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Unterallgäu

17.01.2021

Was sich in Corona-Zeiten auf den Baustellen rührt

Das Mindelheimer Freibad wird saniert. Wegen der Corona-Pandemie konnte der Baubeginn sogar vorgezogen werden.

Plus Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Bauprojekte der Unterallgäuer Gemeinden und Städte aus? Wir haben nachgefragt und sehr unterschiedliche Antworten bekommen.

Seit Anfang des vergangenen Jahres bestimmt das Coronavirus das gesellschaftliche Leben. Der erste Lockdown wurde im März beschlossen, seit Anfang November ging es in den zweiten Lockdown. Auch an den Kommunen im Verbreitungsgebiet der Mindelheimer Zeitung ging das Coronavirus nicht spurlos vorbei. Vor allem Bauprojekte sind für Gemeinden mit einem großen planerischen und finanziellen Aufwand verbunden. Wie wirkte sich das Coronavirus darauf aus? Wir haben in den Unterallgäuer Gemeinden nachgefragt - und hier sind die Antworten.

Amberg Die Pandemie beeinflusste den Bau des Dorfgemeinschaftshauses im Frühjahr spürbar, da ausländische Arbeiter nicht nach Deutschland zurückkehrten. Auch die Baufirmen waren ausgelastet. Die Bauzeit verlängerte sich dadurch erheblich. Die Gemeinde erwartet durch den gesenkten Mehrwertsteuersatz allerdings Einsparungen im fünfstelligen Bereich. Lesen Sie auch: Der Amberger Schuldenberg wird wieder steiler

Apfeltrach Der Bau der nördlichen Mindelbrücke wurde trotz Corona abgeschlossen. Laut Bürgermeisterin Karin Schmalholz kommt der Bau des Sozialgebäudes aufgrund der Pandemie schleppender voran und kann nicht wie geplant 2020 fertiggestellt werden. Lesen Sie auch: Missgeschick stoppt den Apfeltracher Dauerläufer

Der neue Kindergarten in Bad Wörishofen soll im Mai 2021 fertig werden

Bad Wörishofen Bürgermeister Stefan Welzel geht davon aus, dass der Neubau der Kita wie geplant im Mai 2021 fertig wird. Er betont, dass im privaten Sektor ein unverändert hohes Interesse besteht, in Bad Wörishofen zu bauen oder zu modernisieren – große Bauprojekte sind das Löwenbräu und der Kreuzerpark. Die Stadt nutzte bei Baumaßnahmen auch gezielt den gesenkten Mehrwertsteuersatz. Weitere Planungen hängen vor allem von der coronabedingten Haushaltslage ab. Pflichtaufgaben wie die neue Abwasserleitung zwischen Stockheim und der Gartenstadt oder die Kläranlagenerweiterung werden wie geplant erfüllt. Lesen Sie auch: Kita-Notbetreuung wird im Januar fortgesetzt

Breitenbrunn Die Erschließung des Neubaugebiets in Breitenbrunn liegt im Zeitplan, obwohl es zu einzelnen Verzögerungen kam. Auch die Sanierung der B16 steht kurz vor dem Abschluss. Hinsichtlich zukünftiger Projekte zeigt sich Bürgermeister Jürgen Tempel optimistisch. Lesen Sie auch: Breitenbrunner Bürgerversammlung im Internet

Dirlewang Der Bau der Kinderkrippe, die Sanierung des Kindergartens und des Dorfgemeinschaftshauses waren laut Bürgermeister Alois Mayer nicht von Auswirkungen der Krise betroffen. Auch den Plänen für ein neues Baugebiet sieht Mayer keine Probleme. Er schließt aber nicht aus, dass die Steuereinnahmen für die kommenden Jahre nach unten korrigiert werden müssen. Lesen Sie dazu auch: Kindergarten in Dirlewang wird saniert und erweitert

Eppishausen In Eppishausen macht sich Corona bei den Projekten nicht bemerkbar: Der Kindergarten wird wie geplant erweitert, ein Gewerbegebiet steht vor der Erschließung und auch für zukünftige Vorhaben befürchtet Bürgermeisterin Susanne Nieberle keine konkreten Auswirkungen. Lesen Sie dazu auch: Wohin soll das neue Eppishauser Feuerwehr- und Bürgerhaus?

