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Festival der Nationen

07.10.2019

Wenn junge Menschen gebannt lauschen

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4 Bilder
Hannah und Tanja Röder freuten sich über ihre Konzertkarten, die sie über die Grundschule Türkheim vom Festivalbüro bekommen hatten.
Bild: Bernhard Ledermann

Plus Große Konzertmomente in Bad Wörishofen lockten auch zahlreiche Kinder und Jugendliche in den Kursaal, wo die Klassik-Elite auftrat.

Das 25. „Festival der Nationen“ ist zu Ende. Noch einmal begeisterten am Wochenende leidenschaftlich musizierende Künstler das Publikum. Viele Konzertbesucher zogen eine durchweg positive Festivalbilanz. Gelobt wurde vor allem die Förderung von jungen Musikerinnen und Musikern, aber auch das Heranführen von Kindern und Jugendlichen an die klassische Musik. Diese Jugendförderung betrachten die Festivalmacher Werner und Winfried Roch als eine wesentliche Aufgabe.

„Ich wünsche mir sogar noch mehr junge Leute in den Konzerten“, sagte Helmut Holl aus Memmingen, der mehrere Konzerte des Festivals besucht hat. Insbesondere beim Konzert des Orchesters der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw-Orchester), aber auch am Samstag, als Nikolai Tokarev am Flügel und die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz brillierten, seien viele junge Konzertbesucher zu sehen gewesen, freute er sich.

Auch die Kinder und Jugendlichen selbst waren begeistert von den Konzerten: „Der Dirigent hat ganz gut angeführt“, meinte Niklas Mersberger aus Türkheim, nachdem er gebannt Tschaikowskys fünfter Sinfonie gelauscht hatte. Besonders fasziniert haben den Jungen aus Türkheim die Geigen. Das sei schon beeindruckend, wie aus „so kleinen Instrumenten ein so großer Klang erzeugt wird“, stellte der angehende Klassikfan, der selbst Klavier spielt, fest und betonte: „Wenn sich die Gelegenheit ergibt, komme ich wieder.“

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Eine spezielle Förderung machte Kindern den Besuch einfacher

In diesem Jahr hatte es ihm eine spezielle Förderung des Festivals möglich gemacht, das Konzert am Samstagabend zu besuchen. Seine Eltern und weitere Familien aus Türkheim erzählten, dass sie bereits im Februar über die Grundschule Türkheim angeschrieben worden seien. Sie hätten sich dann um Freikarten beworben. Am Samstagabend konnten sie dann ein bestens aufgestelltes Orchester und einen hervorragenden Pianisten erleben. Nikolai Tokarev beeindruckte am Steinway-Flügel nicht nur die Kinder und Jugendlichen im Publikum. Er spielte Tschaikowskys erstes Klavierkonzert kraftvoll und klangvoll, mit höchst differenziertem Pedaleinsatz und immer gut mit dem Orchester abgestimmt. Nach der Pause dürften nicht nur die Kinder und Jugendlichen von mächtigen, aber auch lyrischen Klängen angetan gewesen sein.

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Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz musizierte mit Lust, Leidenschaft und Hingabe. Mit weit ausladenden Bewegungen, aber ohne Dirigierstab dirigierte Karel Mark Chichon das Orchester. Chichon war Motivator und Inspirator. Gleichzeitig steuerte er sehr überlegt die dynamischen Abstufungen im Orchester. Somit hat das Konzert bei allen Besuchern Lust auf Mehr gemacht. Manche Familien gestanden, dass sie musizierende Orchester bisher nur aus dem Fernsehen gekannt hatten. Nach dem Live-Erlebnis vom Samstagabend hofften viele Musikfreunde auf weitere Konzerterlebnisse in der Kneippstadt. Helmut Holl wünscht sich für die nächsten Jahre Auftritte von Stargeigern wie David Garrett oder Nemanja Radulovic, der in diesem Jahr zusammen mit dem vbw-Orchester begeistert hatte. Michaela Baur aus Biberach würde es dagegen gefallen, wenn wieder einmal ein Klaviersoloabend angeboten würde.

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