon 1960 begann er zu filmen, zunächst mit einer geschenkten Acht-Millimeter-Kamera, die er bald durch eine 16-mm-Kamera ersetzte. Heute filmt er digital und sein aktueller Bienenfilm „Die Bestie im Bienenstock“ wird immer wieder durch neue Aufnahmen ergänzt und erweitert. In den 60er Jahren besuchte er Kurse zum Fachwissen über Bienen und lernte dabei auch den Biologieprofessor Martin Lindauer kennen, der sich mit den Tänzen der Bienen beschäftigte. Er traf auch den Biologen Karl Daumer, der unter anderem zum Farbensinn der Bienen forschte.

Der Austausch mit anderen Bienenfachleuten und seine eigenen unermüdlichen Studien bescherten Waltenberger 2015 die Auszeichnung „Apisticus des Jahres“, die höchste Auszeichnung für einen Imker und Bienenfreund. Die Ehre erhielt Waltenberger auch deshalb, weil er seinen Erfahrungsschatz mit großer Begeisterung an junge Menschen und Interessierte weitergibt, illustriert durch seine professionellen, bis in den Makrobereich detaillierten Filmaufnahmen. Wie im Forum in Mindelheim, wo die Besucher einzigartige Nahaufnahmen von der Varroamilbe bei der Paarung sehen konnten, aber auch andere Bienenfeinde wie die heute fast ausgestorbene Bienenlaus oder die Wachsmotte.

Waltenberger referierte darüber, dass Bienen viel Wasser brauchen, dass sie vor Kälte geschützt werden müssen und die Entwicklung vom Ei bis zur fertigen Biene genau 21 Tage dauert und vieles andere Wissenswerte mehr.

Wie bedeutsam Bienen und andere Insekten für die Bestäubung der Blüten sind, wird heute immer offensichtlicher, wo das Insektensterben in aller Munde ist. So ist das Engagement von Fachleuten wie Donat Waltenberger heute umso wichtiger. (ug)

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