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Türkheim

18.03.2020

Von der Honigbiene bis zur Massentierhaltung

Gruppenbild zum Tierwohl inmitten von viel Natur: (von links) Rudolf Mendle, Anna-Kristin Josten, Gudrun Kissinger-Schneider, Leo Rasch, Bernd Schweisser, Lisa Hölzel, Brigitte Mücksch-Klein, Sabrina Deubler und Andreas Blank.
Bild: Sabine Schaa-Schilbach

In Türkheim gibt es verschiedene Organisationen, die sich für den Tier- und Umweltschutz stark machen.

Fünf Vereine und die Grünen im Ortsverband Türkheim hatten vor einigen Tagen zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung über das „Tierwohl in Türkheim“ eingeladen. Von der „Honigbiene Wertachtal“ bis zum „Agrarbündnis Unterallgäu“ stellten sie ihre Arbeit und ihre Projekte vor.

Hilfe für Hund, Katze und Maus im Tierheim Beckstetten

Anna-Kristin Josten moderierte. Sie ist Beirat im Tierschutzverein Kaufbeuren. Für „ihr“ Tierheim Beckstetten machte sie den Anfang und stellte Tierpflegerin Lisa Hölzel vor, die das Tierheim leitet. Ihr Bericht war eine Erfolgsgeschichte: 600 Tiere im Jahr 2019 aufgenommen, davon die Hälfte weitervermittelt, Hund, Katze, Maus, aber manchmal auch exotische Tiere.

Zur Finanzierung würden Pensionstiere aufgenommen, weitere Einnahmequellen seien Beiträge der Gemeinden, Spenden und Erbschaften. Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter liefe gar nichts im Tierheim.

Bernd Schweisser und Leo Rasch stellten die Arbeit des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) in der Ortsgruppe Wertachtal vor. Artenschutz bedeute vor allem, Lebensräume zu erhalten und neue zu schaffen. Der LBV kümmere sich um die seltenen Bachmuscheln und zusammen mit den Fischern um einen Rückbau und die Re-Naturierung der Wertach.

Für den Bund Naturschutz sprach Brigitte Müksch-Klein. Ihr lag besonders der Schutz der einheimischen Amphibien am Herzen. Sie beschrieb die sehr zeitaufwendige Arbeit mit den Krötenschutzzäunen, aber die Bilanz mache die Helfer glücklich: 2019 wurden hier bei uns 1250 Kröten vor dem Überfahrenwerden gerettet.

Sabrina Deubler von der „Honigbiene Wertachtal“ hatte beeindruckende Fakten mitgebracht: Für ein 500-Gramm-Glas Honig müsse eine Honigbiene zwei Millionen Blüten besuchen. Und, sehr sympathisch: jede Flugbiene sei nur etwa fünf Minuten aktiv mit Nektar-Sammeln beschäftigt, den Rest des Tages hinge sie „zum Chillen“ zwischen den Waben und erhole sich. Rudolf Mendle, ebenfalls Imker im Verein „Mellifera“, erzählte von der Bienenhaltung nach streng biologischen Vorgaben, und wie man versuche, mit dem Auftreten des Bienen-Schädlings Varroamilbe seit den 1980-er Jahren fertig zu werden.

Gudrun Kissinger-Schneider vom Ortsverband der Grünen zog Bilanz, was sich in Türkheim seit dem Volksbegehren „Artenvielfalt“ im vergangenen Jahr getan habe und wo es noch Bedarf gäbe.

Die Entwicklung der Tierhaltung löst Diskussion aus

Viel Diskussionsbedarf gab es beim letzten Thema. Andreas Blank, Landwirt aus Attenhausen bei Ottobeuren, sprach für das „Agrarbündnis Unterallgäu“. Seine illustrierte Zeitreise führte ins Jahr 1820 zurück, als die Milchwirtschaft im Allgäu angekommen war, als der Flachsanbau durch importierte Baumwolle zum Erliegen kam und als das erste Braunvieh aus der Schweiz eingeführt wurde. Er beleuchtete die Entwicklung der Tierhaltung seit damals bis in die heutige Zeit mit unseren Freilaufställen, Melkrobotern und fahrbaren Futtertischen.

Es ging um den Milchpreis für die Bauern, um die Hochleistungszucht, um industrielle Tierhaltung. In der Diskussion gab es Fragen, wie kurzfristige Hilfe für die Bauern aussehen könne, damit die sich nicht finanziell und arbeitsmäßig übernehmen müssten. Und ob es überhaupt sinnvoll sei, immer mehr Milch für den Export zu produzieren.

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