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Mindelheim

15.11.2019

Wie Christel Lidel Schulkindern im Verkehr hilft

An der Bäckerei Mandl herrscht immer besonders viel Verkehr.
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An der Bäckerei Mandl herrscht immer besonders viel Verkehr.

Plus Christel Lidel sorgt als Verkehrshelferin in Mindelheim dafür, dass Kinder sicher zur Schule kommen. Weitere Helfer werden dringend gesucht.

Die Kreisstadt erwacht mit großem Getöse: Schulbusse röhren vorbei, dann tauchen Kleintransporter von Handwerksbetrieben auf, die sich auf den Weg zu ihren Baustellen machen. Vor allem aber reiht sich Auto an Auto. Ab und zu steht der Verkehr ganz auf der Krumbacher Straße auf Höhe der Bäckerei Mandl. Die Luft taugt kaum noch zum Atmen. Es ist 7.20 Uhr an einem ganz normalen Werktag. Christel Lidel hat ihren Posten in leuchtender Warnweste mit Verkehrskelle in der linken Hand bezogen.

Im vierten Jahr opfert die Mutter von drei erwachsenen Kindern Woche für Woche immer mittwochs eine halbe Stunde ihrer Zeit. Nur in den Schulferien macht sie Pause. Vier andere Verkehrshelfer übernehmen an den anderen vier Werktagen. Sie tun das alle freiwillig und bekommen keinen Cent dafür.

Der Verkehr in Mindelheim kann für Kinder gefährlich werden

„Ich mag Kinder und es macht mir Freude, wenn ich einen kleinen Beitrag leisten darf, dass sie sicher zur Schule kommen“, sagt Christel Lidel, die sich ehrenamtlich auch als Stadträtin für die Bürgergemeinschaft und im Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde engagiert. Daneben betreibt die gebürtige Stuttgarterin einen Laden in der Mindelheimer Altstadt. Mehr Zeit kann sie nicht mehr erübrigen.

Der Fußgängerübergang bei der Bäckerei Mandl hat es in sich. Er gilt als einer der gefährlichsten für Kinder in Mindelheim überhaupt. Das hat mit der besonderen Lage zu tun. Der viele Verkehr auf der Krumbacher Straße ist das eine. Von Norden her schießen Radfahrer vorüber. Und es biegen immer wieder Autos ab, die nur kurz halten wollen, um sich mit Semmeln und Brezen zu versorgen. Die Stelle ist auch nicht sehr gut einsehbar, weil eine Hecke die Sicht beeinträchtigt. Neben den vielen Kindern, die zur Grund- und zur Mittelschule wollen, kommen aus Richtung Osten größere, die zu den weiterführenden Schulen Maria Ward und Maristenkolleg unterwegs sind. Da ist ein wachsames Auge gefragt. Christel Lidel greift immer sofort ein und bremst die Autofahrer aus, wenn sie den Eindruck hat, ein Kind müsse geschützt werden. Und manchmal kommt auch die Mutter in ihr durch, wenn sie lustlos dahinschlurfende Buben ermahnt, dass es langsam Zeit wird. Die Schule fängt gleich an.

Verkehrshelferin Christel Lidel leistet in Mindelheim wichtige Arbeit

Dass sie hier nicht vergebens steht, ist Christel Lidel in den vergangenen Jahren immer wieder bewusst geworden. Richtig brenzlig wird es immer, wenn die Ampel ausfällt. Das sei schon wiederholt vorgekommen. Das ist dann Schwerstarbeit, die Kinder sicher über die Straße zu bekommen.

Bei der Stadt und der Mindelheimer Polizei sind die Verantwortlichen heilfroh über jeden Verkehrshelfer. Denn wo die im Einsatz sind, ist es noch nie zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Bürgermeister Stephan Winter, Polizeichef Gerhard Zielbauer und Verkehrspolizist Konrad Bauer nehmen sich zweimal im Jahr Zeit für die ehrenamtlichen Helfer und laden sie zu einem Essen ein.

Bauer würde sich aber sehr freuen, wenn sich noch mehr Erwachsene für diesen Dienst finden ließen. Neun Helfer sind es derzeit in Mindelheim, die am Oberen Tor, an der Bad Wörishofer Straße beim Dr. Jochner-Weg und eben an der Krumbacher Straße im Einsatz sind. Ein Anruf bei der Polizei und eine Einführung in die Arbeit genügen, und schon ist man Verkehrshelfer.

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