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Unterallgäu

16.03.2020

Update: Drive-In-Schalter für Corona-Tests eingerichtet

Medizinisches Personal probt an einer neuen Drive-in-Teststation in München, die für Corona-Tests für Reiserückkehrer eingerichtet wurde, einen Abstrich. Eine solche Station soll es ab 17. März auch in Mindelheim geben.
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Medizinisches Personal probt an einer neuen Drive-in-Teststation in München, die für Corona-Tests für Reiserückkehrer eingerichtet wurde, einen Abstrich. Eine solche Station soll es ab 17. März auch in Mindelheim geben.
Bild: Peter Kneffel/dpa

Am Montag ist die offizielle Zahl der Corona-Fälle im Unterallgäu auf 18 angestiegen. Ab Dienstag gibt es einen "Drive-In-Schalter" für Corona-Tests.

Update Dienstag 15:30 Uhr:

Das Landratsamt Unterallgäu hat in der Landsberger Straße 45 in Mindelheim eine Drive-In-Station für Corona-Verdachtsfälle eingerichtet. 100 Autos können pro Tag abgefertigt werden. Hier gibt es eine Bildergalerie dazu:

Das Landratsamt Unterallgäu hat in der Landsberger Straße 45 in Mindelheim eine Drive-in-Station für Corona-Verdachtsfälle eingerichtet. 100 Autos können pro Tag abgefertigt werden.
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Corona: Drive-In in Mindelheim eingerichtet
Bild: Oliver Wolff

Update Montag, 17.19 Uhr:

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Um Menschen effektiver auf eine mögliche Corona-Infektion testen zu können, richtet das Landratsamt ab Dienstag, 17. März, einen Drive-In-Schalter beim Kreisbauhof in Mindelheim ein. Der Drive-In-Schalter beim Bauhof in der Landsberger Straße 45 ist täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Testen lassen können sich dort Reiserückkehrer mit Krankheitssymptomen sowie Kontaktpersonen von Infizierten. Diese bekommen vom Gesundheitsamt eine Nummer, mit der sie zum Schalter fahren und sich testen lassen können. Getestet werden ausdrücklich nur begründete Verdachtsfälle, die vom Gesundheitsamt ein Ticket mit einer Nummer erhalten haben.

Im Unterallgäu gibt es mittlerweile 18 bestätigte Corona-Fälle. Schwere Verläufe sind nicht darunter, heißt es aus dem Gesundheitsamt. In Bad Wörishofen steht nach wie vor ein Hotel unter Quarantäne. Die Testergebnisse sind aber alle negativ.

Corona: 90 Menschen in Bad Wörishofen befinden sich noch in Isolation

In dem unter Quarantäne gestellten Hotel in Bad Wörishofen befinden sich noch rund 90 Menschen in Isolation. Am Wochenende waren dort circa 120 Gäste und einige Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet worden, weil eine Mitarbeiterin erkrankt ist. Alle Tests fielen negativ aus. Einige Personen, die mit der Erkrankten keinen engeren Kontakt hatten, durften das Hotel bereits verlassen. Die restlichen Gäste sollen das Hotel in den kommenden Tagen sukzessive verlassen dürfen. Grundsätzlich müssen enge Kontaktpersonen aber zwei Wochen in Isolation bleiben.

Kinder und Schüler sollen allenfalls in kleinen Gruppen betreut werden

Um Infektionsketten zu unterbrechen, rät das Landratsamt, die Kinder- und Schülerbetreuung in den Gemeinden auf kleine Gruppen zu beschränken. In den Kommunen wurden Notgruppen für Alleinerziehende und Eltern in systemrelevanten Berufen, also zum Beispiel für Ärzte oder Polizisten, eingerichtet. Die Gruppen sollten so klein wie möglich und nicht größer als fünf Kinder oder Schüler sein. Außerdem sollte die Betreuung der Gruppe nicht von Kindergarten zu Kindergarten oder von Schule zu Schule rotieren.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.unterallgaeu.de/corona zu finden. Das Bürgertelefon am Landratsamt ist unter der Woche weiterhin von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr unter (08261) 995-406 zu erreichen, am Samstag und Sonntag von 12 bis 15 Uhr.

