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Konzert

17.06.2019

Vielfältige Blasmusik auf hohem Niveau

Ein kleines Jubiläum feierte das Blasorchester Kirchheim beim Konzert im Zedernsaal. Die Formation wird heuer 45 Jahre alt. Gefeiert wurde mit einer musikalischen Reise durch verschiedene Länder.
Bild: Schmid

Das Blasorchester Kirchheim machte sich selbst und seinen Gästen ein klingendes Geburtstagsgeschenk

Er ist, gemessen an anderen Musikvereinen, noch recht jung, der Verein vom Blasorchester Kirchheim. Und doch wurde zu recht das „kleine Jubiläum“ von 45 Jahren, wie die Vorsitzende Rosi Greiner es formulierte, mit großartiger Blasmusik im Zedernsaal des Fuggerschlosses begangen.

Dass das Konzert in jedem Jahr in diesem geschichtsträchtigen Saal stattfinden konnte, dafür bedankte sie sich besonders bei Fürstin Angela Fugger von Glött. Schon am Eingang zum Schlossgarten strahlten den Gästen Instrumente entgegen. Sie hingen an den Zweigen der Sträucher. Außerdem hatten die Musiker für eine besondere Beleuchtung gesorgt. Der große Springbrunnen in der Mitte und die Blumenrabatten waren von Kerzen umrahmt. Diese zauberhafte Illumination konnte in der Konzertpause und am Ende eines großartigen Abends bewundert werden.

Dirigent Michael Werner, seit 2015 am Pult, zeigte mit dem von ihm ausgesuchten Programm das musikalische Können seiner Musiker. Die Gäste bekamen Werke zu hören, die höchste Anforderungen an die Musiker stellten und bei den Wertungsspielen des Allgäu Schwäbischen Musikbundes in der Ober- und Höchststufe angesiedelt sind.

Melcom Arnold schrieb die „Little Suite for Brass“ op. 80, die mit den drei Sätzen „Prelude, Siciliano and Rondo“ höchste Konzentration erforderten. Ein hervorragendes Entree.

Aber wie klingt es, wenn eine multikulturelle Stadt mit höchstem Wohlstand in der Ostsee versinkt? Philipe Sparke stellte das musikalisch dramatisch dar. Da hörten die Gäste die Bewohner sorglos feiern, während gleichzeitig dunkel und dröhnend die Stadt versank. Die Vorzeichen waren nicht ernst genommen worden. „Vineta“ liegt nun auf dem Meeresgrund. Welche Schatzsucher werden sie ausfindig machen?

Die musikalische Reise ging auch nach Armenien. In sinfonischer Sprache erzählt Alfred Reed in vier Sätzen von melancholischen und temperamentvollen Volkstänzen. Die Reise ging mit dem „The Earl of Oxford’s March“ von William Byrd weiter nach Großbritannien. Mit mystischen Klängen des Vorderen Orient erwarteten die Gäste eine verzaubernde 1001-Nacht-Arabeske. Der Schlussteil der „Arabian Dances“ klang strahlend mit feierlicher Erhabenheit.

Für Manuel Schiegg ist es sein Euphonium, dass ihn seit zehn Jahren so begeistert, dass er den „Song for Ina“ sehr einfühlsam hören ließ. Es ist eines der wenigen Werke für ein Soloinstrument von Philip Sparke, für das Euphonium.

Jugendliche des Blasorchesters traten als „Saxofonchor“ auf. Eine super Idee, das „Somewhere over the Rainbow“ und das Stück „I gotta Funk, Buddy“ im Zedernsaal modern und flott zu Gehör zu bringen. Dass die jungen Musiker dafür ganz besonders viel Beifall erhielten, war schon vorauszusehen. Um beim „Zauberer von Oz“ zu bleiben, spielte das Orchester einige „Songs of the Wizz“, aus dem zauberhaften Land, komponiert von Charlie Smalls.

Marlene Preißinger, die stellvertretende Landrätin, war begeistert vom Blasorchester Kirchheim. Sie lobte die Musikanten und meinte: „Dieses Hobby ist eine wertvolle Freizeitbeschäftigung. Sie sind die Garanten dafür, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche viel Wertvolles erlernen wie Pünktlichkeit, Kameradschaft und Toleranz.“

Kirchheims Zweiter Bürgermeister Werner Welser berichtete in seinem Rückblick, dass das Schulorchester der Verbandsschule Kirchheim die Urformation gewesen sei. Im September 1974 wurde daraus die Jugendkapelle. Erst Jahre später sei sie Blasorchester Kirchheim umbenannt worden. Die Dirigenten waren Martin Zettl, Wolfgang Tarter (ab 1983), Albert Steidele (ab 1989), Franz Matysiak (ab 1994) und am längsten Jörg Seggelke (ab 2001), der beim Jubiläumskonzert anwesend war. Für Moderatorin Marion Schroll war diese Auflistung der Dirigenten eine willkommene Gelegenheit, über deren Tätigkeiten am Taktstock in amüsanter Reimform zu berichten.

Bei der Zugabe hörten die Gäste ein sinfonisches Blasmusikwerk, den Marsch No. 1 von Sir Edward Elgar „Land of Hope and Glory“ aus „Pomp and Circumstance“. Ein Marsch war schließlich auch der „Rausschmeißer“, der „Radetzkymarsch“ von Johann Strauß Vater.

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