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Abwasser

27.01.2015

Stinkt es nur nach Gülle oder ist es Gülle?

Wird in Rammingen Rindergülle ins Abwasser gepumpt? Auf alle Fälle stinkt es danach und die Schmutzfracht, die in Türkheim ankommt, stieg um das Doppelte gegenüber dem Vorjahr.

Bürgermeister und Marktbaumeister tippen weiter auf Letzteres. Laut Bürgerliste tragen die Landwirte aber keine Schuld am stark verschmutzten Ramminger Abwasser

Die Problematik um das Ramminger Abwasser spitzt sich weiter zu. Wie berichtet ist die Wassermenge gegenüber dem Vorjahr stark gestiegen und der Verschmutzungsgrad des Ramminger Abwassers gar auf das Doppelte. Bürgermeister Anton Schwele und Marktbaumeister Robert Joder gehen immer noch davon aus, dass „höchstwahrscheinlich“ wiederholt unerlaubt Rindergülle eingeleitet wurde.

Die Bürgerliste Rammingen hingegen spricht in einer Presseerklärung davon, dass „kein einziger nachprüfbarer Beleg für diese unverfrorene Behauptung des Bürgermeisters existiert“. Diese Schuldzuweisungen seien nachweislich unwahr. Die Bürgerliste sieht die erhöhte Belastung vielmehr darin, dass die Wartung der Pumpstation in Rammingen derart mangelhaft sei und so in Türkheim vergorene Fäkalien ankommen. Ihrer Meinung nach werde die Leitung unzureichend mit der vorhandenen Druckluft-Spüleinrichtung gesäubert.

Bereits auf der Bürgerversammlung Ende November in Rammingen hatte Bürgermeister Anton Schwele die Anwohner aufgefordert, ihre Augen offen zu halten und Verdachtsfälle zu melden. „Seit Wochen hat das Personal an der Kläranlage immer wieder festgestellt, dass Rindergülle verbotenerweise in unser Abwasser eingeleitet wird“, so der Bürgermeister. Zwei Hinweise seien auch danach bei ihm eingegangen, denen er weiter nachgehen wird, so Schwele jetzt gegenüber der Mindelheimer Zeitung.

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Erhebliche Geruchsbelästigung auch in Türkheim

Auch in der anschließenden Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft am 9. Dezember 2014 waren die gestiegene Schmutzfracht und die erhöhte Wassermenge Thema. Marktbaumeister Robert Joder berichtete, dass immer wieder große Mengen stark belastetes Wasser aus der Gemeinde Rammingen in der Kläranlage angekommen seien. „Die Kläranlage erreicht jeweils die Belastungsgrenze, wenn es zu diesen Einleitungsschüben kommt“, so Joder. Er berichtete auch, dass es in Türkheim im Bereich der Tussenhauser Straße eine erhebliche Geruchsbelästigung gebe.

„Zweimal im Jahr messen wir von der Verwaltungsgemeinschaft Wassermenge und Schmutzfracht. Dementsprechend anteilmäßig müssen die einzelnen Gemeinden auch bezahlen“, erklärt Joder jetzt der MZ. Die erhöhte Wassermenge sei erklärlich, da bei der Steuerung in Rammingen ein technischer Defekt vorgelegen habe. Er sei schnellstmöglich behoben worden. Der extrem angestiegene Verschmutzungsgrad hingegen sei unerklärlich. „Es stinkt auf alle Fälle wie Rindergülle und auch der sehr hohe Stickstoffgehalt bei den entnommenen Proben unterstreicht dies“, so Joder.

Wäre die Druckluft-Spülleitung schlecht gewartet, würde gleichmäßig eine erhöhte Schmutzfracht in Türkheim ankommen, was aber nicht der Fall sei, dementiert Joder den Vorwurf der Bürgerliste. Die VG habe zudem bereits schon vor Jahren einige zusätzlichen Maßnahmen getroffen. So sei ein Kohlefilter in die Druckleitung eingebaut worden und auch eine sogenannte Molchschleuse, die alle vier Wochen die Druckleitung reinige. Zuständig für die Wartung der Ramminger Leitung ist der Bürgermeister seit 19 Jahren selbst. Laut Joder hat es noch nie eine Beanstandung gegeben. Die Bürgerliste Rammingen sieht das ganz anders. Durch seine unzutreffende Tatsachenbehauptung, es handle sich um Rindergülle, diskriminiere der Bürgermeister einen ganzen Berufsstand – die Landwirte nämlich – nur um von seiner Person abzulenken. „Jetzt müssen die Bürger mit etwa 40 Prozent höheren Kosten im Gebührenbescheid für ihr Abwasser rechnen,“ so die Bürgerliste Rammingen abschließend in ihrer Presseerklärung. Das sei ein Skandal.

Abwasserpreis bleibt trotz allem 2015 stabil

„Das stimmt definitiv nicht!“ so Bürgermeister Anton Schwele. Der Abwasserpreis bleibt 2015 stabil bei 90 Cent pro Kubikmeter. Laut Bürgermeister werden aber natürlich Rücklagen schneller abgebaut. Schwankungen, die auf technische Defekte zurückzuführen seien, glichen zudem laut dem Marktbaumeister die VG-Gemeinden immer untereinander aus.

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