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Mindelheim

02.03.2019

Weiter Stillstand am Mindelheimer Bahnhof

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Als einen „Schandfleck“ bezeichnete Dritter Bürgermeister Roland Ahne den Mindelheimer Bahnhof und den dazugehörigen Vorplatz. Nach Meinung der SPD-Fraktion im Stadtrat soll die Stadt etwas daran ändern.
Bild: Unfried

Plus Der Stadtrat hat einen SPD-Antrag abgelehnt, das Bahnhofsgebäude in Mindelheim zu kaufen. Die Sozialdemokraten hatten es als unansehnlich kritisiert.

Mit 19:5 Stimmen wurde ein Antrag der SPD-Fraktion auf Erstellung eines Gesamtkonzeptes für Nutzung und Gestaltung des Bahnhofes samt Vorplatz und eventuellen Kauf des Gebäudes abgeschmettert. In einem zweiten Beschluss wurde die Verwaltung beauftragt zu prüfen, inwiefern die Errichtung und der Betrieb einer öffentlichen Toilettenanlage im Bahnhofsbereich möglich ist. Die Gegner eines Kaufes, darunter Bürgermeister Stephan Winter, hatten vorwiegend finanzielle Bedenken. Außerdem sei der Betrieb des Bahnhofes vor allem eine Angelegenheit der Bahn.

Mehmet Yesil begründete für die SPD-Fraktion den Antrag. „Wir denken, die Reisenden haben eine bessere Eintrittskarte nach Mindelheim verdient“, sagte er und sagte, der Bahnhof sei „unansehnlich“. Im Sinne einer vorausschauenden Städteplanung sollten Bahnhof und Vorplatz komplett neu gestaltet werden. Die Stadt müsse das Heft in die Hand nehmen, nur so könne sie bestimmen, was dort geschehen soll. Im Bundesgebiet habe die Bahn über 1000 Bahnhöfe verkauft.

Die SPD präsentierte mehrere Vorschläge, was im Bahnhofsgebäude in Mindelheim integriert werden könnte

Und Yesil hatte auch gleich Vorschläge, was man in einem neuen Bahnhof integrieren könnte: Flexibus, Mitfahrzentrale, Car Sharing und Fahrradverleih. Und im Obergeschoss könnte er sich Wohnungen und Praxen vorstellen.

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„Uns ist die finanzielle Lage der Stadt bewusst“, betonte Yesil abschließend. Aber irgendwann müsse man an die Verbesserung der Bahnhofssituation herangehen. Wer nicht handle, der könne nicht gewinnen, schloss er.

Michael Egger vom Bauamt stellte den Sachverhalt dar. Für das Bahnhofsareal sei im Jahre 2006 eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchgeführt worden. Gegenstand der Planung war die Umnutzung des Bahnhofgebäudes. Dabei habe es zwei Varianten gegeben. Einmal in ein Ärztehaus oder ein Handelszentrum mit Gastronomiebereich sowie die Errichtung einer öffentlichen WC-Anlage, weiter wurden die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes und die bessere räumliche Verknüpfung von Bus und Bahn ins Auge gefasst. Allerdings habe man eine Umsetzung der ausgearbeiteten Vorschläge bis heute verzichtet.

Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter erklärte, dass es Gespräche mit der Bahn gegeben habe

Winter berichtete von Gesprächen auch mit der Bahn. Die sei nicht einmal bereit, in eine Toilette zu investieren. Leider werde der Bahnhof zu selten benutzt und sei deshalb für einen Investor nicht interessant. Ob die Bahn überhaupt verkaufen werde, sei auch nicht abzusehen. Und dann meinte Winter mit Blick auf die Haushaltslage, dass sich die Stadt dieses Projekt zumindest momentan nicht leisten könne. Erstmals müsse man Gelder aus den Rücklagen entnehmen, um den Verwaltungshaushalt auszugleichen. Weiter erinnerte er an den Investitionsplan für die kommenden Jahre, wobei das Freibad alleine mit acht Millionen zu Buche schlagen werde.

„Muss die Stadt alles machen?“ fragte der Vorsitzende der CSU-Fraktion Christoph Walter rhetorisch um dann die Frage zu verneinen. Der Bahnhof sei Sache der Bahn. Die Stadt habe eigene Aufgaben und er zählte dabei ein weiteres Parkhaus dazu. Er warnte, dem Bürger zu suggerieren, die Stadt hätte Geld für alles.

Etwas anders sah dies Dritter Bürgermeister Roland Ahne (SPD),. Seit 2004 schiebe der Stadtrat die Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes vor sich her. Die Innenstadt sei schön saniert, dazu passe dieser Schandfleck an der Peripherie nicht. Man müsse das Thema nicht heute erledigen, aber angehen müsse man es, so seine Forderung. Zumindest könne man ja mit der Bahn Kontakt aufnehmen.

Der Bahnhof Mindelheim ist nicht zum ersten Mal Thema in der Stadt. Lesen Sie hierzu auch:

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