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Bad Wörishofen

12.10.2019

Wahl: CSU nominiert Stefan Welzel

Nach der Nominierungsversammlung im Adler (von links): Michaela Bahle-Schmid, Bürgermeister-Kandidat Stefan Welzel mit Gattin Martina Echteler-Welzel und Franz Pschierer.
Bild: Markus Heinrich

Der CSU-Bürgermeisterkandidat für Bad Wörishofen bringt ein Konzept für das geschlossene Kneippianum ins Spiel und ein Citymanagement.

Die CSU in Bad Wörishofen hat ihren Ortsvorsitzenden Stefan Welzel für die Bürgermeisterwahl nominiert. Welzel war bei der Nominierungsversammlung der CSU im Gasthof Adler der einzige Bewerber. Ihn vorzuschlagen, sei der einstimmige Beschluss des Ortsvorstandes gewesen, sagte Michaela Bahle-Schmid. „Stefan Welzel ist besonnen und entscheidungsfreudig, das ist es, was wir jetzt in Bad Wörishofen brauchen.“ Der 49 Jahre alte Rechtsanwalt Welzel erhielt 53 von 54 abgegebenen Stimmen.

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„Bad Wörishofen braucht Gestaltungswillen und Zusammenhalt!“, rief Welzel den rund 100 Zuhörern im Adler zu. Er stellte ein fünf Kernpunkte umfassendes Wahlprogramm vor, in das Themen der CSU-Gesprächsreihe mit Bürgern eingeflossen seien. Bad Wörishofen brauche eine politische Führung, die „Visionen für die Stadt hat“, sagte der frühere Wirtschaftsminister Franz Pschierer. Dabei gehe es um die Frage, wie Bad Wörishofen 2030 und später aussehen soll. Welzel sei dafür der richtige Mann.

Welzel stellt das fünf Kernthemen umfassende Wahlprogramm vor

Der ließ die Zuhörer wissen: „Ich kann Bürgermeister – und ich bin bereits Bürgermeister.“ Als Zweiter Bürgermeister habe er zusammengenommen bereits neun Monate lang die Amtsgeschäfte geführt, betonte Welzel. „Man muss als Bürgermeister auch Impulsgeber und Motor sein, nicht nur reagieren und prüfen“, sagte er. „Mir macht es Spaß, die Kreativabteilung anzukurbeln.“ Welzel strich sein Netzwerk über den Kneipp-Bund und auf der politischen Ebene heraus („diese Kontakte sind sehr wichtig“) und betonte seine Kompetenzen als Rechtsanwalt, Schlichter und Verwaltungsfachmann. „Ohne juristisches Know How geht es heute in einer Stadt dieser Größe nicht mehr“, sagte Welzel. Er sei zudem jemand, der sich gut in die Sorgen und Nöte anderer Menschen versetzen und Lösungen finden kann.

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Was in Bad Wörishofen geschehen muss, stellte Welzel unter fünf Kernpunkten vor. Punkt 1: Bad Wörishofen braucht nach Ansicht der CSU ein zukunftsfähiges Kur- und Tourismuskonzept („Keine Angst, keinen neuen Masterplan). Die Kneipp’sche Lehre müsse als Alleinstellungsmerkmal intensiver gepflegt und zeitgemäß kommuniziert werden. Das Jubiläumsjahr 2021 sei „eine Riesenchance“. Man wolle das Kneippen als Weltkulturerbe installieren, neue Anziehungspunkte schaffen, und ein Konzept zur Errichtung neuer Reha-Kliniken entwickeln. So eine Lösung brachte Welzel auch für das geschlossene Kneippianum ins Spiel und verwies auf Bad Nauheim, wo es 19 Reha-Kliniken gebe. „Wir sollten hier nicht einfach zusehen, wir haben das Baurecht als Pfand“, signalisierte Welzel.

Aktive Wirtschaftspolitik und verlässliche Einnahmen sind das zweite Kernthema. Man müsse den Kontakt zu den Unternehmern wieder intensivieren, für eine verlässliche Wirtschaftspolitik sorgen, sich um die Ansiedlung neuer Unternehmen bemühen (Welzel: „Das muss Chefsache sein“). Dem Festival der Nationen als Treffpunkt von Unternehmern maß er dabei Bedeutung bei.

