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Mindelheim

19.12.2020

Technikerschüler bauen eigene Corona-Ampel fürs Klassenzimmer

Ein kleines Gerät mit vielen technischen Raffinessen warnt in 26 Klassen der Technikerschule vor schlechter Luft.

Plus Die Technikerschüler aus Mindelheim haben CO2-Ampeln im Miniformat selbstgebaut und sparen so viel Geld. So funktionieren die Geräte.

Lüften, lüften, lüften: Um in Corona-Zeiten das Infektionsrisiko auch in kleinen Räumen zu begrenzen, muss regelmäßig die Luft ausgetauscht werden. Wann es Zeit ist, die Fenster aufzureißen, um virenbehafteten Aerosolen den Garaus zu machen, können CO2-Ampeln anzeigen. Fertige Modelle sind nicht gerade billig, sie kosten zwischen 80 und 170 Euro. „Viel zu teuer“, fanden die Absolventen der Mindelheimer Technikerschule und bauten trotz Distanzunterricht für 26 Klassenzimmer funktionsfähige CO2-Ampeln im Miniformat.

Eigeninitiative steht auf dem Lehrplan der Mindelheimer Technikerschule

Der Vorschlag der Schulleitung, Kohlendioxid-Kontrollgeräte selbst zu bauen, stieß bei den Schülern auf großes Interesse. Es machte ihnen mächtig Spaß, Messgeräte für die eigene „Schulfamilie“ zu entwickeln. „Solche Eigeninitiative ist ganz im Sinne unseres Lehrplanes“ sagt Schulleiter Georg Renner und betont: „Unsere Aufgabe ist es ja, aktuelle Probleme zu lösen.“

Was er besonders begrüßt: Der Bau der Geräte wird vom Kultusministerium unterstützt. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, mussten die Schüler sämtliche Anforderungen der Richtlinie „zur Förderung von Investitionskosten für technische Maßnahmen zum infektionsschutzgerechten Lüften an Schulen“ erfüllen. So hatte die Technikerschule lediglich die Kosten für die Hardware, die CO2-Sensoren von 50 Euro pro Stück zu tragen.

Jeder Technikerschüler entwickelte sein eigenes Ampel-Modell

Technischen Vorgaben entsprechend entwickelte jeder Schüler sein eigenes Modell. Nur das technische Innenleben der Geräte, die handlich, mobil und klein sein müssen, gleicht wie ein Ei dem anderen. Die CO2-Ampel zeigt drei Farben an. Schaltet sie von grün auf gelb und rot, muss dringend gelüftet werden. In den Schulklassen bietet der Nachbau eines CO2-Warngerätes Anknüpfungspunkte für viele Fächer. Die Verzahnung mit CAD-Unterricht und modernen Fertigungsmethoden über 3-D-Drucker, Lasercutter oder Werkzeugmaschinen stehen in der Technikerschule schon im ersten Schuljahr auf dem Stundenplan. So kann die Bildungsschmiede bereits mit so eindrucksvollen Projekten, wie Katzenfütterungsautomat, Pflanzenbewässerungsapparat oder LED-Würfel wuchern. Der jährliche Info-Abend für Interessenten der Technikerschule findet 2021 online als Youtube-Videostream am 4. Februar ab 17.30 Uhr statt.

In der Werkstatt der Technikerschule erläuterten die Schüler (von links) Jonas Pospischil, Simon Hölzle und Robert Lochbrunner den Lehrkräften und Schulleiter Georg Renner (rechts) die Funktion ihres selbst entwickelten CO2-Warnanzeigers.
Bild: Issing

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