In Ettringen rechnet man mit weniger Einnahmen

Ettringen Kernaufgaben wie der Kindergarten oder das Klärwerk wurden bereits in den vergangenen Jahren erledigt. Bürgermeister Robert Sturm rechnet mit weniger Einnahmen für die Zukunft, möchte die Vorüberlegungen zu neuen Projekten im Gemeinderat aber fortführen. Lesen Sie auch: Bei Tempo 30 gibt der Ettringer Rat Vollgas

Kammlach Aktuell gibt es in der Gemeinde von Bürgermeisterin Birgit Steudter-Adl Amini keine Bauprojekte und auch für künftige Vorhaben rechnet sie nicht mit Einschränkungen. Steudter-Adl Amini möchte die Pläne für die Zukunft ihrer Gemeinde weiterhin verfolgen. Lesen Sie auch: Kammlachs neue Bürgermeisterin über die ersten 100 Tage: „Man ist schon gut beschäftigt“

Kirchheim Bürgermeisterin Susanne Fischer beschäftigt sich derzeit mit mehreren Bauprojekten in der Planungsphase: Baugebiet, Gewerbegebiet und Gasthof Adler. Diese Projekte können auch trotz des Coronavirus fortgesetzt werden. Kämmerer Josef Simon erwartet zum jetzigen Zeitpunkt einen Rückgang der Einnahmen, der im kommenden Haushalt berücksichtigt wird. Lesen Sie auch: Umbau des Gasthofs Adler: Mehr Fördergeld, aber auch mehr Kosten

Markt Wald In der Marktgemeinde von Bürgermeister Peter Wachler verzögerten sich die Planungen für ein neues Baugebiet um ein halbes bis dreiviertel Jahr. Im Frühjahr führten die Kontaktbeschränkungen beim Ausbau der Hausanschlüsse des Gas- und Glasfasernetzes zu einem kurzen Baustopp. Lesen Sie auch: Fotovoltaik: Geplante Erweiterung sorgt für Ärger in Immelstetten

In Mindelheim ist die Freibadsanierung das größte Bauvorhaben

Mindelheim Die Generalsanierung des Freibades mit Kosten in Höhe von 8,7 Millionen Euro ist das gegenwärtig größte Mindelheimer Bauvorhaben. Der Bau begann vorgezogen bereits Mitte Mai, kann wie geplant umgesetzt werden und ist bisher nicht von der Corona-Krise betroffen. Die Fassadensanierung des Rathauses, die Installation einer Photovoltaikanlage auf der Kläranlage und der Straßenbau in der Reißnerstraße verschieben sich vorerst ins Jahr 2021. Bürgermeister Stephan Winter plant, die erforderlichen Bauvorhaben aber dennoch umzusetzen. Wichtige und erforderliche Maßnahmen wie die neue Mensa für die Grund- und Mittelschule wurden trotz Corona umgesetzt. Wegen der noch nicht abschätzbaren Folgen für die Steuereinnahmen geht er insgesamt aber vorsichtiger an zukünftige Bauprojekte heran. Lesen Sie auch: Sanierung: Trockener Sommer im Mindelheimer Freibad

Mindelheimer Freibad wird während Corona umfassend saniert

Salgen Die Erschließung des Neubaugebiets oder der Ausbau des Gas- und Glasfasernetzes blieben durch die Corona-Krise unbetroffen. Bürgermeister Roland Hämmerle sieht auch für zukünftige Projekte in seiner Gemeinde keine Probleme. Lesen Sie auch: Wohnprojekt: In Salgen ziehen die ersten Mieter ein

Stetten Bürgermeister Uwe Gelhardt blickt optimistisch in die Zukunft. So will die Gemeinde ihre Pläne für das Dorfgemeinschaftshaus in Stetten trotz des Coronavirus wie geplant angehen. Lesen Sie auch: Tempo 30 in der Stettener Bahnhofstraße ist umstritten

Markt Rettenbach Bei derzeitigen Bauprojekte wie dem Kindergarten in Frechenrieden kam es nur punktuell zu Verzögerungen. Bürgermeister Martin Hatzelmann führt dies eher auf die gängige Praxis als auf das Coronavirus zurück. Die Projekte zum Neubau des Kindergartens in Markt Rettenbach oder die Sanierung des Fuggerschlosses möchte er weiterhin vorantreiben. Der höhere Verwaltungsaufwand durch den gesenkten Mehrwertsteuersatz resultierte in einer „spürbaren finanziellen Entlastung“. Lesen Sie auch: Zentraler Ausgangspunkt ist das Fuggergebäude in Markt Rettenbach