Update Montag, 15.11 Uhr:

Die rund 140 Personen im Hotel Sebastianeum Bad Wörishofen bleiben vorerst in Insolation. Das teilte das Landratsamt Unterallgäu auf Nachfrage der Mindelheimer Zeitung mit. Allerdings gab es auch eine gute Nachricht: Die Testergebnisse bei Gästen und Mitarbeitern seien durchwegs negativ ausgefallen, es gibt in dem Hotel also keinen weiteren bestätigten Corona-Fall. Eine Mitarbeiterin hatte sich mit dem Virus infiziert, das Hotel in der Fußgängerzone von Bad Wörishofen wurde deshalb am Freitag, 13. März, gegen Abend isoliert.

Insgesamt gibt es mittlerweile 18 bestätigte Corona-Fälle im Landkreis Unterallgäu. Immer noch ist nicht bekannt, in welchen Ortschaften die seit Freitag, 13. März, gemeldeten Erkrankungen auftraten. Das Landratsamt hat dies bislang auch auf Nachfrage nicht mitgeteilt.

Update Montag, 11.32 Uhr:

Bad Wörishofen schließt die städtischen Einrichtungen für Publikumsverkehr. Diesen Schritt ergreift Bürgermeister Paul Gruschka (FW), nachdem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Schutz vor dem Corona-Virus den Katastrophenfall für Bayern ausgerufen hat. Dies gilt vorläufig für vierzehn Tage. Mit seiner Anordnung will Gruschka Mitarbeiter und Besucher der städtischen Betriebe vor dem Virus schützen. Geschlossen werden ab Dienstag, 17. März, das Rathaus, der Kur- und Tourismusbetrieb, die Stadtwerke und der Betriebshof, ebenso die Sporthallen und die Musikschule.

Update Sonntag, 15. März, 17.44 Uhr:

Wie das Landratsamt soeben auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle im Landkreis Unterallgäu auf 17 gestiegen. In keinem der neuen nachgewiesenen Erkrankungsfälle mit dem neuartigen Coronavirus sei eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus erforderlich gewesen. In dem einen Fall, in dem das in der Vorwoche nötig geworden war, sei der Patient seit Ende der Woche auf dem Weg der Besserung. Wo die neuen Coronafälle aufgetreten sind, teilte das Landratsamt nicht mit. Man werde die Orte aber nachreichen, hieß es seitens der Pressestelle.

Die rund 140 Menschen, die im Hotel Sebastianeum in Bad Wörishofen isoliert wurden, müssen dort auf jeden Fall heute noch bleiben. Man habe bislang keine neuen Erkrankungen nachweisen können, aber noch lägen nicht alle Testergebnisse vor. Bei einer Mitarbeiterin wurde eine Corona-Erkrankung nachgewiesen, was die Isolation ausgelöst hatte.

Update Sonntag, 15. März, 11.35 Uhr:

Wie das Gesundheitsamt am Landratsamt Unterallgäu soeben mitteilt, hat sich die Mitarbeiterin dieses Bad Wörishofer Hotels mit dem Coronavirus infiziert. Nach dem positiven Test wurde sie am Freitagabend isoliert. Kontaktpersonen der Frau seien ebenfalls ermittelt und isoliert worden, heißt es von Seiten des Gesundheitsamts - Gäste im Hotel, Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne.

120 Menschen wurden am Samstag getestet

Insgesamt 120 Gäste und einige Mitarbeiter des Hotels in Bad Wörishofen wurden am Samstag auf das Coronavirus getestet.

Die Auswertung der Tests kann laut Gesundheitsamt ein bis zwei Tage dauern. Etwa 20 Gäste konnten nach dem Test abreisen, da sie nicht im engeren Kontakt mit der Erkrankten standen. Für sie gilt die Empfehlung, soziale Kontakte auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren. Die Gäste, die im Hotel bleiben müssen, werden dort versorgt. Ansteckungsgefahr für andere besteht somit nicht.

So geht es mit dem Bad Wörishofer Hotel weiter

Im Sebastianeum in der Fußgängerzone von Bad Wörishofen sei die Lage momentan entspannt, sagte die Leiterin Karin Lüpken der Mindelheimer Zeitung. Das Haus ist geschlossen, 116 Gäste seien dort momentan isoliert. Dazu käme ein Teil der Belegschaft, die dafür sorgen, dass es den Gästen an nichts mangelt. Insgesamt seien 130 bis 140 Personen im Haus, sagt Lüpken, die selbst nicht zum Personal zählt, das isoliert wurde.