Pläne für Grund- und Mittelschule und die Kita St. Anna

Welzel will zudem ein Citymanagement installieren und so mehr „Leben in die Bude“ und damit in die Geschäfte bringen. Als gutes Beispiel nannte Welzel die Bahnhofstraße („sensationell geworden“). Auch die Zukunft des Klosters hat die CSU im Blick. Man sei hier „offen für neue Möglichkeiten“.

Bad Wörishofen soll attraktiv für alle Generationen sein, das ist der dritte Punkt. Bezahlbarer Wohnraum ist ein Kernanliegen Welzels. Man dürfe nicht einfach so hinnehmen, dass nur hochpreisige Wohnungen entstehen. Familien benötigen zudem bedarfsgerechte Betreuungsangebote. Die CSU will eine städtische Entwicklungsgesellschaft für städtebauliche Aufgaben gründen, die Kita St. Anna modernisieren, außerdem die Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule. „Die Toiletten müssen gemacht werden, die Mensa platzt aus allen Nähten“, schilderte Welzel einige Punkte. Für das aus Brandschutzgründen geschlossene Jugendzentrum müsse eine Lösung gefunden werden, forderte Welzel außerdem. Die Jugend brauche so einen Treffpunkt.

Die Erweiterung des Kreisseniorenheims Am Anger ist ebenfalls Anliegen der CSU, Welzel selbst hatte sich dafür bereits im Kreistag eingesetzt. Ein Mobilitätskonzept für Jung und Alt steht ebenfalls im Wahlprogramm. Die Ortsteile sind der vierte Punkt, Dorfgemeinschaftshaus Schlingen, Dorferneuerung Stockheim, Ortsverbindung Frankenhofen-Schlingen, ein Kreisverkehr für Stockheims Boscha-Kreuzung, ein Flexibussystem und die Planung der neuen Feuerwehrhäuser sind einige Punkte.

Eine kompetente Verwaltung ist Punkt fünf. Diese habe man bereits, sagte Welzel, doch er will erreichen, dass die Mitarbeiter dort kreativ sein können. Hochwasserschutz sowie mehr wahrnehmbare Sicherheit in der Stadt sind weitere Anliegen Welzels. Konkret nannte er hier das Einfahren von Autos in die Fußgängerzone, das er problematisch sieht.

Welzel ist der bislang vierte Bewerber um das Bürgermeisteramt neben Amtsinhaber Paul Gruschka (FW), Regine Glöckner (Team-Kneippstadt-SPD) und Doris Hofer (Grüne).

Das ist Stefan Welzel:

  • Stefan Welzel ist 49 Jahre alt und arbeitet als Rechtsanwalt in Bad Wörishofen. Welzel ist verheiratet und hat eine sieben Jahre alte Tochter.
  • In der Kommunalpolitik ist der Wörishofer seit Jahren aktiv. Welzel ist Zweiter Bürgermeister Bad Wörishofens, CSU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und Mitglied des Kreistages Unterallgäu. Zudem ist er Mitglied im Präsidium des Kneipp-Bundes mit über 160.000 Mitgliedern und dessen Schatzmeister.
  • Neben seinem Beruf als Rechtsanwalt und Schlichter ist Welzel als Lehrer an den Beruflichen Schulen Bad Wörishofen (Rechtslehre und Wirtschaftsrecht) tätig.
  • Welzel ist vielfach ehrenamtlich engagiert, unter anderem als Vorsitzender des Stamm-Kneipp-Vereins, Präsidiumsmitglied bei Kneipp Worldwide, Vorstandsmitglied der Kneipp Gesundheitsstiftung, als Vorsitzender des Fördervereins der Beruflichen Schulen Bad Wörishofen oder Vize der Volkshochschule Unterallgäu und der Katholischen Erwachsenenbildung Forum Bad Wörishofen. Auch im Mehrgenerationenverein und im Seniorenhilfeverein ist Stefan Welzel mit dabei.
  • Zeit für Hobbys findet Welzel trotzdem noch, er ist als Organist tätig oder mit dem Fahrrad unterwegs. Der Fußball-Fan ist außerdem ein großer Italien-Liebhaber und bereist das Land regelmäßig. (m.he)


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