Oberrieden In Oberrieden wirkte sich das Coronavirus vor allem auf den Bau des Dorfgemeinschaftshauses aus, da viele ehrenamtliche Helfer im Frühjahr aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht mehr mithelfen konnten. Derzeit wird ein neues Baugebiet erschlossen und das Glasfaser-, Abwasser- und Fernwärmenetz in verschiedenen Ortsteilen erneuert beziehungsweise ausgebaut. Von Verzögerungen waren sowohl die Verwaltungsgemeinschaft als auch Firmen betroffen. Wilhelm hofft, dass die engen Zeiträume für Zuschussprogramme verlängert werden. Lesen Sie auch: Die VG Pfaffenhausen sucht einen Kümmerer

In Pfaffenhausen wirkt sich die Corona-Lage nicht auf das neue Wohngebiet aus

Pfaffenhausen Die Marktgemeinde von Bürgermeister Franz Renftle befindet sich aktuell im Bauleitplanverfahren für ein neues Wohngebiet. Die Corona-Krise wirkte sich jedoch nicht darauf aus. Renftle erwartet zwar reduzierte Steuereinnahmen, sieht für zukünftige Bauprojekte bislang aber keine Auswirkungen. Lesen Sie auch: Kreative Investoren für neues Pfaffenhauser Wohngebiet gesucht

Rammingen Bürgermeister Anton Schwele erwartet zwar geringere Einnahmen durch sinkende Einkommensteuererträge, die Gemeinde plant den Bau eines Kinderhortes aber unverändert weiter. Schwele betonte die zusätzlichen Ausgaben für Hygienemaßnahmen in Schule und Kindergarten. Lesen Sie auch: Ramminger Kinderhort als Haus voller Möglichkeiten

Tussenhausen Aktuell konnte im Kindergarten in Zaisertshofen die Fluchtwegsituation ohne Einschränkungen durch das Coronavirus verbessert werden. Aufgrund zu erwartender sinkender Einnahmen schließt Bürgermeister Johannes Ruf nicht aus, zukünftige Projekte über Kredite zu finanzieren. Lesen Sie auch: Tussenhausen geht in der Corona-Krise an seine Geld-Reserven

Beim Glasfaserausbau in Türkheim war die Corona-Krise spürbar

Türkheim Der Bau des Kindergartens wurde kaum von der Corona-Krise tangiert. Die Auswirkungen waren jedoch beim Glasfaserausbau zu spüren. Da Subunternehmer mit ausländischen Arbeitskräften nicht sofort wieder nach Deutschland einreisen durften, verzögerte sich der Ausbau um vier bis sechs Wochen. Bürgermeister Christian Kähler betont, dass die Pflichtaufgaben, wie Kindergarten und Grundschulerweiterung auch zukünftig erfüllt werden. Mögliche Verschiebungen sieht er nur bei Wunschthemen. Das Projekt zum sozialen Wohnungsbau in diesem Jahr soll wie geplant starten. Lesen Sie auch: Baut Türkheim Sozialwohnungen mit Aufzug?

Unteregg Für das Jahr 2021 sind der Bau eines Fundusstadels und weitere straßenbauliche Maßnahmen geplant. Der Gemeinderat hat zudem den Neubau eines Kindergartens in Warmisried bereits beschlossen. Wenn die Zuschüsse so bleiben wie erwartet, wird das Bauprojekt umgesetzt. Preißinger kann sich hierbei maximal eine zeitliche Verschiebung vorstellen. Lesen Sie auch: Baustelle bei Unteregg: Straße gesperrt

Wiedergeltingen Das Coronavirus beeinflusste den Neubau des Kindergartens mit einer Kita unwesentlich. Die Dorferneuerung verzögerte sich jedoch aufgrund der Kontaktbeschränkungen um ein halbes bis dreiviertel Jahr. Bürgermeister Norbert Führer möchte, wenn möglich, staatliche Kompensationsmaßnahmen nutzen, um mögliche Steuerrückgänge auszugleichen. Lesen Sie auch: Kita-Kosten in Wiedergeltingen weit höher als erwartet

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