"Der Alltag läuft ganz normal weiter, die Versorgung der Gäste ebenfalls", berichtet sie. Die Mitarbeiterin, die sich mit dem Coronavirus infiziert hat, habe keine Symptome gezeigt. Sie sei getestet worden, weil sie Kontakt zu einer nachweislich erkrankten Person hatte, berichtet Lübken. Bislang seien bei den Tests des Gesundheitsamtes keine weiteren Coronafälle entdeckt worden. "Wir hoffen auf grünes Licht", sagt Lüpken. Noch am heutigen Sonntag könnten alle Testergebnisse vorliegen. "Das wichtigste ist nun, Ruhe zu bewahren", sagt Lüpken.

Der Leiter des Gesundheitsamtes Unterallgäu, Dr. Ludwig Walters sagt: „Liegen die Testergebnisse vor, wird die für die Gäste derzeit unangenehme Situation erneut bewertet und die notwendigen Maßnahmen werden angepasst".

Inzwischen sind im Unterallgäu 15 Corona-Fälle bekannt. „Jeder sollte persönlich Verantwortung übernehmen und Infektionsrisiken reduzieren - für sich selbst wie auch für andere. Vor allem müssen wir Risikogruppen schützen“, rät Walters.

Stand Freitag, 13. März:

Im Unterallgäu sind inzwischen zehn Menschen durch das Corona-Virus infiziert. Neben den vier bekannten Fällen kamen gestern sechs weitere hinzu. Entwarnung gab es für das Vöhlin-Gymnasium in Memmingen sowie für Grundschule und Kindergarten Wiedergeltingen. Hier wurde die Quarantäne aufgehoben.

Unter den neu Infizierten ist laut Landratsamt eine junge Frau, die sich am Mittwoch, 11. März, im Cineplex-Kino in Memmingen aufgehalten hat. Das Gesundheitsamt am Landratsamt bittet nun alle, die am 11. März um 19.45 Uhr den Film „Nightlife“ besucht haben, sich unter der Bürgerhotline zu melden, Telefon (08261) 995-406. Die Hotline ist werktags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr besetzt, Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 15 Uhr.

Kind eines Erkrankten im Unterallgäu jetzt auch mit Coronavirus infiziert

Zudem hat sich das Kind eines Erkrankten infiziert, das die Anton-Fugger-Realschule in Babenhausen besucht. Hier wurde eine weitere Klasse unter Quarantäne gestellt. Laut Gesundheitsamt verlaufen die neuen Fälle bislang mild.

Von Montag an werden in Bayern bis zu den Osterferien alle Schulen geschlossen. Auch Kitas schließen, ebenso die städtische Sing- und Musikschule. Für die Schüler heißt das aber nicht automatisch schulfrei. Die Schüler bekommen von ihren Lehrkräften Aufgaben, die sie dann Zuhause erledigen müssen.

Die Nachricht von Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Michael Piazolo hat beim Maristenkolleg niemanden wirklich überrascht. Schulleiter Gottfried Wesseli sagt, die Lehrer hätten sich schon seit Tagen auf diesen Tag X eingestellt. Das Maristenkolleg in Mindelheim – Gymnasium wie Realschule – und die Maria-Ward-Realschule sind seit knapp zwei Jahren mit dem Office-365-Paket ausgestattet. Damit hat jeder Schüler seine eigene E-Mail-Adresse, sagt Wesseli. Sie können somit Unterrichtsmaterialien von ihren jeweiligen Fachlehrern erhalten, die sie dann daheim erledigen müssen.

„Wir sind sehr froh, dass wir diese Möglichkeit haben“, sagt Wesseli. Damit könne sichergestellt werden, dass die Schüler beim Lernstoff nicht den Anschluss verlieren.

Unterricht per Computer am Maristenkolleg und der Maria-Ward-Realschule

Ähnlich verfährt die Maria-Ward-Realschule. Schulleiterin Rosa Ritter sagt, am Montag treffen sich wie am Maristenkolleg die Lehrkräfte um 9 Uhr zu einer Konferenz. Da soll im Detail besprochen werden, wie die Lehrer untereinander kommunizieren können. Getestet wurde bereits, dass jeder das Office-365-Paket bedienen kann. Auch Ritter ist sehr froh, dass es diese kostenfreie Möglichkeit gibt, um diese schwierige Phase überbrücken zu können.

