Newsticker

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Madrid und ins Baskenland
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Sozialwohnungen in Türkheim: Ein Aufzug ist Luxus

Sozialwohnungen in Türkheim: Ein Aufzug ist Luxus

Sozialwohnungen in Türkheim: Ein Aufzug ist Luxus
Kommentar Von Alf Geiger
15.07.2020

Plus Monatelang schlug der Verkauf der 20 gemeindeeigenen Sozialwohnungen am Auenweg und in der Laternenstraße hohe Wellen und brachte den Befürwortern eines Verkaufs an die Wohnungsgenossenschaft Mindelheim eine Menge Kritik ein.

„Die Gemeinde verkauft ihr Tafelsilber“, hieß es gar bei einer Bürgerversammlung.

Drei Jahre ist das nun her, ein neuer Gemeinderat wurde inzwischen gewählt und jetzt löst die Gemeinde – endlich! – ihr Versprechen ein und sorgt dafür, dass in Türkheim wirklich bezahlbarer Wohnraum für sozial schwächere Türkheimerinnen und Türkheimer geschaffen wird. Dass der Bedarf enorm und der Ansturm entsprechend groß sein wird, steht längst fest.

Lesen Sie dazu auch: Sozialwohnungen in Türkheim: Ein Aufzug ist kein Luxus

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Doch gut zwei Jahre wird es schon noch dauern, ehe das neue Mehrfamilienhaus mit insgesamt 16 Wohneinheiten bezugsfertig sein wird. Der Gemeinderat kann dann freihändig entscheiden, wer eine der günstigen Mietwohnungen bekommen soll. Und dafür greift der Gemeinderat tief in die Gemeindekasse – rund 2,5 Millionen Euro wird der Neubau an der Keltenstraße insgesamt kosten. Der Verkauf der alten Sozialwohnungen soll rund 800.000 Euro eingebracht haben.

Dass jetzt im Marktrat über den Einbau eines Aufzugs diskutiert wird, mutet angesichts der – zumindest auf lange Sicht – leeren Gemeindekasse schon seltsam an. Natürlich ist es schön für die Mieter, wenn sie alle Bequemlichkeiten einer modernen Neubauwohnung genießen können. Nur muss das eben auch bezahlt werden – und zwar nicht alleine aus der Kasse der Gemeinde, sondern vor allem auch von den Mietern der Sozialwohnungen selbst. Denn sie werden es letztlich sein, die über die Nebenkosten für Finanzierung und Unterhalt eines zusätzlichen Aufzugs zur Kasse gebeten werden (müssen). Bis zu 200 Euro zusätzliche Nebenkosten im Jahr könnten da anfallen, rechnete der Planer vor. Das ist viel Geld für jemanden, der jeden Euro zweimal umdrehen soll. Man könnte auch sagen: Das ist teurer Luxus.

Lesen Sie dazu die Berichterstattung aus dem Gemeinderat: Sozialwohnungen in Türkheim: Sparsam und nachhaltig?

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren