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Bad Wörishofen

22.07.2019

Turnhalle: Kritiker fühlen sich bestätigt

Die Dreifachturnhalle steht einer Erweiterung der Grund- und Mittelschule Bad Wörishofen im Weg.
Bild: Markus Heinrich

Die Raumnot der Grund- und Mittelschule Bad Wörishofen weckt die Erinnerung an den Streit um den richtigen Standort für die Halle.

Raumnot an der Grund- und Mittelschule – die einstigen Vertreter des Vereins Bürgerforum Bad Wörishofen fühlen sich in ihren Warnungen bestätigt. Der scheidende Bad Wörishofer Rektor Günter Blasini hatte jüngst im Sozialausschuss des Stadtrates berichtet, die Schule platze aus allen Nähten. Eine bauliche Erweiterung sei unumgänglich. Nun fragen Michael Moser und Heinrich Dietz vom einstigen Bürgerforum: „Wie soll eine solche, möglichst auch barrierefreie Erweiterung vor sich gehen, da das aktuelle Gelände – vor allem wegen der erst jüngst errichteten Dreifachturnhalle – keine Reserven mehr aufweist?“ Moser und Dietz hatten einst in vorderster Reihe Kritik gegen den Standort der Turnhalle vorgebracht und sogar ein Bürgerbegehren dagegen auf den Weg gebracht.

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„Wenn man die Wehklagen dieses Rektors liest, dann kommen einem auch die Worte seines Vorgängers, Franz Oberstaller, in den Sinn, der im Jahr 2014, als noch um den Standort für den Neubau dieser Turnhalle gerungen wurde, wörtlich feststellte: Die geplante Positionierung der Dreifachturnhalle macht unsere Schule zum Verlierer. Zwei Drittel unseres Schulgebäudes fallen weg“, erinnern Dietz und Moser in einer gemeinsamen Erklärung. Oberstaller habe damals betont, dass sowohl er als auch der Elternbeirat bereits bei der Planung mehrmals ihre Bedenken schriftlich bei der Stadt eingereicht hätten, aber „nie seien die Argumente gehört, geschweige denn akzeptiert worden“, so Dietz und Moser und Bezugnahme auf einen Artikel der Mindelheimer Zeitung vom 25. Juni 2014.

Die Dreifachturnhalle steht der Erweiterung der Grund- und Mittelschule Bad Wörishofen im Weg

„Nun sind wir so weit“, stellen die beiden Kritiker des Hallenstandortes fest. Man habe damals auch deshalb versucht, einen anderen Standort für eine Dreifachturnhalle zu finden. „Der Stadtrat hörte weder auf diese noch auf andere Einwendungen“, kritisieren Moser und Dietz. „Fast sklavisch sollte das vom Vorgängerbürgermeister favorisierte Projekt in Lage und Form verwirklicht werden.“ Den eigenen Vorschlag von damals nennen der einstige Präsident des Landesrechnungshofes Thüringen – Dietz – und der vormalige Landtagskandidat der Freien Wähler – Moser – eine Wahl „mit Weitblick“. Die Turnhalle, so erinnern sie, hätte als Campus in den östlichen Stadtteil zwischen Kern- und Gartenstadt verlagert werden sollen. „Diese Idee wurde damals von Gegnern im Stadtrat und in einzelnen Sportverbänden massiv und mit üblen Argumenten verworfen“, kritisieren Moser und Dietz. „Der jetzt notwendigen Erweiterung der Schule steht am bisherigen Standort das inzwischen errichtete Sport-Monument im Weg.“ Außerdem seien die städtischen Finanzmittel „jetzt auch verbraucht“, finden Moser und Dietz. Die Baukosten der Halle seien auf mehr als 6,3 Millionen Euro gestiegen.

Den Turnhallenbau bezeichnen sie als „eklatante städteplanerische Fehlleistung des gegenwärtigen Stadtrats“. Dies könne auch nicht durch den nun angegangenen Masterplan Stadtentwicklung geheilt werden „Wenn künftig ein Schulneubau erfolgen muss, wovon mittelfristig auszugehen ist, dann kann er also nur andernorts erfolgen und dann müssen die Schüler künftig für den Sportunterricht von dort aus die Turnhalle am jetzigen Standort aufsuchen“, kritisieren Moser und Dietz. „Genau dies wollte unser Verein mit der Campus-Lösung vermeiden.“ Es gehe ihnen „nicht um Rechthaberei“, erklären die Autoren, sondern „um die Hoffnung, dass der Stadtrat parteineutral und mit Weitblick agiert.“ (mz, m.he)

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