Thema auf dieser Konferenz an der Realschule wird auch sein, wie die Prüfungen über den Rest des Schuljahres verteilt werden können. Bis Ostern stand eigentlich noch so manche Schulaufgabe auf dem Programm.

Nicht anders ist die Lage am Maristenkolleg. Zwei Schulaufgaben stehen eigentlich bis Ostern pro Woche auf dem Plan. In jedem Fall werde eine Lösung gesucht, dass die Schüler keine Nachteile erleiden müssen. Das gelte insbesondere für die Abiturienten. Wie genau das geschehen kann, „ist noch nicht durchdekliniert“, sagt Wesseli. Die Schule werde alles tun, damit die Abiturienten gut vorbereitet in die Prüfungen gehen. Ob die Abschlussprüfungen verschoben werden müssen, ist noch unklar.

An der Grundschule Mindelheim werden die Kinder die nächsten drei Wochen per Mail mit Hausaufgaben versorgt. Jeden Tag kommen Aufgaben zur Bearbeitung, kündigten Schulleiterin Angela Börner und ihre Stellvertreterinnen Sabine Gruber und Simone Röhrle in einem Elternbrief an, der auch auf die Homepage der Schule gestellt wurde. Die Mail-Adressen der Eltern hat die Schule bereits eingeholt. Jetzt müssen die 560 E-Mail-Adressen eingepflegt werden. Die Schule bittet die Eltern, ihre Kinder bei den Aufgaben zu unterstützen.

Notbetreuung für Kinder von Polizisten, Ärzten, Pflegern

Die Schule bietet auch eine Notbetreuung an, allerdings nur für jene Kinder, deren beide Elternteile in besonderen Berufsfeldern wie Polizei, Medizin, Pflege oder THW tätig sind. Auch für Alleinerziehende in diesen Berufen gibt es eine Betreuung. Eltern sollten die Betreuung ihrer Kinder möglichst nicht über die Großeltern organisieren, weil ältere Menschen zu den Risikogruppen gehören.

Für die Kliniken im Unterallgäu ist ein Besuchs- und Betretungsverbot erlassen worden wie für Senioren- und Behinderteneinrichtungen. Damit sollen auch die Mitarbeiter vor Infektionen geschützt werden. In den Kliniken seien sie für die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung in unserer Region unentbehrlich, heißt es in einer Mitteilung des Klinikverbundes Allgäu, zu dem die Häuser Mindelheim und Ottobeuren gehören. Die Kliniken bitten alle Angehörigen und Patienten um Verständnis für diese einschneidende Maßnahme. Ausnahmen von dem Betretungsverbot sind therapeutisch oder medizinisch notwendige Besuche sowie dringende Notfälle. Dazu zählen zum Beispiel Besuche von Eltern bei einem erkrankten Kind, Besuch von Neugeborenen durch ihre Väter sowie der Besuch bei Sterbenden. Die ambulante Versorgung von Patienten werde aufrechterhalten.

Veranstaltungen wie die Vortagsreihe „Moderne Medizin in Ihrer Nähe“ im Unterallgäu finden bis auf weiteres nicht mehr statt. Der Zugang zu den Kliniken ist ab sofort an allen Standorten nur noch über die Haupteingänge möglich.

Aufgrund der Schulschließungen in Bayern verkehrt der öffentliche Personennahverkehr im gesamten Bereich des Verkehrsverbunds Mittelschwaben (VVM) und somit auch im Landkreis Unterallgäu ab Montag, 16. März, bis voraussichtlich 19. April wie an Ferientagen. Auskünfte erteilt die Mobilitätszentrale des VVM telefonisch unter Telefon (0 82 82) 82 87 00 oder im Internet unter www.vvm-online.de

Das Landratsamt Unterallgäu bittet außerdem Personen, die möglicherweise am Coronavirus erkrankt sind, das Landratsamt und seine Außenstellen nicht zu betreten. Darunter fallen Personen, die mit infizierten Personen Kontakt hatten, die sich krank fühlen oder die sich vor Kurzem in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Diese Personen sollten vor ihrem Besuch telefonisch Kontakt mit dem Landratsamt aufnehmen.

Viele weitere Informationen zum Thema stehen auch auf der Homepage des Landratsamts.

Die Ereignisse rund ums Coronavirus der vergangenen Tage im Unterallgäu:

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