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Besondere Ausstellung in Memmingen

23.04.2015

Viel Kreativität hinter einer tückischen Krankheit

„Später Besuch“ heißt die Bilderreihe von Elisabeth Heinemann, zu der auch dieses Porträt gehört.
2 Bilder
„Später Besuch“ heißt die Bilderreihe von Elisabeth Heinemann, zu der auch dieses Porträt gehört.
Bild: Müller

Menschen mit Demenz drücken ihre Gefühle mit Kunst aus und berühren damit die Besucher. Sie steht unter dem Motto "Kunst trotz(t) Demenz".

Diese Ausstellung in den Museen im Antonierhaus berührt – und rüttelt auf. Sie zeigt Bilder, Zeichnungen, Wachsarbeiten, Skulpturen, Holzdrucke und Grafiken von Menschen, die in verschiedenen Stadien der tückischen Krankheit Demenz (noch) Möglichkeiten fanden, ihre Gedanken und Gefühle mit künstlerischen Mitteln mitzuteilen. „Kunst trotz(t) Demenz“ heißt deshalb die Schau, die darüber hinaus auch Fotoarbeiten präsentiert – überwiegend Porträts – in denen die Betroffenen in ihren künstlerischen und freudigen Augenblicken behutsam und einfühlsam festgehalten sind. Hergeholt hat sie die Diakonie Memmingen.

Im Rahmen einer gut besuchten Vernissage im Antoniersaal eröffneten für das Diakonische Werk Memmingen dessen Vorsitzender Stefan Gutermann und Ausstellungskurator Andreas Pitz (Diakonie Hessen und Nassau) die Wanderausstellung. Oberbürgermeister Ivo Holzinger und Kulturamtsleiter Hans-Wolfgang Bayer zeigten sich begeistert vom Engagement der Memminger Diakonie, wo der Gedanke an diese Ausstellung schon lange Zeit reifte. Besonders hob Bayer hervor, dass die Arbeit des Kurators Pitz „weit über das übliche Maß einer Wanderausstellung hinaus“ reichte. „Er war eine Woche in Memmingen und bettete die Kunstobjekte zum Thema Demenz in das Umfeld des Antonierrmuseums ein.“ Im Gegenzug bedankten sich Gutermann und Pitz beim „grandiosen Team des Memminger Kulturamtes“. Dass in den Räumen des Antonierhauses, dem früheren Hospital des Ordens der Antoniter, die Thematik demenzieller Erkrankungen „wunderbar aufgehoben“ sei, war übereinstimmendes Lob aller. Zudem wird im Rahmen des vielschichtigen Begleitprogramms zur Ausstellung (wir berichteten) denen eine Stimme gegeben, die diese selbst nicht mehr haben.

Memmingen ist laut Pitz die 33. Station der seit 2009 immer wieder ergänzten und zum Teil ausgetauschten künstlerischen Arbeiten. Demenz ist „die Behinderung der Zukunft“ zitierte Gutermann die Autorin Ulrike Heidenreich. Eine Lebensgestaltung im Umfeld von dementen Menschen werde immer wichtiger – „diese Ausstellung zeigt Anknüpfungspunkte“. Eindrucksvolle Einblicke in eine gänzlich andere Welt, eine Welt, in der trotz Demenz künstlerische Ausdrucksfähigkeiten bleiben können, beschrieb Pitz.

Ein einfühlsames, blues-musikalisches Rahmenprogramm zur Vernissage bot die Memminger Gruppe „Blue Ball“ mit Albert Hefele, Jojo Schick und Sebastian Kühn.

„Kunst trotz(t) Demenz“ ist im Memminger Antonierhaus noch bis zum 17. Mai zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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