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Mindelheim

29.01.2019

Stadt verschiebt Plan für ein Parkhaus

Eine Tiefgarage gibt es schon in der Altstadt von Mindelheim mit 45 öffentlichen Plätzen.
Bild: Johann Stoll

Der Stadtrat erkennt die Notwendigkeit, für mehr Parkraum zu sorgen. Warum die Politiker aber zuwarten.

Die Kreisstadt wächst und damit nimmt auch die Zahl der Autos zu. Für die Lenker all dieser Fahrzeuge wird es allerdings immer schwieriger, in Innenstadtnähe einen freien Parkplatz zu finden. Der Stadtrat ist sich dessen bewusst und erkennt die Notwendigkeit an, mehr Parkraum zu schaffen. Die leidgeplagten Autofahrer, Anwohner und Geschäftsleute in der Innenstadt werden sich aber in Geduld üben müssen. Ein weiteres Parkhaus oder eine Tiefgarage wird in den nächsten Jahren nicht gebaut werden.

In den vergangenen Jahren sind rund um Mindelheims Altstadt 250 neue Parkplätze entstanden

Stadtbaumeister Gerhard Frey gab dazu am Montagabend einen Sachstandsbericht im Stadtrat ab. In den vergangenen Jahren seien gut 250 zusätzliche Parkplätze in Innenstadtnähe entstanden. Frey nannte beispielsweise den Inselweg (30 Plätze), die Teckstraße (16), die Ecke Kaufbeurer/Frundsbergstraße (42), den Norma-Parkplatz (55) sowie südlich davon weitere 60 Plätze. In der Altstadt-Tiefgarage stehen 45 öffentliche und 45 Bewohner-Parkplätze zur Verfügung. Insgesamt sind es laut Frey mehr als 700 Stellplätze in und um die Altstadt.

Die Idee, am Forum ein Parkhaus zu bauen, ist keine neue. Mitte der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts hatte die Stadt einen Wettbewerb ausgelobt. 350 Parkplätze sollten neu entstehen. Weil am Ende die Summe von 7 bis 10,5 Millionen D-Mark an Kosten standen, bekam der Stadtrat kalte Füße und legte das Projekt auf Eis.

Möglich wäre ein solches Parkhaus mit vier Ebenen am Forum, sagte Frey sinngemäß. Er sprach von 300 Stellplätzen. Es würden dann aber 115 oberirdische wegfallen. Unter dem Strich würden dort also nur 185 neue Parkplätze entstehen können. „Der Netto-Gewinn wäre nicht allzu groß“, sagte Frey.

Wo der Stadtbaumeister eine Tiefgarage für sinnvoller hält als am Mindelheimer Forum

Der Stadtbaumeister hat einen anderen Wunschstandort. Im Westen der Altstadt auf dem Areal der Englischen Fräulein könnte zwischen der Maximilianstraße 63 und der Fuggerstraße 3 ein Parkhaus mit 180 Stellplätzen entstehen. Davon verspricht sich Frey eine Belebung der unteren Maximilianstraße. Auch für das Wohnen in der Altstadt sei es von entscheidender Bedeutung, dass dort Parkplätze in der Nähe vorhanden sind.

Der Haken an der Sache: Der Grund ist in Privatbesitz – anders als am Forum, wo die Fläche der Stadt gehört. Bürgermeister Stephan Winter sagte, es sei „völlig ungeklärt“, ob dort gebaut werden kann. Ein erstes Gespräch mit dem Grundstückseigentümer habe stattgefunden. „Im Moment kann ich aber nicht sagen, in welche Richtung der Grundstückseigentümer denkt.“

Winter sieht momentan auch einen finanziellen Spielraum, um fünf bis sechs Millionen Euro zu stemmen. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer werden heuer um zwei Drittel niedriger ausfallen als im Vorjahr. Der Bürgermeister wies auch auf andere Projekte hin, die der Stadtrat bereits beschlossen hat. Für die Sanierung des Freibades seien acht Millionen Euro notwendig.

Für die CSU-Fraktion sagte Christoph Walter, dass es dringend notwendig sei, ein weiteres Parkdeck für die Altstadt zu bauen. Man dürfe aber auch nicht die finanzielle Situation außer acht lassen. Walter regte eine Wiedervorlage des Themas in zwei Jahren an.

Dem mochte sich der Bürgermeister nicht anschließen. Sobald sich die Finanzsituation der Stadt wieder aufhelle, wolle er das Projekt angehen. Roland Ahne (SPD) sagte, die Verkehrszunahme in Mindelheim sei gewaltig. Er sei absolut dafür, beim Thema Parkhaus dranzubleiben. Christel Lidel (BG) sagte, es fehle vor allem für die Beschäftigten Platz, wo sie den ganzen Tag ihre Autos abstellen können.

Stefan Drexel (Freie) sagte, „wir können uns momentan ein solches Parkhaus nicht leisten.“ Um etwas Entlastung zu erreichen, schlug er vor, vorübergehend zusätzliche Parkplätze am Forum zu schaffen und dafür die Grünfläche herzunehmen. Das würde 20 bis 30 Parkplätze bringen. Ursula Kiefersauer meinte, die Bürger werden nicht begeistert sein, wenn die Tiefgarage verschoben wird.

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