14.11.2017

Wenn Wegwerfen weh tut

Experte informiert übers Messie-Syndrom

Überall stehen Möbel, Gegenstände stapeln sich, dazwischen Müll, nur noch ein schmaler Gang ist begehbar. „Wie konnte es so weit kommen?“, fragen sich Bekannte, Angehörige und Personen, die beruflich mit sogenannten Messies zu tun haben. Unter dem Motto „Messie – ein Versuch zu verstehen“ klärte Michael Schröter von der deutschen Messie-Akademie in München kürzlich am Landratsamt Unterallgäu auf. Unter den rund 50 Zuhörern waren sowohl Fachkräfte als auch Angehörige. Laut Schröter ist manchmal eine psychische Erkrankung die Ursache für das Messie-Syndrom. „Auslöser kann auch ein traumatisches Erlebnis sein“, so der Experte. Das Syndrom selbst ziehe dann häufig weitere Probleme nach sich: Die Betroffenen schämen sich, vereinsamen und werden aufgrund der unhgyienischen Zustände krank.

Schröter stellte die Angebote seiner Messie-Akademie vor, an der sich Fachkräfte zu diesem Thema fortbilden und beraten lassen können. Zudem informierte er über die Arbeit des Messie-Hilfe-Teams. Es bietet vor allem praktische Hilfe an beim Aufräumen. Eine Therapie des Syndroms kann das Team nicht bieten. Das Messie-Hilfe-Team arbeitet diskret und die Helfer können sich dank ihrer Ausbildung gut in Betroffene hineindenken. (mz)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren