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Bad Wörishofen

30.01.2019

Was hat Kneipp einst vereinbart und gewollt?

Die Schließung des Kneippianums, einer Stiftung Kneipps, stieß im vergangenen Herbst auf Kritik in Bad Wörishofens Einwohnerschaft. Immer wieder war die Rede von Kneipps Vermächtnis. Dies greifen die Grünen nun auf.
Bild: Alf Geiger

In der Diskussion um die Schließung des Kneippianums war die Rede von Kneipps Vermächtnis. Die Grünen fordern nun Aufklärung: Welche Dokumente liegen vor?

Was genau ist eigentlich Kneipps Vermächtnis? Auf diese Frage wollen nun Bad Wörishofens Grüne eine Antwort von Bürgermeister Paul Gruschka (FW). Doris Hofer, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat von Bad Wörishofen, erinnert an die Diskussion um die Schließung des Kneippianums.

Dabei „wurde immer wieder auf das Vermächtnis Kneipps Bezug genommen und über vertragliche Vereinbarungen spekuliert“, so Hofer gegenüber unserer Zeitung. „Zudem ist es darüber hinaus im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2021 sicherlich interessant, zu erfahren, welche historischen Fakten bei der Stadt Bad Wörishofen bekannt sind.“ Im Jahr 2021 jährt sich Kneipps Geburtstag zum 200. Mal. In Bad Wörishofen wurde mit den Vorbereitungen für das Festjahr begonnen.

Wie geht es mit dem Kneippianum in Bad Wörishofen weiter?

Wie es im Kneippianum weitergeht, das mittlerweile geschlossen ist, bleibt weiter offen. Auch im Rathaus gebe es dazu derzeit keine neuen Erkenntnisse, hieß es gestern. Der Orden der Barmherzigen Brüder hatte das Vier-Sterne-Hotel Ende November aus offenbar wirtschaftlichen Gründen geschlossen, was in Bad Wörishofens Bürgerschaft Kritik ausgelöst hatte.

Das Kneippianum war eine von drei Stiftungen Kneipps. Übrig ist nun nur noch das Sebastianeum, nachdem der Orden bereits zu einem früheren Zeitpunkt das Kinderasyl geschlossen hatte. Auch das Familie-Kind-Haus, das in der Folge gegründet wurde, machte der Orden im vergangenen Frühjahr zu. Die Stadt hat das Gebäude mittlerweile gemietet und dort übergangsweise Kindergartenkinder und einen Hort

untergebracht.

Gab es Vereinbarungen Kneipps mit Dritten?

Die Grünen wollen nun wissen, welche Unterlagen zu Kneipps Vermächtnis existieren. Als Beispiel nennt Hofer Vereinbarungen, Anträge oder Genehmigungen zwischen Bad Wörishofen und Pfarrer Kneipp.

Zudem stellt Hofer die Frage: „Gibt es bei der Stadt Bad Wörishofen Abdrucke zu Vereinbarungen zwischen Pfarrer Kneipp und Dritten?“

Falls ja, möchten die Grünen gerne wissen, welche. Die Fraktion verlangt in dem nun formulierten Antrag außerdem Auskunft zur Existenz testamentarischer Verfügungen Pfarrer Kneipps.

Außerdem geht es um die Frage, ob das Stadtarchiv Bad Wörishofens „jemals hinsichtlich Originalunterlagen aus der Zeit des Wirkens von Pfarrer Kneipp systematisch und vollständig“ ausgewertet wurde. Sollte das geschehen sein, wollen die Grünen auch wissen, welche Erkenntnisse gewonnen wurden und wo diese dokumentiert oder veröffentlicht wurden.

Viele Fragen also – auf die es am Dienstag im Rathaus noch keine Antworten gab.

Die Stadtverwaltung wollte die Forderungen der Grünen gestern auf Nachfrage noch nicht kommentieren. Der Antrag sei erst am selben Tag eingegangen.

Lesen Sie zur Debatte um das Kneippianum auch:

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