Newsticker
10.000 Impfdosen stehen bereit: Bayern beginnt mit Impfungen für Polizisten
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Wie giftig sind Silvesterraketen?

Mindelheim

17.01.2019

Wie giftig sind Silvesterraketen?

Augenschmaus oder Luftverschmutzung? Am Silvesterfeuerwerk scheiden sich nicht nur in Mindelheim die Geister.
Bild: Winkler

Müssen Lärm und Gestank zum Jahreswechsel sein? Ein paar Bürger wollen zum Umdenken anregen. Rechtlich ist das aber schwierig.

Die Liste liest sich wie aus dem Giftschrank: Bleinitrat, Bleioxid, Borsäure, Hexachlorbenzol, Kaliumchlorat, Kaliumdichromat und vieles mehr finden sich im Feinstaub, den Feuerwerke an Silvester in der Luft und später im Boden hinterlassen. Auch Strontium- und Barium-Salze können enthalten sein. Sogar radioaktives Radium wurde nachgewiesen. Umweltschützer aus Mindelheim haben sich deshalb an alle Stadträte und Bürgermeister Stephan Winter gewandt mit der Bitte, eine Aktion ins Leben zu rufen, die da heißt: statt Böllerei Blumen, Büsche und Bäume pflanzen.

Bürgermeister Stephan Winter hat nichts gegen eine Initiative, Mindelheim zum Blühen zu bringen. Er sieht aber deutlich rechtliche Hindernisse, das Silvesterfeuerwerk einzudämmen. „Wir haben hier als Kommune keine Handhabe“, sagte er auf Anfrage. Rund um die Mindelburg gebe es ein Verbot, Raketen zu zünden. Dort lautet die Begründung aber: Brandgefahr. Auf der Mindelburg sind besonders viele hölzerne Fassadenelemente eingebaut, die Feuer fangen können.

Der Mindelheimer Bürgermeister hält wenig von den Raketen

Beim Altstadtring war ein solches Verbot vor einigen Jahren von einer Kommission von Brandschutzsachverständigen geprüft worden. Hier liege keine besondere Gefährdung vor, sagte Winter. Nach dem Bundesrecht sei es erlaubt, Böller und Raketen am 31. Dezember und 1. Januar eines jeden Jahres zu zünden. Dieses Recht könne nicht durch eine Kommune ausgehöhlt werden.

Winter persönlich ließ aber erkennen, dass er von der Böllerei wenig hält. Er selbst zündet schon seit Jahrzehnten keine Rakete mehr. Vom Beispiel Türkheims, das selbst ein Feuerwerk für alle veranstaltet, hält der Bürgermeister nicht so viel. Hier fürchtet er eine Riesenparty, die dann wieder andere Probleme mit sich bringt. Die Stadt veranstaltet während des Jahres zwei Feuerwerke: eines beim Mondlicht Open Air im Sommer und eines bei der Altstadtnacht im September.

Befassen will sich mit dem Thema Silvesterfeuerwerk auch das Energieteam, das aus Stadträten und interessierten Bürgern besteht. Die Stadt nimmt nicht zuletzt auch mit der Beschäftigung einer Klimaschutzmanagerin das Thema Umweltschutz sehr ernst.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren